C7-Ersatz: Bedienen und Beobachten mit Insevis-S7-Panels

Lebensdauerverlängerer

Mit S7-kompatiblen Kombigeräten aus Bedieneinheit, Steuerung und Peripherie sind viele S7-300er-Projekte ohne wirtschaftliche Einbußen und ohne Akzeptanzprobleme bei Endkunden fortführbar - einfache Visualisierung inklusive.
 10"-Panel mit integrierter S7-CPU und rückseitiger I/O-Ebene.
10"-Panel mit integrierter S7-CPU und rückseitiger I/O-Ebene. Bild: Insevis GmbH

Für hunderttausende Anlagen mit S7-300er-Steuerungen scheint bald der Nachfolger mit den S7-1500ern in die Gänge zu kommen. Es gibt jedoch immer noch die besonderen Fälle, nur scheinbare Exoten, die nicht auf TIA und 1500 umsteigen wollen – oder vom Endkunden dafür nicht das Ok bekommen. Wenn man dieses Marktsegment genauer betrachtet, wird man sehr schnell feststellen, dass es bei vielen Anwendungen auf Kompaktheit, Preis und Programmkompatibilität zu Vorgängern ankommt. Auf diese Anwendungen hat sich seit 2011 der S7-Anbieter Insevis spezialisiert. Die S7-SPSen des Herstellers lassen sich mit dem SimaticManager ab V5.5 oder mit dem TIA-Portal bis V16.1 (in AWL, KOP, FUP, S7-SCL, S7-Graph) als S7-315-2PNDP programmieren und verfügen über 1MB Arbeits- und 8MB Ladespeicher. Das bietet Kunden im S7-Classic- oder TIA-Sprachraum eine willkommene Erweiterung der bestehenden Lösungen.

Insevis-S7-CPUs beinhalten in der Grundausführung bereits zwei getrennte Ethernet-Ports (TCP, UDP, S7-Kommunikation), dazu zwei Modbus (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer 2) sowie einen seriellen CP mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Zusätzlich stehen je nach CPU optional Profibus-DP-Master/Slave- oder Profinet-I/O-Controller zur Verfügung. Die Verbindung von S7-Kompatibilität und neuen Schnittstellen erlaubt nicht nur eine Weiterführung preissensitiver Bestandsprodukte, sondern auch ein Ratiodesign, welches quasi ohne Programmänderungsrisiko die Marge an dem Projekt noch einmal erhöhen kann. Zusätzlich sind die S7-Produkte von Insevis auf die einfache Anpassung an kundenspezifische Besonderheiten vorbereitet.

 TV als LowBudget-Alternative für eine Großbildanzeige in einem Kunststoffaufbereitungswerk in Argentinien als Beispiel für kostenlose S7-Remote-Visualisierungen mit der Insevis-VisuStage weltweit.
TV als LowBudget-Alternative für eine Großbildanzeige in einem Kunststoffaufbereitungswerk in Argentinien als Beispiel für kostenlose S7-Remote-Visualisierungen mit der Insevis-VisuStage weltweit.Bild: Insevis GmbH

Mit Panel als C7-Ersatz

Integriert man noch eines der Touchpanels zwischen 3,5″ und 15,6″ in die S7-SPS, erhält man flache Kompaktsteuerungen mit sehr vielen Schnittstellen, die auch rückseitig bis zu neun Slots mit diversen, frei konfigurierbaren E/As onboard tragen können. Und damit ist auch schon der Gerätetyp beschrieben, der als Ersatz für die nicht mehr lieferbaren C7-Baugruppen von Siemens ein Lebensdauerverlängerer für viele kompakte S7-Systeme darstellt. Und das quasi ohne Änderung des S7-Programms. Die Ein- oder Ausgänge von Insevis können auch abgesetzt verwendet werden. Hier haben die Erlanger Ingenieure für Flexibilität gesorgt: mit bitweise umschaltbaren digitalen Ein-/Ausgängen oder Analogkanälen, die einzeln als Ein- oder Ausgang für Strom- oder Spannungswerte konfiguriert werden können. Ob eine komplett kundenspezifisch designte Frontplatte mit Ausbrüchen für Handbedienelemente, ob kundenspezifisch angeordnete und optimierte Peripherie, ob SFCs oder speziell angepasste Telegrammpuffergrößen in der S7-Firmware – jede dieser Eigenschaften allein verschafft den Anwender ein Alleinstellungsmerkmal, das auch bei Kleinserien möglich ist.

Um die Lösungen abwärtskompatibel, aber zukunftsoffen zu halten, besteht auch die Möglichkeit, mit einem Insevis-Gateway S7-Daten per MQTT oder OPC UA der IT-Ebene zur Verfügung zu stellen und per Webvisualisierung anzuzeigen.

Wenn man wiederum nur die reinen Panel-HMIs betrachtet, stellt man fest, dass die robusten Ausführungen sehr schnelle Bildwechsel beherrschen, obwohl die Anzahl Sprachen oder Variablen nicht begrenzt ist. Umfangreiche Trend-, Rezeptur- und Benutzerverwaltungen, Störmeldesysteme samt Archivierungen und Export als CSV sind bereits integriert. Ein vierfach VNC-Server ist genauso integriert wie vier Verbindungen zu NTP-Servern und ein zweifach Ethernet-Switch für leichte Verkabelung. Die Projektierung der Visualisierung erfolgt über ein kostenloses und vereinfacht an das Handling von ‚WinCC flexible‘ angelehntes Visualisierungstool, ist kinderleicht und in einer eigenen Youtube-Playlist erklärt. Hervorzuheben sind der einfache S7-Variablenimport (samt Symbolik) aus dem Simatic-Manager oder dem TIA-Projekt, die Variablensynchronisation und die gemeinsame Simulation von Visualisierung mit dem S7-Programm. Dabei loben Anwender besonders die auch für Neueinsteiger einfache und intuitive Benutzung, die schnell zu einer modernen Visualisierung führt. Zur Archivierung von Meldungen, Trends, Prozessdaten in DBs oder für Backups, Updates und Upgrades wird eine Standard-FAT32-Micro-SD-Karte verwendet. Für Mitte des Jahres ist ein Konvertierungstool von TIA-WinCC-Panelprojekten auf die Insevis-Visualisierung geplant. Quasi als Abfallprodukt sind die VisuStage-Visualisierungen als kostenlose Remotevisualisierungen für Fremd-S7-CPUs verwendbar. Keine Runtime-Lizenzen und keine Powertag-Limits schränken die Visualisierungsideen ein.

Die S7-Kombigeräte aus Bedieneinheit, Steuerung und Peripherie erlauben die kompatible Fortführung für viele S7-300er-Projekte ohne wirtschaftliche Einbußen und ohne Akzeptanzprobleme bei Endkunden weltweit. Die mit Sonderlösungen einfach erreichte Unaustauschbarkeit und der generell vorhandene sichere Knowhow-Schutz helfen auch kleinen Unternehmen vom internationalen Seriengeschäft langfristig zu profitieren.

INSEVIS GmbH

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