Ein Field Programmable Gate Array (FPGA) ist ein flexibler Baustein, der unterschiedliche programmierbare Logikelemente besitzt. Innerhalb einer Bausteinfamilie gibt es FPGAs mit verschiedener Anzahl von Logikelementen. Mit FPGAs lassen sich praktisch beliebige Funktionen direkt in Hardware realisieren. Dazu gehören Regelungs- und Steuerungsalgorithmen, Kommunikations-Interfaces, CPU, Peripherie-Schnittstellen usw. Die Hardware-Funktionsblöcke werden auch als IP-Cores bezeichnet. Ein entsprechendes Tool ermöglicht das Zusammenschalten beliebiger IP-Cores entsprechend den konkreten Anforderungen. Die Konfiguration wird beim Start in den FPGA geladen. Eine Software-Entwicklungsumgebung unterstützt das Erstellen von Applikationsprogrammen. Diese laufen dann auf den CPU-IP-Cores ab. Die klare Aufteilung in Funktionsmodule ermöglicht eine effiziente gemeinsame Entwicklung von Lösungen durch verschiedene Partner, wie es in dem vorgestellten Beispiel der Fall ist. Seine Flexibilität macht einen FPGA für die Steuer- und Antriebstechnik im Anlagen- und Maschinenbau mit der dort üblichen mittleren Stückzahl interessant, da eine an die speziellen Anwenderwünsche angepasste Funktionalität ohne große einmalige Kosten wie im Falle eines Asics und ohne Kompromisse wie im Fall einer Standard-CPU realisierbar ist. Der FPGA enthält dabei genau die Modulblöcke, die notwendig sind. Bild 1 zeigt eine entsprechende Lösung. Hier bestand die Aufgabe, verschiedene E/A-Signale zu verarbeiten und über unterschiedliche Kommunikations-Schnittstellen verfügbar zu machen. Ein Asic wäre aufgrund der Stückzahl zu teuer gewesen, Standard-CPUs haben nicht die gewünschte Peripherie unterstützt. Flexible Steuerungslösung mit FPGAs Durch den Einsatz von FPGAs lassen sich folgende Vorteile für die Motorsteuerung umsetzen: – Bandbreite – da in einem FPGA alle Bestandteile eines Regel- kreises in Hardware realisiert wer- den, wird eine vielfach höhere Bandbreite im Vergleich zu CPU- basierten Systemen erreicht. Es lassen sich neue Maschinenei- eigenschaften realisieren (z.B. ei- ne kurze Reaktionszeit (Bereich von Mikrosekunden) in Bezug auf auftretende Ereignisse oder eine wesentlich höhere Beherrschbar- keit von hochdynamischen Syste- men). – Synchronisierung von parallelen Abläufen – der Jitter zwischen verschiedenen Achsen kann auf weniger als 10ns reduziert werden. – Echte Parallelität – die individuel- len Funktionsblöcke sind Achse für Achse komplett voneinander getrennt; deswegen können viele Achsen von einem und demsel- ben Chip mit beibehaltener Perfor- mance realisiert werden. Damit lassen sich in großem Maß Hard- ware-Kosten für Multiachs-Maschi- nen sparen. Das vorgestellte Konzept kann u.a. in folgenden Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus eingesetzt werden: – von kostensensitive Zuführ-, Stell- und Handlingachsen bis hin zu prozesskritischen Bearbeitungs- und Verarbeitungsantrieben; – von einfachen Einzelmaschinen, bei denen durch die erreichba re Kompaktheit auf den Schaltschrank verzichtet werden kann, bis zur vernetzten Fertigungslinie mit ihrer heterogenen Mischung aus Produktionsmaschinen und Robotern; – von kontinuierlich laufenden, prä- zisen drehzahlgeregelten Antrie- ben in der Verarbeitungs- oder Drucktechnik bis hin zur Pick& Place-Positionierung im Millise- kundenbereich der Leiterplatten- bestückung. Die FPGA-basierten Motorsteuerungen von Unjo bieten eine hohe Performance und lassen sich leicht integrieren; sie machen die oben genannten Vorteile für den Anwender verfügbar. Damit kann der Anwender die Vorzüge der FPGA-Technologie für die Steuerung von elektrischen Motoren nutzen. Alle Unjo-IP-Produkte sind mit dem Entwicklungstool Quartus II von Altera kompatibel. Das Werkzeug ermöglicht es, dass verschiedene IP-Cores kombiniert werden können. Alle Funktionsblöcke können vor dem endgültigen Einsatz umfassend erprobt werden, da sie das \’OpenCore Plus\‘-Feature unterstützen. Es sind Blöcke für sämtliche auf dem Markt gängigen Motortechnologien verfügbar bzw. möglich. Bild 2 zeigt als Beispiel die regelungstechnische Struktur des IP-Block 500_01_095, ein ein- bis vierachsiger Controller für bürstenlose Gleichstrommotoren, der in einer typischen Realisierung eine Bandbreite im Stromregelkreis von 100kHz ermöglicht. Mit FPGA: Flexible Kommunikationslösung Dass ein Feldbus – Industrial Ethernet oder auch ein etablierter Feldbus – mit einem FPGA realisiert wird, ist an sich nichts Neues. Gerade wegen der Vielfältigkeit der Kommunikationsschnittstellen war die Performance und Flexibilität des FPGAs immer eine gefragte Alternative. Diese Lösung wird aber umso interessanter, je mehr von der gesamten Gerätefunktionalität in einem FPGA integriert werden kann. Für die Zukunft spricht aus wirtschaftlichen Gründen viel dafür, den Feldbus in Gestalt von Industrial Ethernet verstärkt als Bindeglied zwischen Motorsteuerung und übergeordneten Anwendungen in Erwägung zu ziehen. Über dieselbe Schnittstelle können Echtzeitdaten und Alarme ausgetauscht werden, das Gerät kann diagnostiziert und parametriert werden. Auch ein Download erweiterter Funktionen kann erfolgen. Die Flexibilität des FPGAs vereinfacht es dem Maschinen- und Anlagenbauer, im gleichen Endprodukt verschiedene Varianten von Industrial Ethernet anzubieten. Gleichzeitig kann erstmals mit dem Industrial Ethernet die Fabrikebene in der Steuerungshierarchie durchgängig mit der Unternehmensebene verbunden werden. Die Firma Softing bietet mit dem Real-Time-Ethernet-Modul (RTEM) eine Platine an, die sowohl Industrial Ethernet als auch andere Funktionen beinhalten kann. Für verschiedene Industrial-Ethernet-Ausprägungen stehen entsprechende IP-Cores bereit. Bild 3 zeigt die Lösungsstruktur der Kommunikationsanschaltung und das verfügbare Produkt. Ein Altera Cyclone III-FPGA 3C40 ist das zentrale Element des Moduls. Er beinhaltet die verschiedenen IP-Cores. Hierbei handelt es sich um spezielle Cores, die Besonderheiten der Industrial-Ethernet-Protokolle umsetzen und um allgemeine IP-Cores. Zu letzteren gehört die NIOS II-CPU. Auf dieser läuft das Betriebssystem eCos. Für das Modul stehen die Implementierungen eines Ethercat-Slaves, eines Profinet-IO-Devices, eines Ethernet/IP-Adapters und eines Modbus/TCP-Servers bereit. In die Protokollimplementierungen sind die entsprechenden IP-Cores integriert. Das Modul hat für alle Protokolle zwei identische Schnittstellen. Die Ethernet-Buchse dient als Schnittstelle zur Außenwelt, das Simple Device Application Interface als einfache und schlanke Schnittstelle zu den Anwendungsprogrammen. Somit muss die Geräteapplikation nicht geändert werden, wenn unterschiedliche Protokolle in Verwendung sind. Die Geräteapplikation kann auf dem Modul laufen. Für diesen Fall ist dann ein zweiter NIOS II im selben FPGA verfügbar. Die Applikation kann auch auf einer anderen Hardware implementiert sein. Dann kann entweder eine DPRAM-Schnittstelle oder ein Modbux/RTU-Interface für den Informationsaustausch verwendet werden. Unterschiedliche Kommunikationsschnittstellen Bild 4 zeigt die von Softing und Unjo gemeinsam entwickelte Evaluierungslösung. Das RTEM ist mit einem Unjo-Leistungsteil für vier Motorphasen kombiniert. Die Einheit unterstützt Feldbuskommunikation per Industrial Ethernet und eine komplette, hochperformante Motorsteuerung für z.B. einen dreiphasigen bürstenlosen Gleichstrommotor oder zwei Gleichstrommotoren. Damit können durch den Anschluss eines oder mehrerer Motoren die Eigenschaften des FPGA-basierten Systems erprobt werden. Für diese Evaluierungslösung wurde die in Bild 3 gezeigte IP-Core-Konfiguration um den Steuerungs-IP-Core von Unjo erweitert und eine entsprechende Anwendung zum Informationsaustausch zwischen Steuerungslogik und Kommunikationsstack erstellt. Ausgehend von der Evaluierungsplattform kann der Anwender seine eigene Entwicklung starten oder die vorhandene Struktur direkt übernehmen. FPGA-basierte Motorsteuerungen von Unjo sind seit zwölf Jahren in verschiedenen Anwendungen in Betrieb, z.B. in industriellen, medizintechnischen und luftfahrttechnischen Applikationen. Mit dem steigenden Innovationsbedarf im Maschinenbau, der fortschreitenden Kostendegression bei FPGA-Komponenten und der Verfügbarkeit von IP-Lösungen ist zu erwarten, dass FPGA-basierte Motorsteuerungen an Bedeutung gewinnen werden. Die Kombination von IP-Cores für Kommunikation und Motorsteuerung ist ein Beispiel dafür, wie sich kompakte und flexible Systeme auf FPGA zusammenstellen lassen. Autoren: Frank Iwanitz, Business Development Manager RTE, Softing AG, Deutschland
Industrial Ethernet als Bindeglied zur Motorsteuerung: Flexible FPGA-basierte Steuerungslösung
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible Erweiterbarkeit entscheidend.
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der Unternehmen trübt sich ein.
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
Mit 18 Jahren tritt er ins Familienunternehmen ein, mit 40 übernimmt er die…
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
Mit hoher Reichweite, kompaktem Design und optionaler IO-Link-Anbindung eignen sich die Sensoren der…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
das könnte sie auch interessieren
-
Mobile Cobot-Lösung erhöht die Produktivität in der CNC-Fertigung
Für wechselnde Losgrößen und große Produktvielfalt geeignet
-
Die Myzel Lifecycle Platform vernetzt Menschen, Maschinen und Daten
Wenn Sicherheit Wurzeln schlägt
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
















