Risikomanagement bei Projekten mit Subunternehmen

Auftragnehmer, die ihren Kunden Full Service bieten, sitzen schnell zwischen zwei Stühlen. Denn sie gehen gleichzeitig zwei völlig unterschiedliche Vertragsbeziehungen ein: die zum Kunden und die zum Subunternehmer. Wie können Sie als Projektleiter die Risiken minimieren, die in solchen Dreiecksverhältnissen stecken?


In einem Subunternehmer-Projekt arbeiten Menschen aus verschiedenen Firmen gemeinsam und zeitgleich an einem Vorhaben. Dennoch sind die Vertragsverhältnisse zwischen Ihnen als Auftragnehmer und dem Kunden einerseits sowie dem Subunternehmer andererseits völlig unabhängig voneinander zu betrachten - und daraus ergeben sich erhebliche Risiken.

Risiko Projektvertrag

Ist es besser, den Vertrag erst mit dem Kunden abzuschließen oder erst mit dem Subunternehmer? Beginnen Sie mit dem Kunden, kann es Ihnen passieren, dass Sie doch keinen geeigneten Subunternehmer finden und zur Erbringung von Leistungen verpflichtet sind, die Ihr Potenzial übersteigen. Umgekehrt kann auch Ihr Vertrag mit dem Auftragnehmer platzen und dann wird Ihr bereits verpflichteter Subunternehmer Ansprüche stellen. Deutlich vermindern können Sie diese Risiken, wenn Sie zunächst mit dem Kunden präzise klären, was dieser erwartet. Dann holen Sie ein Angebot des Subunternehmers ein, den Sie zuvor über die Vorstellungen des Kunden genau und vollständig informiert haben. Vor Ihrer eigenen Angebotsabgabe stellen Sie sicher, dass sich der Subunternehmer zeitlich so lange an sein Angebot gebunden hat, bis Ihr Vertrag mit dem Kunden abgeschlossen ist. Erst dann unterzeichnen Sie den Vertrag mit dem Kunden und nehmen das Angebot des Subunternehmers rechtlich verbindlich an.

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Risiko Vertragsabbruch

Steigt der Kunde vorzeitig aus dem Projekt aus, haben Sie rechtlich betrachtet nicht die Möglichkeit, sich Ihrerseits kurzfristig aus dem Vertragsverhältnis mit Ihrem Kunden zu lösen. Vor dem dadurch zusätzlich zum eigenen Umsatzverlust drohendem wirtschaftlichen Schaden schützt nur Vorsorge: Nehmen Sie in den Vertrag mit Ihrem Subunternehmer eine entsprechende Möglichkeit zur Vertragsbeendigung auf. Stellt wiederum der Subunternehmer - aus welchen Gründen auch immer - seine Arbeiten ein, bleibt das Vertragsverhältnis zwischen Ihnen und dem Kunden gültig. Erschwerend kommt häufig hinzu, dass die vom Subunternehmer erstellten Materialien bzw. Arbeitsergebnisse nicht greifbar sind. Für diesen Fall vorzusorgen ist nicht gerade einfach: Gegenüber dem Kunden werden Sie kaum Regelungen durchsetzen können, die Sie aus der Verantwortung entlassen. Es kann aber gelingen, eine Haftungshöchstsumme zu vereinbaren. Nachteil: Ein entsprechender Vorschlag kann Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit auslösen. Wollen oder können Sie diesen Weg nicht gehen, bleibt die Möglichkeit, im Vertrag mit dem Subunternehmer die Zahlung einer Strafe bei Vertragsabbruch aufzunehmen.

Fehlerhafte Leistungserbringung

Noch diffiziler wird es im Hinblick auf die Gefahr der Schlecht- oder Nichtleistung. Die beste Lösung: Sie vereinbaren mit Ihrem Kunden, dass Ihr Unternehmen nur insoweit haftet, dass Sie im Voraus sämtliche Gewährleistungs- und Haftungsansprüche an den Subunternehmer im Voraus an ihn, den Kunden, abtreten. Wenn der diese 'Kröte' nicht schluckt, bleibt Ihnen wiederum die Möglichkeit, auch dieses Risiko durch entsprechende Vertragsstrafenregelungen zu begrenzen.

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Fazit: Gute Absicherung ist ein Muss

Es liegt auf der Hand, dass es nicht bei den genannten Fallstricken bleibt. Weitere nicht unerhebliche Risiken stecken z.B. in den meist unvermeidbaren Änderungen, die sich im Laufe der Konzeptions- und Realisierungsphase ergeben. Ein anderes Problem ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen Ihrem Interesse zu wissen, was beim Subunternehmen geschieht, und dessen Geheimhaltungsbedürfnis. Vertiefende Information zu allen genannten Situationen erhalten Sie im Projektmagazin in dem für Sie freigeschalteten Artikel https://www.projektmagazin.de/risikomanagement

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