Automatisierungssoftware für den Sondermaschinenbau
Hersteller und Betreiber auf einer Wellenlänge
Eine Automatisierungssoftware, die sowohl beim Hersteller als auch beim Betreiber für hohe Effizienz sorgt? Das Maschinenbauunternehmen Eberhard Automations- und Montagetechnik nutzt als Zulieferer von Bosch die Softwareumgebung Nexeed Automation - und bietet diese jetzt auch weiteren Kunden im Bereich Sondermaschinenbau an. Ausgelegt auf einfache, objektbasierte Handhabung soll die Plattform als kundenübergreifender Standard bei Montagesystemen für mehr Effizienz bei Programmierung und Anlagenbedienung sorgen.
 Mit Nexeed Automation lässt sich die Montageanlage von Eberhard intuitiv bedienen.
Mit Nexeed Automation lässt sich die Montageanlage von Eberhard intuitiv bedienen.Bild: © Eberhard AG Automations- und Montagetechnik

Ein wesentlicher Aspekt von Industrie 4.0 ist die Vernetzung – und diese endet im Idealfall nicht an den eigenen Werksgrenzen. Moderne Softwarelösungen versprechen Synergien sogar zwischen verschiedenen Unternehmen. Gemeinsame Standards und Lösungen ermöglichen dabei neue Wege der Zusammenarbeit. Die Firma Eberhard entwickelt und baut maßgeschneiderte Automations- und Montagelösungen mit flexiblem Automatisierungsgrad auf Basis unterschiedlicher Prozesstechnologien. Seit 2005 beliefert das Unternehmen den Kunden Bosch u.a. mit Anlagen für die Fertigung von Steckverbindern. Mit der Einführung von Nexeed Automation in den Bosch-Werken war auch für Eberhard klar: Für eine möglichst reibungslose Inbetriebnahme und eine hohe Bedienerfreundlichkeit beim Endanwender werden die für den Konzern produzierten Maschinen auch auf Nexeed Automation umgestellt.

 Die Montage von Steckverbindern wurde im Längstaktsystem 
realisiert und erreicht 60 Takte pro Minute.
Die Montage von Steckverbindern wurde im Längstaktsystem realisiert und erreicht 60 Takte pro Minute.Bild: © Eberhard AG Automations- und Montagetechnik

Erstprojekte erfolgreich abgeschlossen

Das Nexeed-Portfolio von Bosch Connected Industry umfasst Lösungen für die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette und ist sowohl in den eigenen Bosch-Werken als auch bei Kunden auf der ganzen Welt im Einsatz. Die Software ermöglicht eine schnelle und effiziente Realisierung von Anlagen- und Maschinenprojekten in der Montage-, Prüf- und Prozesstechnik. Die so ausgestatteten Anlagen lassen sich unkompliziert in unterschiedliche Produktionsumgebungen integrieren und verfügen über ein nutzerfreundliches Bediensystem. Herzstück der Software ist die unabhängige Entwicklungsumgebung Control Plus Studio, das objektbasiertes Modellieren per Drag&Drop ermöglicht. Der Launch der Software führte bei Eberhard zeitnah zu den ersten Projekten mit dieser neuen Automatisierungsplattform. Im Fokus standen Längstakter-Anlagen für die Fertigung von Steckverbindern und die Platinenbestückung in Deutschland, Thailand und China. „Das umfangreichste der drei Startprojekte war der erste Einsatz der Software bei der Herstellung einer hochdynamischen Montageprüfanlage für ein Bosch-Werk in Thailand“, erzählt Abdullah Kotan, Sales Manager bei Eberhard. „Zum ersten Mal haben wir mit Control Plus ein objektbasiertes Programmiersystem genutzt, was zunächst eine Herausforderung war.“ Doch der Umstieg hat sich gelohnt: Der thailändische Kunde hatte zuvor noch nie eine Maschine von Eberhard in Betrieb, konnte sich aufgrund der intuitiven Bedienoberfläche aber sehr schnell einarbeiten. Die Inbetriebnahme verlief reibungslos – von der Integration in die IT-Umgebung des Werkes bis hin zur Einarbeitung der Bediener.

 Das stückzahlüberwachte Entladen der fertigen Steckverbinder 
ist mit Nexeed Automation programmiert worden.
Das stückzahlüberwachte Entladen der fertigen Steckverbinder ist mit Nexeed Automation programmiert worden.Bild: © Eberhard AG Automations- und Montagetechnik

Plattformen zusammenbringen

Als Maschinenbauer greift man gerade für die Stammkunden auf bewährte Systeme zurück: Denn trotz der immer kürzeren Produktzyklen, ständig steigender Kundenerwartungen und neuer Technologien ist die Maschinenbaubranche in Teilbereichen recht konservativ. Eine neue digitale Automatisierungsplattform zu etablieren, ist sowohl für den Maschinenbauer als auch für den Maschinenbetreiber sehr aufwändig. Die Vorteile müssen daher für beide Seiten klar sein. „Wir sehen das Potenzial für Nexeed Automation bei weiteren Kunden vor allem im Sondermaschinenbau“, so Kotan weiter. „Unsere standardisierte Plattform für Längstaktsysteme ist die Basis für individuelle Automations- und Montagelösungen. Diese läuft jetzt mit Nexeed Automation, was softwareseitig alle Vorteile unserer Maschinenbau-Plattform widerspiegelt: standardisiert wo möglich und sinnvoll, trotzdem einfach integrierbar und offen, sowie modular und skalierbar. Reale Maschinenbau-Plattformen und digitale Automatisierungs-Plattformen greifen also passend ineinander.“

Win/Win für Maschinenbauer und -betreiber

Gerade für Neukunden, die eine Anlage auf Basis der Längstakt-Plattform wollen, empfiehlt Eberhard nun die Kombination mit der Entwicklungs- und Betriebsumgebung von Bosch – ob standalone oder als komplette Fertigungslinie. Das Längstaktsystem ist beim Maschinenbauer eine relativ neue Plattform, die stetig um weitere Module ergänzt wird. Das setzt eine Programmierumgebung voraus, die ebenfalls einfach anpassbar und erweiterbar ist. Control Plus bietet nicht nur eine umfassende Objektbibliothek, sondern ermöglicht die eigenständige Programmierung von neuen Objekten ganz nach Bedarf. Die für den Umgang mit Nexeed Automation geschulten Mitarbeiter von Eberhard haben z.B. diverse Laser- und Sensorobjekte als Ergänzung zur bestehenden Bibliothek programmiert. Gerade im Sondermaschinebau bietet eine möglichst flexible Software entscheidende Vorteile. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Eberhard die Anlagen schnell und entsprechend den Kundenwünschen fertigen. Für den Betreiber der Maschine spielt neben Zeit natürlich auch Geld eine wichtige Rolle: Wird eine Automatisierungslösung bei einer Plattform mehrfach genutzt, verursacht dies deutlich weniger Entwicklungskosten. Die wahren Vorteile für den Kunden zeigen sich aber erst mit der Auslieferung: Die standardisierte, ansprechende und intuitive Bedienumgebung lässt sich nach einer kurzen Einarbeitungsphase bedienen und bietet eine Vielzahl an Features – von der Zykluszeitbestimmung bis hin zur Fehlerlokalisierung.

Erweiterbarkeit für neue Möglichkeiten

Dass der Konzern selbst Anwender und Anbieter von Softwarelösungen und Maschinen ist, erleichtert es den Entwicklern von Bosch Connected Industry, sich in Kunden hineinzuversetzen. Entsprechend berücksichtigt Nexeed Automation sowohl die Bedürfnisse von Maschinenbauern als auch von Maschinenbetreibern. Durch die Bereitstellung und kontinuierliche Weiterentwicklung von Funktionen wächst die Automatisierungsplattform stetig. So ermöglicht etwa der optional erhältliche Virtual Assist (VR) die virtuelle Diagnose von Fehlerquellen und die schnelle Lokalisierung von Komponenten in einer 3D-Umgebung. Mit dem Augmented Assist (AR) werden Mitarbeiter per Service-App visuell bei der Fehlerbehebung direkt an der Maschinensteuerung unterstützt. Mit diesen und ähnlichen Zusatzfeatures entstehen neue Möglichkeiten der Effizienzsteigerung, da Mitarbeiter niedrigschwellig an neue Aufgaben wie die ad hoc Fehlerbehebung herangeführt werden können. Auch neue Formen der Zusammenarbeit wie virtuelle Services in der Instandhaltung lassen sich so etablieren. „In Zukunft wollen wir immer mehr Features von Nexeed Automation mit in unseren Arbeitsalltag implementieren“, versichert Andreas Wißt, Team Leader Softwareengineering bei Eberhard.

Bosch Rexroth AG

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