IO-Link-Tasterboxen für die Maschinensicherheit

Zugangssicherung per Boxen-Stopp

Zur wirtschaftlichen und unkomplizierten Vernetzung dezentraler Betriebsbereiche und ihrer einfachen Anbindung an bestehende Feldbus- oder Ethernet-Netzwerke hat sich der Übertragungsstandard IO-Link insbesondere bei Maschinen- und Anlagenbauern bewährt. Für diese 2009 eingeführte Sensor-/Aktor-Schnittstelle bietet Rafi spezielle Produktlinien an, die auch in aktuellen Projekten der Firma LWB Automation installiert werden. Das 2017 gegründete, zur Steinl-Gruppe gehörende Unternehmen setzt die kompakten, variabel konfigurierbaren IO-Link-Tasterboxen von Rafi für die Zugangssicherung an Maschinen-Schutzkäfigen ein.
 Mittels IO-Link E-Box 
zugangsgeschützter Maschinenbereich
Mittels IO-Link E-Box zugangsgeschützter MaschinenbereichBild: LWB Automation GmbH

Mit IO-Link, einem feldbusunabhängigen Kommunikationsprotokoll für die Punkt-zu-Punkt-Anbindung von Sensoren und Aktoren, lassen sich Anlagenbereiche ohne aufwendige Umrüstung einfach und kostengünstig digitalisieren. Der in der IEC-Norm 61131-9 definierte Standard verwendet ausschließlich bekannte und bewährte Anschlusstechnik. Ein IO-Link-System basiert auf einem IO-Link-Master und bis zu acht IO-Link-Devices wie Aktoren und binären/analogen Sensoren, die über ungeschirmte Standard-3-Leiter-Kabel sowie M12- , M8- oder M5-Stecker verbunden bzw. angeschlossen werden. Mess-, Diagnose- und Prozessdaten lassen sich ohne zusätzliche Verkabelung zwischen Leit- und Prozessebene übermitteln, da mittlerweile alle etablierten Feldbusse ein IO-Link-Gateway integrieren. Im IO-Link-Master gespeicherte IO-Link-Geräteparameter reduzieren den Serviceaufwand erheblich. Nach einem Geräteaustausch ist keine erneute Parametrierung erforderlich, da der IO-Link-Master die verbundenen Devices automatisch erkennt und die gerätespezifischen Einstellungen selbstständig überträgt.

 Kombi-Lösung von Rafi für die unkomplizierte IO-Link-Anbindung: E-Box und Signalleuchte mit zahlreichen Parametrierungsoptionen
Kombi-Lösung von Rafi für die unkomplizierte IO-Link-Anbindung: E-Box und Signalleuchte mit zahlreichen Parametrierungsoptionen Bild: Rafi GmbH & Co. KG

Leuchtendes Vorbild

Zur unkomplizierten feldtauglichen IO-Link-Vernetzung dezentraler Maschinen und Anlagen führt der HMI-Spezialist Rafi spezielle Varianten seiner E-Box-Tasterboxen und Signalleuchten Tilted Diamond+ im Programm. Die LED-Signalleuchten mit frei konfigurierbaren Nachteinstellungen und Leuchtenfarben aus dem gesamten RGB-Farbspektrum verfügen über acht unterschiedliche Blinkmodi, um spezifische Alarme oder Maschinenzustände beispielsweise durch Blitzen, Blinken oder pulsierendes Leuchten zu signalisieren. Sie sind in Schutzart IP66 gefertigt und zeichnen sich durch besondere Helligkeit, Erschütterungsresistenz, Wartungsfreiheit sowie ihre außergewöhnliche kuppelförmige Blendengestaltung aus. Durch die rundum angeordneten diamantförmigen Linsen, denen die Leuchten ihren Namen verdanken, erzielen die Blenden eine sehr gute Ausleuchtung, klare Signalfarben und hohe Sichtbarkeit über große Distanzen.

 E-Box IO-Link mit Leuchtdrucktastern Rafix 22 FS+ im IP65-Gehäuse plus LED-Signalleuchte Tilted Diamond+ mit RGB-Farbspektrum und acht Blinkmodi
E-Box IO-Link mit Leuchtdrucktastern Rafix 22 FS+ im IP65-Gehäuse plus LED-Signalleuchte Tilted Diamond+ mit RGB-Farbspektrum und acht BlinkmodiBild: Rafi GmbH & Co. KG

Kompakt vernetzbare Boxenlösung

Die kompakten Tastermodule des Typs E-Box IO-Link vereinen zwei Leuchtdrucktaster aus dem Befehlsgeräteprogramm Rafix 22 FS+ in einem schlanken IP65-Gehäuse. Ihr M12-Anschluss gewährleistet eine einfache Montage und Inbetriebnahme auch von ungeschultem Personal. Dabei beugt die IO-Link-Geräteidentifikation möglichen Installationsfehlern vor, da falsch verbaute Geräte automatisch an die Steuerung gemeldet werden. Die Leuchtdrucktaster der E-Box, die dank integriertem Micon 5 Kurzhubtaster ein prägnantes taktiles Feedback aufweisen, lassen sich remote über IO-Link mit vielfältigen Funktionen individualisieren. Dazu zählen ein Nachtmodus mit verschiedenen Helligkeitsstufen und die freie Farb-Auswahl der Tasterausleuchtung in fünf Standard- oder drei individuell einstellbaren RGB-Farben aus einem Spektrum von 16 Millionen verschiedenen Farben. Zudem können die Taster mit vier verschiedenen Blinkmodi für unterschiedliche Anwendungsfälle konfiguriert werden. Die vielfältigen Einstellungsoptionen für Tasterfarben, Helligkeit und Blinkmodi reduzieren den Aufwand in der Lagerhaltung, da sich die E-Box IO-Link einfach über die Steuerung für verschiedene Anforderungen konfigurieren lässt.

 Schnelle Montage per Cliphalterung auch an 40mm Profilschienen-Nuten von Schutzkäfigen und Sicherungszäunen
Schnelle Montage per Cliphalterung auch an 40mm Profilschienen-Nuten von Schutzkäfigen und SicherungszäunenBild: Rafi GmbH & Co. KG

Schlanke digitale Maschinenanbindung

Die Vorteile der IO-Link-Anbindung haben die Weinheimer LWB Automation zum Einsatz der E-Box von Rafi bewogen. Das Unternehmen entwickelt und konstruiert Automatisierungslösungen für die Elastomer-Verarbeitung sowie zur Montageautomation. Neben kompletten Handlingsystemen für Spritzgießmaschinen der Steinl-Gruppe und anderer Hersteller fertigt LWB Automation auch Anlagen zur automatisierten Montage unterschiedlicher Produkte für externe Auftraggeber. „Unsere Maschinen und Baugruppen kommen überwiegend in der Automotive-Industrie überall dort zum Einsatz, wo Elastomere beispielsweise zu Gummipuffern, Zylinderkopfdichtungen, Luftfedern oder Auspuffaufhängungen verarbeitet werden“, erklärt Oliver Riedel, Leiter Automation bei LWB. „Zur Vernetzung analoger Sensorik und von Initiatoren implementieren wir, soweit kundenseitig und wirtschaftlich von Vorteil, schon immer IO-Link-Komponenten. Insbesondere bei dezentralen Applikationen stellt die Digitalisierung mit IO-Link im Vergleich zu Bus-Systemen eine deutlich schlankere Lösung dar.“

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