Industrieller Mittelstand investiert vermehrt in Digitalisierung

Das aktuelle BDI/PWC-Mittelstandspanel zeigt, dass jeder dritte Betrieb digitale Technologien für Vertrieb und Absatz nutzt. Dabei sind die Unternehmen in Westdeutschland am stärksten digitalisiert.

Die Digitalisierung schreitet voran und hat auch den industriellen Mittelstand erreicht: Jedes dritte Unternehmen setzt neue Technologien weitreichend für Absatz und Vertrieb ein. Im Jahr 2014 nutzten mittelständische Industrieunternehmen in Deutschland durchschnittlich über vier Prozent ihres Investitionsvolumens für den Ausbau digitaler Techniken. Das zeigt das aktuelle Mittelstandspanel, das von BDI und PWC durchgeführt wurde. In dem Panel wurden im Zeitraum vom 17. März bis zum 15. Juni 914 deutsche Unternehmen befragt. Nur jedes fünfte Unternehmen verfügt über einen digitalisierten Produktionsbereich – darunter vor allem größere, exportorientierte Unternehmen.

Potenzial des digitalen Wandels wird unterschätzt

Fast ein Viertel der befragten Unternehmen (24%) stufen die Digitalisierung für sich als \’nicht relevant\‘ ein. Im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre hält jedes zehnte Unternehmen die Digitalisierung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit für bedeutungslos, weitere 16% unterstellen eine nur geringe Bedeutung. Hans-Toni Junius, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses: \“Wer heute den digitalen Wandel nicht mitgeht, der bringt sich um die Marktchancen von morgen. Die Konkurrenz schläft nicht. Das gilt insbesondere für die Digitalisierung. Der Mittelstand darf den Anschluss nicht verpassen.\“

Regionale Unterschiede

Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede. So ist im Westen der Anteil der Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad am größten (37%). In Ostdeutschland ist hingegen nur rund jedes vierte Industrieunternehmen (23%) stark digitalisiert. In Bayern und Baden-Württemberg weisen lediglich 21% der Unternehmen einen hohen Digitalisierungsgrad auf. In diesen Bundesländern liegt jedoch der Anteil der kaum digitalisierten Unternehmen mit 23% sehr niedrig. Somit rangiert Süddeutschland insgesamt auf dem dritten Platz hinter West- und Norddeutschland. Schlusslicht ist Ostdeutschland. Diese Ergebnisse seien ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern. Sie müsse den Breitbandausbau gerade in den ländlichen Regionen merklich voran bringen, so Junius. Weitere Ergebnisse der Studie zeigen, dass größere Betriebe darauf abzielen, sich innerhalb des Unternehmens systematisch zu vernetzen, während kleinere Betriebe die Kooperation mit Kunden und Lieferanten wie auch externen Partnern stärker vorantreiben. In Zukunft wollen die deutschen Industrieunternehmen mehr Geld in die Digitalisierung stecken. So planen rund 60% derer, die bereits 2014 in digitale Technologien investierten, ihr Budget dafür in den kommenden fünf Jahren auszuweiten. Grundsätzlich gilt: Der Anteil der Unternehmen, die den Ausbau deutlich forcieren, steigt mit dem Digitalisierungsgrad.

PwC PricewaterhouseCoopers AG
http://www.pwc.de

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