Firmen investieren mehr denn je in Qualifizierung

Bild: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Fast neun von zehn deutschen Unternehmen haben ihre Mitarbeiter 2019 betrieblich weitergebildet. Allerdings unterscheiden sich die Werte je nach Wirtschaftszweig deutlich. Der Digitalisierungsgrad der Firmen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Dezember 2020. Durchschnittlich 18,3 Stunden bildeten sich Mitarbeiter 2019 beruflich fort – das war exakt eine Stunde mehr als noch 2016. Laut der IW-Weiterbildungserhebung hat der Anteil der Firmen, die ihre Mitarbeiter selbst qualifizierten oder qualifizieren ließen, ebenfalls zugelegt: Fast 88% der befragten Unternehmen investierten im Jahr 2019 in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Besonders gefragt ist das Lernen im Arbeitsprozess – gut 85% der Firmen wählen diese Form der Weiterbildung. Erst auf dem zweiten Platz folgen Lehrveranstaltungen, die noch bis 2013 an der Spitze lagen. Die Gesamtinvestitionen in Weiterbildungsmaßnahmen lagen im Jahr 2019 bei 41,3Mrd.€ – davon entfielen etwa 21Mrd. auf die direkten und 20,3Mrd. auf die indirekten Kosten. Das gesamte Investitionsvolumen in die Weiterbildung ist seit 2016 um 23% gestiegen; die Pro-Kopf-Ausgaben um knapp 16%.

Besonders viel war die Weiterbildung den unternehmensnahen Dienstleistern – also beispielsweise Banken, Versicherungen und dem Großhandel – wert. Sie ließen sich die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Jahr 2019 pro Kopf 1.783€ kosten. In der Industrie waren es 1.005€ je Beschäftigten. Die gesellschaftsnahen Dienstleister – dazu zählen u.a. der Einzelhandel und das Gesundheitswesen – investierten 934€ pro Person.

Entscheidenden Einfluss auf den Weiterbildungsumfang hat auch, wie digital ein Unternehmen aufgestellt ist. Das IW unterscheidet hier fünf Digitalisierungsgrade: Jene Firmen, die keinerlei neue digitale Technologie einsetzen, kamen 2019 auf knapp 14 Weiterbildungsstunden je Mitarbeiter und Jahr. Die Unternehmen, die an der Digitalisierungsspitze stehen, bildeten ihr Personal im Schnitt mehr als 21 Stunden weiter. Doch ganz gleich, wie digital die Firmen aufgestellt sind, halten annähernd 80% steuerliche Erleichterungen bei den Weiterbildungskosten für sinnvoll.

Fehlende Finanzmittel sind allerdings nicht das größte Hemmnis, wenn es um die Weiterbildung der Mitarbeiter geht. Stattdessen nennen die Unternehmen mit jeweils deutlich über 50% zwei andere maßgebliche Gründe: Zum einen fehlten ihnen im Jahr 2019 schlicht zeitliche Ressourcen für die entsprechende Organisation; zum anderen konnten sie die Mitarbeiter nicht noch länger als bisher im Tagesgeschäft entbehren.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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