Digitalisierungsstrategien für den Maschinenbau
Ausprobieren statt abwarten!
An der Digitalisierung führt auch im Maschinen- und Betriebsmittelbau kein Weg vorbei. Doch um Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe mit Hilfe der neuen Technologien effizienter zu gestalten, müssen sie ganzheitlich betrachtet werden. Das belegt eine neue Studie zu Digitalisierungstrends im Maschinenbau. Frank Piller, Professor an der RWTH Aachen, betont in diesem Kontext: Wer sich nicht traut, neue Prozesse zu definieren oder zu erfinden und Dinge auszuprobieren, wird langfristig vom Markt verschwinden.

Neue Strategien umsetzen

Zwar sind bereits in einigen Unternehmen Ansätze für eine Digitalisierungsstrategie vorhanden, doch haben laut Umfrage nur 9,2 Prozent solche bereits umgesetzt. Die Kombination aus Branche, Unternehmensgröße und spezifischen Marktgegebenheiten scheint für standardisierter Transformationsprozesse zu individuell zu sein. „Der digitalisierte Maschinenbau führt zu Geschäftsmodellerneuerungen“, prognostiziert Piller. „Künftig entstehen z.B. neue Betreibermodelle. Dabei kauft der Kunde nur eine gewisse Laufzeit als Miete ein, die Maschine selbst bleibt aber Eigentum des Herstellers.“ Durch die permanente Verfügbarkeit der Daten ist eine vorausschauende Wartung möglich. Service-Einsätze sind dadurch besser planbar, Maschinenanomalien fallen frühzeitig auf und Stillstandszeiten werden deutlich reduziert.

Lösungen testen

Digitalisierung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert eine bewusste strategische Unternehmensentscheidung. „Um smarte Lösungen für die Zukunft zu finden, muss sich eine Kultur des Ausprobierens etablieren“, fordert Piller. Über Plattformen, wie Adamos, können Maschinenbauern ihren Kunden mit geringem Aufwand erprobte Lösungen für die digital vernetzte Produktion anbieten. Ein Vorteil: Die Lösungen und entsprechenden Services stehen allen Beteiligten zentral zur Verfügung. In Verbänden findet zudem vorwettbewerbliche Forschung statt. Gemeinsam entwickeln die Adamos-Mitglieder ein Grundkonzept, das jedes Unternehmen anschließend für sich nutzt und individuell erweitert. So werden Synergien genutzt. Die Unternehmen vernetzen sich mit passenden Kooperationspartnern und steigern so ihre Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem für KMU bieten sich dabei aufgrund ihrer Strukturen und flachen Hierarchien hohe Chancen. Geschäftsführer sollten frühzeitig technikaffine Mitarbeiter als zentrale Schnittstelle an das Unternehmen binden. Denn bei allen Prozessen und Veränderungen muss der Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen. „Im Zeitalter von Industrie 4.0 sollte Ausprobieren ausdrücklich erwünscht sein“, so Piller, „denn falscher Respekt vor Digitalisierung bringt keine Ergebnisse.“

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