Remote Support im industriellen Umfeld

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Der akute Fachkräftemangel setzt Unternehmen zunehmend unter Druck, Lösungen zu finden, um ihre Produktion am Laufen zu halten. Darüber hinaus haben sich mit der Pandemie Remote Work und Homeoffice in den meisten Branchen schlagartig etabliert. Reisen, die ein Spezialist vornimmt, sind nicht nur teuer, sondern auch in Anbetracht der Klimakrise nicht mehr vertretbar. Außerdem lässt sich das ständige Reisen nicht mehr mit der Work-Life-Balance, die Spezialisten immer mehr fordern, vereinbaren. Trotzdem benötigen Fabrikbetreiber das Wissen der Fachkräfte vor Ort. Eine Lösung hierfür ist der Remote Support via digitalem Zwilling.
 Framence hat ein günstiges Verfahren zur Erstellung von digitalen Zwillingen entwickelt, die die Realität fotorealistisch abbilden.
Framence hat ein günstiges Verfahren zur Erstellung von digitalen Zwillingen entwickelt, die die Realität fotorealistisch abbilden. Bild: Framence GmbH

Sei es aus Gründen des Klimaschutzes oder des Zeit- bzw. Fachkräftemangels: Spezialisten können heutzutage nicht mehr alle Standorte eines Unternehmens häufig besuchen. Gleichwohl benötigen Betreiber von Fabriken oder Produktionsstätten das Fachwissen der Spezialisten vor Ort. Die herkömmlichen Methoden zur Weitergabe von Fachwissen an die Mitarbeiter, die ihre Arbeit an den Standorten verrichten müssen, sind oft ineffizient und häufig zeitaufwändig. Für Spezialisten im Außendienst ist es zunehmend schwierig, Standorte zu betreten, um Fehler zu beheben, und den reibungslosen Betrieb von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten. Zudem benötigen Unternehmen in der Regel mehrere Tage, um Spezialisten an die verschiedenen Standorte zu schicken, was zu Verzögerungen und Verlängerungen von Downtimes in der Produktion führt.

Hinzu kommt noch der akute Fachkräftemangel: Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sehen aktuell mehr als 50 Prozent der Unternehmen darin die größte Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. Industrieunternehmen müssen demnach aktiv gegensteuern und mit den Möglichkeiten, die der Technologiefortschritt heute bietet, die zukünftigen Anforderungen bewerkstelligen.

 Aus einfachen Fotos, die mit einer Digitalkamera gemacht werden, entsteht ein maßhaltiger, fotorealistischer digitaler Zwilling.
Aus einfachen Fotos, die mit einer Digitalkamera gemacht werden, entsteht ein maßhaltiger, fotorealistischer digitaler Zwilling. Bild: Framence GmbH

Remote Support als Lösung

Klassische Herangehensweisen zur Zusammenarbeit reichen heute nicht mehr aus, um den Herausforderungen moderner Unternehmen gerecht zu werden. Mithilfe von digitalen Zwillingen gekoppelt mit AR- bzw. VR-Anwendungen können Unternehmen mittels Remote Support diese Probleme angehen. Die Technik für den Remote Support ist bereits seit einigen Jahren auf dem Markt; die erste HoloLens erschien im Jahr 2015. Ihre Implementierung scheitert jedoch an den damit verbundenen Kosten und dem Aufwand, da hierfür nicht nur die richtige Hardware, sondern auch präzise 3D-Modelle fehlen, die die Realität genauso widerspiegeln, wie sie ist.

Das Unternehmen Framence hat daher ein besonders günstiges Verfahren zur Erstellung von digitalen Zwillingen entwickelt, die die Realität fotorealistisch à la Google Street View abbilden. Aus einfachen Fotos, die mittels einer Digitalkamera gemacht werden, entsteht ein maßhaltiger, fotorealistischer digitaler Zwilling. Eine Modellierung ist nicht mehr notwendig. Da die Software herstelleragnostisch ist, können jegliche Informationen aus Fremdsystemen, wie z.B. Dashboards, Anleitungen, oder Videos, in den Zwilling eingebunden und präzise an der jeweiligen Anlage angezeigt werden. Diese Informationen können in AR bzw. VR abgerufen und betrachtet werden. Da die Software zudem hardwareunabhängig ist, wird für ihre Verwendung nur ein Endgerät mit Internetverbindung und Kamerafunktion benötigt. Für die AR-Anwendungen setzt Framence Tablets und Smartphones ein, da solche Endgeräte bereits heute überall verfügbar sind und eine gegebenenfalls notwendige Neuanschaffung mit niedrigen Kosten einhergeht.

Bild: Framence GmbH

Was ist mit Remote Support möglich?

Durch den Remote Support können Spezialisten sofort virtuell mit Kollegen, die sich vor Ort befinden, in Kontakt treten, um sie bei der Lösung komplexer Probleme zu unterstützen. Mitarbeiter oder externe Dienstleister können mithilfe der im fotorealistischen digitalen Zwilling integrierten Chat- und Kommunikationsfunktionen Schritt für Schritt Text- und Audioanweisungen erhalten und somit komplizierte Instandhaltungs- oder Reparaturmaßnahmen selbst durchführen.

Auch das Onboarding sowie diverse Schulungen von Mitarbeitern können mit einem solchen Zwilling durchgeführt werden. Über den fotorealistischen digitalen Zwilling kann der Spezialist neue Mitarbeiter anlernen oder Schulungen durchführen, unabhängig davon, wo er oder die Mitarbeiter sich gerade befinden. Dadurch wird weder der normale betriebliche Ablauf beeinflusst noch die Produktion gestört. Bei Bedarf kann der Zwilling auch in VR dargestellt und dadurch immersiv erlebbar gemacht werden.

Bild: Framence GmbH

Remote Support mit fotorealistischen digitalen Zwillingen

Durch den Einsatz von Remote Support im industriellen Kontext werden signifikante Kostenreduzierungen kontinuierlich erzielt, da der Besuch eines Spezialisten vor Ort in den meisten Fällen nicht mehr notwendig ist.

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