Automatische Prüfroutinen und Qualitätsnachweise im Engineering
Disziplinübergreifend sicher
Mit der neuesten Version der Kooperationsplattform Engineering Base (EB) stellt Aucotec erstmals ein neues Sicherheitspaket für Ingenieure im Anlagenbau vor. Von Qualitätssicherungs-Tools über automatisierte Eigensicherheitsberechnung (Ex i) bis zum justiziablen e-Signing des digitalen Zwillings hat der Anbieter das Thema Sicherheit in der datenzentrierten Plattform ausgebaut.
 QS-Tools für automatisierte Prüfroutinen schaffen 
verbriefte Datenqualität in Engineering Base.
QS-Tools für automatisierte Prüfroutinen schaffen verbriefte Datenqualität in Engineering Base.Bild: Aucotec AG

In der Planung müssen Entwickler prüfen, ob alles korrekt ist. Auch zugelieferte Dokumentationen werden gecheckt. Die selbst bei finalen Komplett-Prüfungen meist noch übliche Augenkontrolle bedeutet enormen Zeitaufwand – ohne Garantie auf vollständige Richtigkeit. EB dagegen kann laut Aucotec nichts „übersehen“. Dank Objektorientierung und universellem Datenmodell sind alle beteiligten Disziplinen in dem System vereint. Es kennt sämtliche Logiken und Verknüpfungen. Das neue Qualitätsmanagement prüft nicht nur automatisiert auf Unstimmigkeiten oder nicht eingehaltene Vorgaben, es erstellt auch automatisch je Prüfung eine Liste aller Diskrepanzen und beschreibt sie. Direkt aus der Liste lässt sich zum auffälligen Objekt navigieren und der Fehler beheben. Ist alles korrekt, enthält das gelieferte Projekt ein Zertifikat in Form eines Prüfblattes mit grünem Siegel, das die Fehlerfreiheit belegt. Statt Wochen an Arbeit dauert die Prüfung laut Anbieter maximal einige Stunden. Zunächst für energietechnische Anlagen entwickelt, ist dieses neue QS-Framework später auch in anderen Branchen einsetzbar.

Sichere Ex-i-Berechnung per Klick

Wo explosionsfähige Atmosphären entstehen können, dürfen elektrische Sensoren und Aktoren sowie ihre Stromkreise weder zündfähige Funken noch zu hohe Temperaturen verursachen. Die sogenannte Eigensicherheit (Ex i) aller zugehörigen Betriebsmittel, Leitungen und Verschaltungen muss für die Betriebsgenehmigung verlässlich nachgewiesen sein. In EB lassen sich Ex-i-Daten direkt katalogisieren und pflegen, um damit eigensichere Stromkreise zu planen. Zudem kann die Eigensicherheit per Assistent direkt im System berechnet und dokumentiert werden, auch als Typical. Bislang geschieht das meist in einem extra Tool, in das man externe Katalogdaten eingibt. Der Ex-i-Assistent dagegen berechnet auf Knopfdruck sämtliche relevanten Stromkreise einer Anlage nach der IEC60079-14, bei Bedarf in nur einem Vorgang. Vom Gerät samt Baumuster-Prüfbescheinigungen über Stellenpläne bis zu den Berechnungsnachweisen hält EB alle Informationen zusammen. Das spart mühseliges Suchen und fehleranfällige Datenübertragungen.

Elektronisch signiert und zertifiziert

In verschiedenen Industrien werden absolut einwandfreie und rechtssichere Dokumentationen für die Anlagen verlangt. Die Software-Plattform unterstützt diese Anforderung mit mehreren Fähigkeiten, die auch dem strengen Regelwerk der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) gerecht werden. Das geforderte e-Recording deckt EB mit disziplinübergreifendem Tracken aller Änderungen jedes Assets inklusive vollständiger Änderungshistorie ab. Durch seine Mehrschicht-Architektur sind diese Informationen auch per Webservice sicher verschlüsselt abrufbar. Außerdem ermöglicht die Software jetzt auch die rechtssichere e-Signatur auf Anlagendokumenten. Dazu gehören u. a. ein Link zum Zertifikat der Unterschriftsberechtigung, Zeitstempel, Identifikationscodes und Passwort-geschützte Zugänge.

Das könnte Sie auch Interessieren

Weitere Beiträge

Bild: Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH
Bild: Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH
Im freien Fall

Im freien Fall

Schwere Maschinen im Spezialtiefbau benötigen präzise und zuverlässige Komponenten, um die jeweiligen Funktionen prozesssicher ausführen zu können. Bei den Rammgeräten der Firma Stump-Franki Spezialtiefbau gehören die absoluten Drehgeber WV58MR von Siko zum Sicherheitskonzept dazu. Sie sind an drei Seilwinden angebracht, um die Positionen der jeweilig daran befestigten Elemente zu detektieren.

mehr lesen
Bild: Posital-Fraba GmbH
Bild: Posital-Fraba GmbH
Safety First

Safety First

In sicherheitskritischen Motion-Control-Einsätzen sind aufwendig und teuer zertifizierte SIL Safety Encoder schon länger eine feste Größe. Eine Alternative sind divers-redundant ausgelegte Drehgeber aus Standard-Komponenten. Auch sie ermöglichen im Rahmen der vorgegebenen Normen ein hohes Sicherheitsniveau – und sollen gleichzeitig flexibel und preisgünstiger sein.

mehr lesen
Bild: Bosch Rexroth
Bild: Bosch Rexroth
Steuerungstechnik, 
IT und IoT sicher verbinden

Steuerungstechnik, IT und IoT sicher verbinden

Die Vernetzung in der Industrie und das damit verbundene Industrial Internet of Things (IIoT) definieren die Anforderungen an die Sicherheit neu – und damit auch an die eingesetzten Automatisierungslösungen. Da bei bestehenden Produkten Security-Features oft einzeln und teils nachträglich integriert werden müssen, damit sie in der vernetzten Welt standhalten, ist ein durchgängiges Sicherheitskonzept meist nicht möglich. Mit der Automatisierungsplattform ctrlX Automation hat Bosch Rexroth eine ganzheitliche Security-Lösung entwickelt.

mehr lesen

Anzeige

Anzeige

Anzeige