Sicherheitsschaltgerät als Schnittstelle zwischen Roboter und Presse

Safety prêt-à-porter

Weil ein Hersteller von Küchenbeschlägen seine Biegemaschinen künftig sowohl von Hand als auch per Roboter beschicken will, stand eine Revision des Sicherheitskonzeptes an: Mit dem vorkonfektionierten Sicherheitsschaltgerät myPNOZ von Pilz gelang es dem Automatisierungsdienstleister Peter Huber, die Schnittstelle zwischen Biegemaschine und Roboter sicher zu machen. Dabei musste weder in vorhandene Sicherheitssteuerungen eingegriffen noch eine komplett neue Safety-Lösung aufgebaut werden.
 Das kundenspezifisch vorgefertigte Sicherheitsschaltgerät myPNOZ ermöglicht ein zuverlässiges und sicheres Miteinander von Mensch, Roboter und Biegemaschine.
Das kundenspezifisch vorgefertigte Sicherheitsschaltgerät myPNOZ ermöglicht ein zuverlässiges und sicheres Miteinander von Mensch, Roboter und Biegemaschine.Bild: Pilz GmbH & Co. KG

Früher galten Pressen als träge und unflexibel. Nicht zuletzt durch moderne Safety- und Security-Lösungen sind insbesondere kompakte Biegemaschinen heute vielseitig einsetzbar und wesentlich produktiver. Insbesondere dort, wo Stückzahlen gering und Produktwechsel häufig sind, legen Betreiber Wert auf Flexibilität und kurze Umrüstzeiten. Leistungsfähige und unauffällig im Hintergrund agierende Sicherheitskonzepte sind der Grund, dass Pressen heute weitgehend ohne feste Einhausungen auskommen. Sie stellen sicher, dass der Bediener störungs- und gefährdungsfrei arbeiten kann und die Maschinen auch nicht manipuliert werden.

 Das kamerabasierte Schutzsystem PSENvip von Pilz sorgt an der Biegemaschine von Huber für die Sicherheit des Bedienpersonals.
Das kamerabasierte Schutzsystem PSENvip von Pilz sorgt an der Biegemaschine von Huber für die Sicherheit des Bedienpersonals.Bild: Pilz GmbH & Co. KG

Passgenaues Maschinen-Update

Verändern sich die Anforderungen z.B. bei der Teilezu- und abfuhr, kann eine Neubewertung der Risiken sowie eine Revision des Sicherheitskonzeptes die Folge sein. Zu Beginn des Jahres 2021 erhielt die Schweizer Firma Huber den Auftrag, die Biegemaschinen eines Kunden für die Beschickung sowohl per Roboter als auch von Hand steuerungs- und sicherheitstechnisch auf- bzw. umzurüsten. Neben den Anforderungen an die Ökonomie, Flexibilität und Effizienz der angestrebten Lösung lautete eine zentrale Bedingung im Lastenheft, dass nach Möglichkeit die bestehenden Steuerungen weiter genutzt werden sollten. „Der Wunsch unseres Kunden verändert die Rahmenbedingungen in mehrerlei Hinsicht. Steuerungs- und sicherheitsseitig stellt die Kooperation zwischen Mensch, Roboter und Maschine eine große Herausforderung dar“, sagt Erich Schumacher, Projektleiter bei Huber. Das Unternehmen macht seit mehr als 40 Jahren aus mitunter komplexen Kundenanforderungen in den Bereichen Steuerung, Robotik, Handling-Systeme, Daten- und Leitstand-Systeme oder Retrofits wirtschaftliche und moderne Lösungen. „Als Spezialisten für Steuerung, Daten und Systeme automatisieren und integrieren wir Prozesse und Anlagen in unterschiedlichen Branchen. Dabei begleiten wir unsere Kunden von der Konzeption bis zur finalen Inbetriebnahme“, betont Severin Schädler, Prozessanalyst, Systemdesigner und Mitinhaber des Unternehmens.

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