Mit der SPS-Messe zurück zur Normalität

Die SPS in Nürnberg ist das zentrale Ereignis im Kalender der Automatisierungsbranche. Doch im Corona-Jahr 2020 ist nichts, wie es sein sollte. Die SPS sieht sich als Vorreiter auf dem Weg zu einer Messe-Normalität in Corona-Zeiten. Das Konzept der Veranstalter orientiert sich an einfachen Maßnahmen: Abstandsregeln, Mund-Nasenschutz und Hygiene.
Die Industrie braucht Messen als ganz wichtige Austauschplattform, als Impulsgeber für die wirtschaftliche Weiterentwicklung, für Investitionen und Innovationen. Das ist die Rolle, die die SPS seit vielen Jahren spielt. Und das ist auch oder gerade in Zeiten gefragt, in denen es der Wirtschaft nicht so gut geht.
Die Industrie braucht Messen als ganz wichtige Austauschplattform, als Impulsgeber für die wirtschaftliche Weiterentwicklung, für Investitionen und Innovationen. Das ist die Rolle, die die SPS seit vielen Jahren spielt. Und das ist auch oder gerade in Zeiten gefragt, in denen es der Wirtschaft nicht so gut geht. Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH

Die SPS-Messe soll in diesem Jahr trotz Corona stattfinden?

Sylke Schulz-Metzner: Wir haben zwar in den letzten Monaten, in der die meisten unserer Aussteller und Besucher im Homeoffice gearbeitet haben, gelernt, unsere Kommunikation auf digitale Medien umzustellen. Trotz der vielen Möglichkeiten, die uns dieser Weg eröffnet, gibt es einen Punkt, der dabei zu kurz kommt, nämlich der unmittelbare, persönliche Austausch zwischen Ausstellern und ihren Kunden. Diese direkten Gespräche sind wichtig, um die optimalen Lösungsansätze für die Herausforderungen der Kunden zu finden. Messen wie die SPS spielen daher eine wichtige Rolle als Austauschplattform, Impulsgeber und Motor für die Industrie. Die SPS ist damit ein wichtiger Baustein für Innovationen in der Automatisierung, für Investitionen und somit für die wirtschaftliche Weiterentwicklung.

Viele Messen sind abgesagt worden. Warum kann die SPS gegen diesen Trend stattfinden?

Schulz-Metzner: Die Frühjahrsveranstaltungen sind in der frühen Phase von Corona abgesagt worden. Die SPS findet hingegen am Ende des Jahres statt. Das pauschale Verbot von Großveranstaltungen über 1.000 Personen ist in Bayern bereits im Mai wieder gekippt worden, weil man erkannt hat, dass man Messen nicht in die gleiche Kategorie einordnen kann wie beispielsweise ein Münchner Oktoberfest. Der Umgang und der Kontakt der Menschen untereinander ist dort ein völlig anderer. Seit dem 1. September dürfen in Bayern nun wieder Messen stattfinden. Wir haben gemeinsam mit der NürnbergMesse ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept erarbeitet und dort die Erfahrungen der vergangenen Monate berücksichtigt: Abstand hilft bei der Vermeidung von Ansteckungen ebenso wie das Tragen von Masken und natürlich auch entsprechende Hygienemaßnahmen. Dies alles gehört für die Menschen heute zum Alltag und zur Routine. Deswegen sind wir jetzt in einer ganz anderen Situation als die abgesagten Frühjahrsveranstaltungen.

Gab es größere Absagen bezüglich der Messeteilnahme?

Schulz-Metzner: Die Unternehmen halten uns wirklich die Treue. Absagen größerer Unternehmen haben wir nicht. Die SPS ist in diesem Jahr fast so groß, wie sie in den letzten beiden Spitzenjahren war. Das Gros der Aussteller wird sich in Nürnberg präsentieren und ich glaube, viele freuen sich auch darauf ein Stückweit zur Normalität zurückzukehren. Wir müssen lernen unser Wirtschaftsleben mit Corona zu gestalten, denn wir alle haben gespürt, wie gravierend die Auswirkungen des Lock-Downs nicht nur für unser Privatleben sondern auch für unser Wirtschaftsleben sind.

Wie normal kann eine Messe in Corona-Zeiten sein?

Schulz-Metzner: Auch zu Corona-Zeiten und damit in schwierigeren Umständen wollen wir mit unserem verantwortungsvollen Hygiene- und Sicherheitskonzept dafür sorgen, dass der konstruktive, persönliche Dialog und der unmittelbare Austausch zwischen Ausstellern und Besucher auf der SPS auch in diesem Jahr wieder im Vordergrund stehen. Dass Innovationen und neue Konzepte erlebt werden und neue Lösungsansätze für die digitale Transformation gefunden werden. Deshalb gelten auch auf der SPS wie in unserem Alltag die Abstandsregeln. Das heißt Aussteller und Besucher müssen 1,50m voneinander entfernt sein in den Gesprächen. Ich glaube, das wird gut funktionieren. Zusätzlich ist nach momentanem Stand die Maskenpflicht notwendig. Das sind die beiden wesentlichen Maßnahmen, die eingehalten werden müssen. Ansonsten gibt es für Aussteller sehr wenige Richtlinien, an die sie sich halten müssen. Dazu gehören einfache Hygieneregeln wie der Verzicht auf das Händeschütteln, regelmäßige Desinfektionen usw. – nichts, was Aussteller vor Probleme stellt sondern einfache, allgemeingültige Hygieneregeln.

Wie können Abstände eingehalten werden

Schulz-Metzner: Das sollte für Besucher und Aussteller der SPS kein Problem sein: Wir stellen durch eine Reihe von Maßnahmen auf der SPS sicher, dass alle Messeteilnehmer einen Mindestabstand von 1,5m zueinander einhalten können. In den Eingangsbereichen der Messe sowie in den Messehallen beobachten und steuern wir die Besucherströme, damit eine zu hohe Personendichte vermieden wird und die Besucher die geforderten Abstände einhalten können. In den Messehallen setzen wir beispielsweise spezielles Personal ein, das darauf achtet, dass Menschenansammlungen vermieden und die Abstände eingehalten werden. Wir schaffen außerdem in jeder Messehalle Wartebereiche und Kommunikationszonen für denjenigen Besucher, der einen Messestand aufgrund zu hoher Besucherresonanz lieber aktuell nicht besuchen möchte. Wir empfehlen auch unseren Ausstellern einen klaren Ein- und Ausgang auf dem Stand einzurichten wo dies möglich und sinnvoll ist. Aber natürlich hat jeder Teilnehmer auf der Messe, ob Aussteller, Besucher, Journalisten oder Dienstleister, auch eine eigene Verantwortung die vorgegebenen Mindestabstände einzuhalten, so wie in unserem Alltag auch.

Gibt es eine Höchstgrenze der Besucherzahlen?

Schulz-Metzner: Die maximale Besucherzahl orientiert sich an der Veranstaltungsfläche der SPS. Gemessen an der Besucherzahl der letzten Jahre sowie an der Größe der Veranstaltungsfläche gehen wir aber davon aus, dass es keine Besuchereinschränkung geben muss. Das Ticketkontingent für die Besucher pro Tag liegt so hoch, dass eine Besucherzahl wie in normalen Jahren möglich ist.

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