Erschienen am: 17.09.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 9 2018

Werkerführungssystem bei Volkswagen

Automatisiert geführt

Volkswagen fertigt im Werk Zwickau eine Reihe verschiedener Modelle aus seinem Fahrzeugportfolio. Für die Steigerung von Qualität und Produktivität wurden die Produktionslinien in der Lackvorbereitung im Bereich Grob- und Feinabdichten mit Bediengeräten als Werkerführungssysteme ausgestattet.


In diesen Produktionsanlagen werden für bestimmte manuell auszuführende Arbeitsschritte spezifische Fahrzeuginformationen benötigt, die bei verschiedenen Fahrzeugeigenschaften unterschiedliche Handlungen der Mitarbeiter erfordern. Durch die Nutzung der Bediensysteme Redis 2019 von Herkules-Resotec mit entsprechender Visualisierungssoftware und zugehörigen SPS-Bausteinen ist es möglich, die spezifischen Eigenschaften von Fahrzeugen und deren Kennung aus dem Fahrzeugdatentelegramm im Datenträger mit frei wählbaren Bezeichnungen zu definieren.

Zuverlässige Informationen

Diese Eigenschaften können auf den Werkerführungssystemen beliebig zu Anzeigetypen verknüpft werden, deren ermittelte gültige Eigenschaft auf der jeweiligen Werkeranzeige visuell dargestellt wird. In jedem Arbeitstakt werden den Produktionsmitarbeitern die zum aktuell zu bearbeitenden Fahrzeug zugeordneten Informationen automatisch angezeigt. Zusätzlich wird der Anwender durch Arbeitsplanbilder unterstützt, die zu jedem Arbeitsschritt auf dem System hinterlegt sind. Je nach Anforderung eines Arbeitstaktes kann eine Tochteranzeige parallel geschaltet werden, so dass auf beiden Seiten der Produktionslinie je Takt eine gleichartige Anzeige sichtbar ist.

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Einfache und flexible Integration

Bei zukünftigen Eigenschafts- bzw. Typänderungen entfallen die Arbeiten im SPS-Programm zur Definition der Fahrzeugeigenschaften und Typen. Stattdessen können die neuen Eigenschaften und Typen komfortabel über das Bediensystem oder über eine Serveranwendung mit Web-Oberfläche festgelegt werden. Auch ein Remote-Zugriff über VNC ist möglich. Arbeitsplanbilder können in das System geladen werden, ohne dass ein neues Visualisierungsprojekt erforderlich ist. Bei Bedarf können die angezeigten Informationen automatisch im Hintergrund aufgezeichnet und später zu Qualitätsauswertungen verwendet werden. Nach einer Änderung der Konfiguration werden die neuen Daten von einem Bediensystem auf alle vernetzten Anzeigen innerhalb einer SPS-Gruppe automatisch verteilt, so dass die Parametrierung eines neuen Fahrzeugtyps nur einmal erforderlich ist.

Qualitäts- und Produktivitätssteigerung

Die Einführung dieses Systems dient der Verbesserung der manuellen Fertigungsschritte und damit der Erhöhung von Produktivität und der Qualitätssicherung. Ein Vorteil des Systems ist die Flexibilität bezüglich der Einführung neuer Fahrzeugtypen oder neuer Fahrzeugeigenschaften. Denn diese können mit dem System frei definiert und über logische Verknüpfungen kombiniert werden. Damit entfällt eine Programmänderung in der SPS und eine Anpassung der Software Redis 2019. Die Anwendung wurde von Hunecke Engineering in Mülsen ursprünglich 2013 integriert und seitdem mehrfach erweitert.

Eigenschaften auf einen Blick

• 19"-PCT-Multitouchscreen mit verschleißfreier

Sicherheitsglasfront im Edelstahlgehäuse

• Industrielle CF-Karte sowie Schnittstellen für Ethernet, USB und optional Profibus DP bzw. Profinet I/O

• Servicefreundlich und wartungsfrei,

Hardwaretausch gemäß Plug&Play

• Ladbare Bilddateien zur Laufzeit und Multiplexen von

Bedien- oder Anzeigefeldern

• Logische Verknüpfungen und automatische Verteilung neuer Konfigurationen auf alle Anzeigen einer Linie

• Remote-Zugriff über VNC für Fernwartung,

Datentransfer über FTP

• Ankopplung von

Tochteranzeigen

• Protokollierung

der Prozessschritte zur

Qualitätsdatenaufzeichnung

• Schnelles und sicheres Echtzeitbetriebssystem

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