Peter Herweck erläutert im Gespräch die neue Steuerungsstrategie von Schneider Electrics EcoStruxure

„Automation Expert ist ein Gamechanger“

Automation Expert ist einer der jüngsten Bestandteile von EcoStruxure, also der IIoT-Architektur von Schneider Electric. Nachdem wir bereits im Oktober 2020 die Gelegenheit hatten, einen ersten Blick auf das hardwareunabhängige Automatisierungswerkzeug zu werfen (SPS-MAGAZIN Ausgabe 11 S.37ff. und Ausgabe 12 S.70ff.) folgte in diesem Jahr der offizielle Launch. Und während unser erster Bericht auf die Beschreibung des einzelnen Bausteins abzielte, ordnet dieser Artikel den Automation Expert im Gesamtkonzept von EcoStruxure ein und stellt die Zusammenhänge mit anderen Architekturbestandteilen her.
 Peter Herweck, Vorstandsmitglied von Schneider Electric
(seit Mai 2021 CEO von Aveva)
Peter Herweck, Vorstandsmitglied von Schneider Electric (seit Mai 2021 CEO von Aveva)Bild: Schneider Electric Automation GmbH

Im April diesen Jahres wurde Automation Expert offiziell vorgestellt. Im Zusammenhang mit diesem Launch konnten wir mit Peter Herweck, Vorstandsmitglied von Schneider Electric und weltweit verantwortlich für den Geschäftsbereichs Industrial Automation – ein Interview führen – das war im April. Wenige Tage nach unserem Interview wechselte Herweck als CEO zu Aveva, einem der größten Anbieter für Industriesoftware und seit 2017 Teil des Schneider Electric Konzerns. Das Zusammenspiel von EcoStruxure und Aveva Software ist auch Thema dieses Interviews und bietet einen kleinen Eindruck von der Integration beider Welten nach der Fusion.

Was ist eigentlich EcoStruxure?

EcoStruxure heißt die IIoT-Architektur von Schneider Electric. Durch Eigenentwicklungen und strategische Zukäufe ist im Laufe der Jahre eine mächtige Lösungssuite für die industrielle Digitalisierung und Automatisierung für OEMs und Endanwender zahlreicher Branchen gewachsen. Herweck beschreibt dies wie folgt: „EcoStruxure ist eine Architektur, mit der die großen Trends in der Industrie, der Gebäudetechnik, der Energietechnik und in der IT-Branche, bestmöglich und so einfach wie möglich umgesetzt werden können. Um die immer größer werdenden Herausforderungen mit Partnern lösen zu können, braucht man eine Architektur, welche auf offenen Standards basiert und die eine einfache Kommunikation über die verschiedenen Ebenen erlaubt. Unsere Antwort darauf ist die bereits im zwölften Jahr existierende Architektur Ecostruxure.“

Die Langfriststrategie

In großen vernetzten Systemlandschaften werden an vielen Stellen schnelle logische Verknüpfungen benötigt. In der klassischen Automatisierung übernimmt dies eine SPS-Hardware. In der Ecostruxure-Welt von Schneider Electric kommt für diese Aufgabe der Automation Expert zum tragen. Damit sollen im Endausbau heterogene Landschaften in Hinsicht auf unterschiedliche Technologien und Hersteller und somit auch breitere Kundenzielsegmente, also auch Branchen, abgedeckt werden. Herweck erläutert: „Vor etwas mehr als zwei Jahren haben wir den Entschluss gefasst, eine einheitliche Automatisierungslösung für alle Anwendungen von der Prozesswelt bis in die Fertigungsautomatisierung aufzusetzen, dass auch höchste Ansprüche bezüglich Motion und Safety erfüllt. Das ist heute noch nicht alles mit dem Automation Expert möglich, wir wissen aber, dass es möglich sein wird, und werden es Schritt für Schritt umsetzen. Am Ende steht ein System, mit dem man alle Disziplinen in einem Engineeringwerkzeug abdeckt und das unseren Kunden einen erheblichen Vorsprung bei der Engineeringeffizienz verschafft, weil wir es mit genau diesem Ziel entwickelt haben. Neben der Effizienz geht es natürlich auch um Skalierbarkeit und somit proaktiven Investitionsschutz seitens unserer Kunden.“

Entkopplung von Hard- und Software

Mit Automation Expert trennt Schneider Electric die Steuerungssoftware von der Hardware und öffnet diese gleichzeitig für andere Anbieter – durchaus auch Wettbewerber. „Wir bieten mit Automation Expert eine Steuerungssoftware an, die auf den unterschiedlichsten Hardwareplattformen laufen kann und die nicht nur mit Schneider Electric-Hardware funktioniert. Das fängt an mit einem Raspberry Pi, geht hin zu modernen intelligenten E/A-Systemen bis hin zu IPCs von Firmen wie z.B. Beckhoff oder auch SPS-Hardware von großen Mitbewerbern im SPS-Markt. Das entspricht der grundsätzlich offenen Philosophie von Schneider.“

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Schneider Electric Automation GmbH

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