Drehgeber-Expertenrunde ´Functional Safety´ - Teil 2/2

Sichere Drehgeber

Bereits zum dritten Mal fand Ende Januar die Drehgeber-Expertenrunde des SPS-MAGAZINs in Marburg statt. Dabei diskutierten Experten von Baumer, BiSS Association, Fraba, Kübler, Hengstler, iC-Haus und Sick über das Thema ´Functional Safety´. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Johann Pohany, Geschäftsführer der Medidtcine Consultants. Der zweite Teil beschäftigt sich mit Zertifizierungen und Safety-Services.
Teilnehmer der 3. Drehgeber Expertenrunde (v.l.n.r.); 1. Reihe: Daniel Kleiner (Baumer), Dr. Heiner Flocke (IC-Haus), Dr.-Ing. Peter Ebert (SPS Magazin), 2. Reihe: Johann Bücher (Hengstler), Dr. Johann Pohany (Medidtcine Consultants); 3. Reihe: Klaus Matz
Teilnehmer der 3. Drehgeber Expertenrunde (v.l.n.r.); 1. Reihe: Daniel Kleiner (Baumer), Dr. Heiner Flocke (IC-Haus), Dr.-Ing. Peter Ebert (SPS Magazin), 2. Reihe: Johann Bücher (Hengstler), Dr. Johann Pohany (Medidtcine Consultants); 3. Reihe: Klaus MatzBild: TeDo Verlag GmbH

Dr. Johann Pohany (Medidtcine): Sehen Sie auch außerhalb von Europa Anforderungen nach funktional sicheren Drehgebern im Motorfeedback-Bereich?

Johann Bücher (Hengstler): Wenn man bedenkt, dass z.B. auch in China Komponenten und Maschinen hergestellt werden, die nach Japan, Europa oder Amerika exportiert werden, dann gibt es auch dort Anforderungen in Richtung sicherer Maschinen.

Marko Hepp (BiSS Association): Viele asiatische und internationale Unternehmen sind im Bereich Motorfeedback mit Safety bereits mittendrin bzw. im letzten Drittel ihrer Entwicklungen. Es hat mich überrascht, wie stark sowohl Steuerungshersteller als auch große asiatische Hersteller das Thema Safety mittlerweile aufgenommen haben.

Dr. Heiner Flocke (iC-Haus): Ohne sichere Antriebssysteme werden beispielsweise Cobots gar nicht funktionieren.

Heiko Krebs (Sick): Beim Thema Safety sind und waren die Europäer immer vorne dabei. Allerdings können wir auch in Asien, speziell in China, die Verbreitung zahlreicher sicherer Drehgeber und sicherer Antriebslösungen feststellen.

Bücher: Vom reinen Verkauf bzw. den Nachfragen nach sicheren Feedbacksystemen sind in China nach wie vor nicht sichere Systeme in der Mehrzahl.

Bild: TeDo Verlag GmbH

Wo sollen diese Leute in Asien zur Zertifizierung hingehen? Gibt es einen TÜV China oder müssen die asiatischen Firmen zum TÜV nach Deutschland?

Daniel Kleiner (Baumer): Der TÜV engagiert sich bereits sehr stark in China. Wir stellen bei der IEC-Normung fest, dass dort ein großes Interesse auch bei japanischen und amerikanischen Herstellern besteht. Durch die Normgebung wird es irgendwann möglich sein, dass man sich auch ohne eine benannte Stelle alleine entlang der internationalen Norm hangeln kann, um sichere Komponenten herzustellen.

Bild: TeDo Verlag GmbH

Sichere Produkte können entweder über Zertifizierungsstellen wie dem TÜV zertifiziert oder wie im Automotive-Umfeld in Eigenverantwortung freigegeben werden. In Eigenverantwortung sichere Produkte auch freizugeben, bedeutet einen signifikanten Aufwand im Functional Safety Management. Muss ein mittelständisches (Drehgeber-)Unternehmen hierfür entweder seine Software in Summe nach diesem Management-System selbst entwickeln oder zwei Bereiche haben: einer um funktional sichere Systeme autark zu bauen und der andere macht nicht sichere Systeme?

Bücher: Wir bauen unsere Organisation so aus, dass wir intern mit den entsprechenden Prozessen und Stellen über kurz oder lang in der Lage sind, diese Bereiche eigenständig abzuwickeln.

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