ZEW-Simulation
EU könnte bei Klimaschutz 152Mrd.€ einsparen
Bild: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Die in der vergangenen Woche von der EU-Kommission vorgestellte Reform des europäischen Emissionshandels senkt die Kosten für den Klimaschutz im Jahr 2030 von 2,8% des EU-weiten Konsums auf 1,9%. Der Vorschlag schöpfe damit nicht das vollständige Einsparpotenzial in Höhe von 1,1% aus. Durch eine geschickte Verteilung des CO2-Budgets könnten bis zu 152Mrd.€ an volkswirtschaftlichen Kosten eingespart werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Berechnung des ZEW Mannheim auf Basis eines makroökonomischen Simulationsmodells. Der vorliegende Kommissionvorschlag hingegen reduziert die Klimaschutzkosten nur um 81Mrd.€ – größtenteils durch die Einführung eines zweiten Emissionshandelssystems. Im Jahr 2030 will die Europäische Union ihre Treibhausgasemissionen um 55% im Vergleich zum Referenzjahr 1990 reduziert haben. Dies kostet EU-weit im Vergleich zum Status quo rund 2,8% der Wirtschaftsleistung. Hierdurch fehlen 247Mrd.€, die sonst für den privaten Konsum zur Verfügung stünden. Durch eine optimale Aufteilung der Menge an CO2, die die EU bei einem 55%-Ziel noch emittieren kann, ließen sich die Kosten absenken – von 2,8% des EU-weiten Konsums bzw. 247 Mrd. Euro auf 1,1% des Konsums bzw. 95 Mrd. Euro -, wie die ZEW-Wissenschaftler mithilfe ihrer Simulationsanalyse herausfanden.

„Durch das neue Emissionshandelssystem bei jetziger Aufteilung des CO2-Budgets gelingt es der EU-Kommission bereits 22% der Klimaschutzkosten zu reduzieren“, erklärt ZEW-Umweltökonom Dr. Jan Abrell und Co-Autor der Studie. „Verteilt die EU ihr CO2-Budget klug, könnte sie die Kosten sogar um bis zu 61% senken.“

Da die Höhe der Reduktionskosten in den einzelnen Sektoren sehr variiert, beeinflusst die Entscheidung über die Aufteilung des Emissionsbudgets direkt und in hohem Maße, wie sich die wirtschaftlichen Lasten zwischen den einzelnen Sektoren und EU-Mitgliedstaaten verteilen. Den Sektoren Gebäude und Verkehr würde ein deutlich größeres Emissionsbudget zuteil, während ein Großteil der ambitionierten Klimaziele über Emissionsminderungen im Stromsektor und bei den energieintensiven Industrien realisiert werden müsste.

www.zew.de

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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