Erschienen am: 07.09.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 9 2017

Visualisierung für Simatic S7

Schnelle Trendkurven mit Schreiberfunktion

Steuerungshersteller Insevis hat umfangreiche und einfach zu projektierende Messgerätefunktionen in seine Panels und Panel-SPSen integriert. Das kann S7-Anwendern Vorteile bringen, ohne dass sie ihre gewohnte Programmierumgebung verlassen müssen.


S7-Panels von Insevis mit integrierter Trendkanalanzeige
Bild: Insevis GmbH

Seit 2011 sind die S7-Steuerungen und Panels von Insevis auf dem Markt verfügbar. Jetzt erweitert der Anbieter seine einfach zu projektierende Messwerterfassung samt Schreiberfunktionen unter Step7 und hat dafür die Trendkurvenverwaltung überarbeitet. Die neu überarbeitete Trenderfassung, -anzeige und -archivierung erfolgt auf den separaten oder in die SPSen integrierten S7-Panels von Insevis. Sie verfügen über einen erweiterten Temperaturbereich von -20 bis +60°C und werden vor allem für zusätzliche S7-Visualisierungen an Anlagen oder beim Austausch alter S7-Panels eingesetzt. Durch den Verzicht auf Windows kann eine sehr schnelle Seitenumschaltung, kurze Bootzeiten und ein langer Produktlebenszyklus erreicht werden.

Messwerte archivieren

Wer bislang bei 64 Kanälen mehr als 65.000 Messwerte pro Kanal archivieren wollte, hatte ein Problem, welches Insevis jetzt gelöst hat. Es werden zwar weiter nur 65.535 Werte in einem Fifo-Speicher des Panels gepuffert, aber archiviert werden jetzt zehn Container bzw. Datensätze dieser Größe auf einer handelsüblichen Micro-SD-Karte im FAT32-Format. Die Trendarchivanzeige öffnet den vorhergehenden bzw. folgenden Archivcontainer automatisch und zeigt die Werte an, welches einen Wertebereich von 655.350 Werten pro Trendkanal entspricht. Dabei kann über die gesamte Zeitachse eine Lotfunktion gezogen oder direkt zu einer bestimmten einzugebenden Zeit zugewiesen werden, die alle Werte zu diesem Zeitpunkt in I/O-Feldern anzeigt. Die Archivdaten der Trends liegen (genau wie die Alarme, Ereignisse, Rezepturen und Datenarchive) als Binärdatei auf der Micro-SD-Karte des Panels und werden von dort mit dem kostenlosen Remote-Zugangs-Tool RemoteStage per Ethernet abgeholt. Im PC werden die archivierten Trendgrafen angezeigt, Komfortfunktionen wie Wertsuche nach Zeit und Exportfunktion als csv-Datei sind integriert. Da Remote-Stage ein Kommandozeilen-Tool ist, kann es mit der schrittweise zu parametrierenden Aufgabenplanung unter Windows auch automatisch aufgerufen werden und (mit einigen Aufrufparametern) Archivierungen ausführen. Damit ist es zu einem definierten Zeitpunkt möglich, z.B. alle Kanäle eines Trends in einem bestimmten Netzlaufwerk als csv-Datei abzulegen. Im Übrigen ist die kostenlose Software auch in der Lage, wie ein zusätzliches Panel die via IP-Adresse identifizierte und per Ethernet verbundene S7-SPS zu visualisieren. Auf RunTime-Lizenzen oder PowerTags wurde bewusst verzichtet. Wünscht der Anwender einen gespiegelten Remote-Bildschirm, kann er dazu einen freien VNC-Client (Tight-, Real- oder Sm@rtClient) verwenden.

Anzeigen und Loggen wie ein Messgerät

Oftmals werden teure Messgeräte nur eingesetzt, um angezeigte Kurvenverläufe durch den Operator optisch bewerten zu lassen, welches samt Logging bereits eine integrierte Standardfunktion jeder Insevis-S7-Panel-SPS ist. Kommen die Werte in kürzeren Abständen als 1s (z.B. aus einem Drucksensor), sind es mehr als ein Wertepaar oder keine zeitbasierten Werte (z.B. Kraft/Weg-Diagramme), können diese Werte in einen Datenbaustein geschrieben werden, der dann mittels eines Funktionsgrafen komplett angezeigt wird. Sichtbare Grenzlinien können durch konstante Werte dynamisch angezeigt werden, bzw. sind bei der Projektierung fix konfigurierbar. Der Inhalt des Datenbausteins kann in einem konfigurierbaren csv-Format auf der Micro-SD-Karte abgespeichert werden und wird - wie die anderen Log-/Archivdaten - mit RemoteStage manuell oder automatisch in den PC geladen und in einem Netzlaufwerk gespeichert.