Stationäre Wärmebildkamera erkennt und meldet Schwachstellen

Immer das ganze Bild

Fest installierte Wärmebildkameras messen Temperaturen in zahlreichen Prüf- und Sicherheitsanwendungen. Die neueste industrietaugliche Gerätegeneration ThermoView TV30 von Fluke Process Instruments braucht dank integriertem Webserver keinen PC für eine autarke Prozessüberwachung und Vernetzung.
 Die Wärmebildkamera ThermoView TV30 
ermöglicht Temperaturüberwachungen 
rund um die Uhr ohne externen PC, eine 
einfache Anbindung an SPSen und komplexe Analysen mit Echtzeit-Feedback.
Die Wärmebildkamera ThermoView TV30 ermöglicht Temperaturüberwachungen rund um die Uhr ohne externen PC, eine einfache Anbindung an SPSen und komplexe Analysen mit Echtzeit-Feedback.Bild: Fluke Process Instruments GmbH

Tragbare Wärmebildkameras sind beim Werksrundgang schnell zur Hand und liefern einen Überblick zum Zustand von Anlagen und Produktionsmitteln. Welche Vorteile bietet dagegen eine stationäre Version, die nur ein festes Sichtfeld im Blick hat? Genau diese scheinbare Einschränkung ist der Zweck der ThermoView TV30. Die Kamera zur festen Installation in Fabrikgebäuden und Außenanlagen hält kritische Prozesse und mögliche Gefahrenpunkte rund um die Uhr im Blick. So ermöglicht sie eine kontinuierliche, regelmäßige oder bedarfsweise Temperaturüberwachung. Außerdem lassen sich beim ortsfesten System im Gegensatz zur tragbaren Variante individuelle Bedienungsfehler durch die applikationsspezifische Einrichtung, Nutzung der Automatikfunktionen und regelmäßige Kalibrierung weitgehend ausschließen. Für unterschiedliche Messobjekte lassen sich spezifische Messbereiche mit bis zu vier individuellen Kriterien (Max.., Durchschnitt, Punkttemperatur, Standardabweichung) programmieren. Insgesamt werden je Prüfaufgabe bis zu 32 Kriterien überwacht und ausgewertet. Diese Rezepte können per SPS initiiert werden. Durch die frühzeitige Erkennung von Hot Spots und Temperaturanomalien und integrierte Analyse- und Alarmfunktionen sorgt die Kamera für Sicherheit, Qualitätssicherung, Produktivität und Effizienz.

Bild: Fluke Process Instruments GmbH

Industrietaugliches Edge-System

Die Kamera bietet eine umfangreiche Schnittstellenausstattung zur Anbindung an eine SPS und Vernetzung. Sie erlaubt den Fernzugriff zur Einrichtung, Fokussierung sowie Steuerung und arbeitet ansonsten vollkommen autark als Edge-Sensor mit einem integrierten Webserver und Onboard-Analytik. Die Kamera mit IP67-Gehäuse und hoher Hitzebeständigkeit kann in vielen Anwendungen ohne Kühlung eingesetzt werden. Für den Außenbereich und schmutzige oder besonders heiße Umgebungen bietet der Hersteller jedoch auch passendes Zubehör zur Klimatisierung und Reinigung des Sichtfensters. In der Baureihe stehen Varianten mit zwei Auflösungen zur Verfügung. Die Wärmebildkameras können Temperaturen von -10 bis +1.300°C erfassen. Mit einer optionalen Präzisierung des Messtemperaturbereichs lässt sich jedoch die Genauigkeit weiter erhöhen. Die ThermoView TV30 enthält zudem auch eine Kamera für Aufnahmen im sichtbaren Spektrum. Das erleichtert Anwendern die Ausrichtung und ermöglicht die überlagerte Darstellung von visuellen und Wärmebildern, sodass sich Details leichter zuordnen lassen. Eine für das Jahresende geplante GigE-Variante lässt sich für fortgeschrittene Analysen ohne Weiteres mit vorhandenen Applikationen wie Labview, Matlab oder der herstellereigenen ThermoView-Software verbinden.

 Spezialisierte Softwarepakete, wie ein Programm für die Anlagenüberwachung, mit dem sich u.a. Daten mehrerer Kameras anzeigen und auswerten lassen, sind verfügbar.
Spezialisierte Softwarepakete, wie ein Programm für die Anlagenüberwachung, mit dem sich u.a. Daten mehrerer Kameras anzeigen und auswerten lassen, sind verfügbar.Bild: Fluke Process Instruments GmbH

Testmethoden für Automotive-Bereich

Beheizte Heckscheiben und Fahrzeugsitze werden herkömmlicherweise einem Funktionstest mit Thermoelementen unterzogen. Das Anbringen, Auslesen und Auswerten derselben sind relativ umständlich und zeitaufwändig. Dagegen liefert die ThermoView TV30, nachdem Spannung an die Heizelemente angelegt wurde, umgehend ein i.O./n.i.O.-Messergebnis. Zudem sind die Wärmebildaufnahmen aussagekräftiger und lassen sich für die vollständige Dokumentation und Rückverfolgbarkeit übersichtlich dem Produkt zuordnen. Nicht zuletzt schützen Zulieferer der Automobilindustrie durch die 100%-Qualitätskontrolle ihr Image beim Kunden.

Die fest installierte Wärmebildkamera ermöglicht auch Effizienzgewinne in Inspektionsanwendungen, für die genaue Kriterien laut dem Automotive-Industriestandard CQi-9 definiert sind. Ein Beispiel dafür ist die Warmumformung und Abschreckung von (Hochsicherheits-)Metallteilen. Hier reicht es nicht, nur eine Messung mit einem Punktpyrometer vorzunehmen – es müssten entweder mit einem oder mit mehreren Pyrometern mehrere Punkte gemessen werden. Es lohnt sich, ein Punktpyrometer, dass den geforderten geringen Messfehler von 1% einhält, mit einer Wärmebildkamera zu kombinieren, die schnell einen vollständigen Datensatz mit allen Temperaturwerten liefert und mit Korrektur anhand der Pyrometermessung ebenso präzise ist.

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