Forschungsprojekt arbeitet an mobilen Campusnetzen

5G-Netz zum Mitnehmen

Ein zuverlässiges, firmeneigenes und dazu noch mobiles 5G-Netz entwickeln und damit die Digitalisierung der Industrie voranbringen: Dies ist das Ziel des Projekts Maveric, das im April unter Mitwirkung des Fachbereichs Technik der Hochschule Emden/Leer gestartet ist.
Bild: Hochschule Emden7Leer

Ein 5G-Netz ermöglicht eine Internetverbindung unter Nutzung des Mobilfunkstandards der fünften Generation, der sich u.a. durch eine besonders schnelle Datenübertragung auszeichnet. Viele Betriebe – wie auch die Hochschule – nutzen diese Technologie in Form eines eigenen, geschlossenen 5G-Campus. „Wir möchten hier mit den Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten ansetzen, um die Nutzung noch weiter zu optimieren“, erklärt Prof. Dr. Dirk Kutscher, der das Projekt Maveric (Middleware für Automatisierte Verwendung von Edge-Ressourcen in Campusnetzwerken) seitens der Hochschule betreut. Kutscher wird gemeinsam mit einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern an einer Software arbeiten, die es ermöglichen soll, das firmeneigene 5G-Netzwerk nicht nur verlässlich an festen Standorten, sondern auch mobil nutzen zu können – und zwar zunächst speziell in der herausfordernden Umgebung des Schiffbaus. Dort stellt etwa bei der Fertigung an Land die Metallkonstruktion großer Fabrikhallen eine Hürde für die Funktechnik dar.

 Im Projekt soll ein mobiles 5G-Netzwerk in der Schiffs- und Hafenumgebung getestet werden.
Im Projekt soll ein mobiles 5G-Netzwerk in der Schiffs- und Hafenumgebung getestet werden.Bild: ©Idanupong/stock.adobe.com

Herausforderung Schiffsbau

Zudem ist die Verbindung zum Internet beim Verlassen des Docks normalerweise nicht immer stabil; sie kann ausfallen oder schwanken. „Wer auf dem Schiff oder beispielsweise auf Baustellen außerhalb des Betriebs trotzdem weiter mobil kommunizieren möchte, muss das Netz also buchstäblich mitnehmen“, so Kutscher. Zum Tragen komme dies etwa, wenn bei Reparaturarbeiten online auf Handbücher oder weitere Materialien zugegriffen werden müsse.

Partner und Förderung

Um dies zunächst in der Simulation und anschließend mit einem Prototypen in der Praxis zu testen, arbeitet die Hochschule im Projekt in den kommenden drei Jahren mit dem Schiffbauer Naval Vessels Lürssen (NVL) in Bremen, der Hochschule Augsburg sowie der Xantaro GmbH aus Frankfurt zusammen. Insgesamt investiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz dafür rund 2 Millionen Euro innerhalb des Förderrahmens ‚Entwicklung digitaler Technologien‘. Für die Hochschulen stehen seitens des Mittelgebers rund 700.000 Euro zur Verfügung. Neben der Bereitstellung von Informationen über den Schiffskörper via Handbuch stehen für das Projekt aber auch einige technisch noch ausgefeiltere Ideen auf der Liste: so könnten laut Kutscher beispielsweise auch Drohnen zum Einsatz kommen, die einen Überblick zu den Baumaterialien auf dem Werftgelände liefern könnten. Auch der Einsatz von Augmented Reality sei denkbar, so der Professor.

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