Usability, Chargenproduktion und Energieindustrie im Fokus

Neues Software-Release der HMI/Scada-Software Zenon
Mit der Version 7.11 bringt Copa-Data ein Update seiner Automatisierungssoftware Zenon auf den Markt. Neuerungen und Verbesserungen bietet die neue Version vor allem für die ergonomische Interaktion und Bedienführung, im Bereich der chargenbasierenden Produktion und Prozesssteuerung sowie für die Energieindustrie. Es wurden insbesondere Aspekte wie Benutzerfreundlichkeit, Vereinfachung, Relevanz, Datenverfügbarkeit, Datenverdichtung, Performance-Steigerung und Effizienz berücksichtigt.

Für weniger Projektierungsaufwand, mehr Flexibilität und bessere Übersicht sorgt der neue Bildtyp \’Faceplate\‘. Damit lassen sich verschiedene Bildtypen wie zum Beispiel aktuelle Prozessdaten, eine Alarmmeldeliste und eine Rezepturverwaltung in einer Schablone beliebig kombinieren. So wird dem Bediener mehr und unterschiedliche Information für eine Automatisierungskomponente parallel zur Verfügung gestellt. Dieselbe Schablone kann beliebig oft gestartet und mehrere \’Faceplates\‘ können in einem Bild aufgeschaltet werden. Auch die mehrfache Verwendung desselben Bildtyps in einem \’Faceplate\‘ ist möglich. Benutzer aus der Windows-Domäne können nun direkt in der Zenon Runtime gewartet – angelegt, bearbeitet oder gelöscht – werden. Dadurch ist es möglich, alle HMI/Scada-relevanten Informationen in den Windows-Benutzerprofilen zu speichern. Auch zentrale Sicherheitsregeln und -vorgaben der Unternehmens-IT lassen sich auf diese Weise vollständig übernehmen. Darüber hinaus können sich Anwender nun über ein Integrationsprojekt zentral für alle Projekte anmelden.

Globale Symbolbibliothek für mehr Datensicherheit

Um zentrale Engineeringansätze noch besser zu unterstützen, bietet die Software in der neuen Version eine globale Symbolbibliothek. Im Unterschied zur herkömmlichen Symbolbibliothek können in der globalen Symbolbibliothek im Globalprojekt alle Inhalte geschützt, in Backups gespeichert und somit auch einfach zentral verteilt werden. Alle geladenen Projekte werden automatisch aktualisiert, sobald Änderungen an Elementen der globalen Symbolbibliothek vorgenommen werden. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auch auf die automatische Datenverdichtung. Die neue Version bietet vorgefertigte Verdichtungsprofile für den Archivserver im Zenon Editor, was den Projektanten bei seiner Entscheidung für eine der unzähligen Möglichkeiten einer gut funktionierenden Archivstruktur wesentlich unterstützt. Auch Folgearchive werden automatisiert angelegt. Darüber hinaus können auch eigene Profile definiert und später wiederverwendet werden. Auch im laufenden Betrieb stellt Zenon mit Datenverdichtungsmechanismen ergonomische Hilfsmittel bereit. Bei Trendanzeigen wählt das System automatisch die passende Datenquelle für den aktuell eingestellten Zeitraum aus, um beste Datenqualität und Performance zu gewährleisten.

Neuerungen für die Prozessindustrie

Vor allem für die chargenbasierende Produktion, die in den Branchen Food & Beverage oder Pharma weit verbreitet ist, bietet die neue Version einige Verbesserungen. In der Regel werden mehrere Chargen parallel und auf unterschiedlichen Anlagenteilen produziert, was ein besonders hohes Maß an Flexibilität bei der Fertigung, Datenaufzeichnung und -auswertung erfordert. Einen Beitrag dazu leistet der erweiterte Chargenfilter. Dieser kann über mehrere Archive und Anlagen übergreifend angewendet werden, sodass Anwender übersichtlich auf die nur für eine bestimmte Charge relevanten Daten zugreifen können. Für weniger Aufwand bei der Projektierung sorgt außerdem die Gruppierung von Grundfunktionen bei Rezepten im Modul Batch Control. Jeder Grundfunktion werden individuell konfigurierbare Fahrweisen zugeordnet, die von Zenon schrittweise ausgeführt werden. So besteht beispielsweise die Grundfunktion \’Temperieren\‘ aus den Fahrweisen \’Aufheizen\‘, \’Temperatur halten\‘ und \’Abkühlen\‘. Eine zusätzliche Funktion in diesem Zusammenhang bieten die neuen Initialparameter. Diese werden zu Beginn einer Produktion abgesetzt und die Steuerung prüft, ob alles in Ordnung ist. Werden Hindernisse oder Schwachstellen eruiert, wird das Rezept nicht ausgeführt, um Fehler in der Produktion zu vermeiden. In der streng regulierten Pharmaindustrie ist es besonders wichtig, Abläufe nachvollziehbar zu gestalten und zu dokumentieren. Dieser Anforderung kommt Zenon nun mit einer neuen Versionierung nach. Jedes Vorlagenrezept bekommt eine Versionsnummer, die auch auf die Filtermechanismen anwendbar ist. So wird sichergestellt, dass es immer nur eine freigegebene Version eines Rezeptes gibt und diese in einer Fülle an Vorlagen auch einfacher auffindbar ist. Das vor allem in der Prozessindustrie viel verwendete Anlagenmodell lässt sich ab sofort auch in der Zenon Runtime stärker nutzen. Über einen neuen Bildtyp kann das Anlagenmodell als Prozessbild visualisiert und zusätzlich mit Interaktionsmöglichkeiten ausgestattet werden. Jede Anlagenebene lässt sich mit einer beliebigen Funktion verknüpfen, sodass erstmals eine kontextbezogene Interaktion – z.B. das Quittieren aller Alarme aus dem Anlagenmodell heraus – möglich wird.

Neuerungen für die Energieindustrie

Im Mittelpunkt der Produktweiterentwicklung für die Energieautomatisierung standen funktionelle Erweiterungen, um die Anforderungen der IEC61850 Edition 2 zu erfüllen. Für besseren Überblick bei der Befehlsgabe sorgt eine Liste der aktiven und inaktiven Verriegelungen. Damit können Bediener schnell erkennen, welche Bedingungen nicht erfüllt sind, um eine Schalthandlung durchzuführen. Dem Thema Sicherheit widmet sich Copa-Data insbesondere mit einer Überarbeitung des Redundanz-Konzepts. Die Rollen des dominanten Servers und des Stand-by-Servers wurden bisher primär aufgrund der Verfügbarkeit der Rechner zugeteilt bzw. gewechselt. Ein zusätzlich implementierter Redundanzmodus (\’bewertet\‘) ermöglicht es nun, die Rollen des Servers bzw. des Stand-by-Servers auf der Grundlage zu vergeben, welcher Rechner die bessere Verbindung zum Prozess herstellen und folglich eine höhere Datenqualität liefern kann. Neu ist außerdem die Wahlmöglichkeit zwischen dominanter und nicht-dominanter Redundanz.

Ing. Punzenberger Copa-Data GmbH
http://www.copadata.de

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