Überwachung von Zuführmagazinen für Kartonzuschnitte

Einlagemenge erfassen, Unfallgefahren vermeiden

Der Safeguard Detector ist ein TÜV-zertifiziertes Sicherheitssystem zur Reststapeldetektion in Zuführmagazinen für Kartonzuschnitte. Es gewährleistet, dass sich immer eine ausreichende Einlagemenge an Zuschnitten im Magazin befindet. So wird ein gefährlicher Griff in die dahinterliegende Entnahme- und Aufrichtmechanik der Maschine sicher verhindert. Im Vergleich zu trennenden Schutzmaßnahmen ist das System nicht nur platzsparender und ergonomischer, sondern auch flexibel bei Formatwechseln.
Der Safeguard Detector ist ein TÜV-zertifiziertes Sicherheitssystem zur Reststapeldetektion in Zuführmagazinen für Kartonzuschnitte.
Der Safeguard Detector ist ein TÜV-zertifiziertes Sicherheitssystem zur Reststapeldetektion in Zuführmagazinen für Kartonzuschnitte.Bild: Sick AG

Six-Packs – sei es als klassische Sechserträger mit Kartonmanschette, mit Top-Clip oder als Tray-Gebinde mit Tragegriff – gehören im Biermarkt zu den erfolgreichsten Gebindegrößen. Damit beispielsweise Wrap-around-Maschinen solche Mehrfachträger bilden können, stellen Zuschnittmagazine flache Schachtelzuschnitte bereit, die z.B. durch einen Drehabnehmer oder ein Vakuumgreifelement vom Zuschnittstapel abgezogen, vereinzelt und in der Maschine aufgerichtet werden.

Sobald die MultiPuls-Lichttaster eine kritische Reststapelmenge detektieren, werden die Ausgänge der Flexi Soft abgeschaltet und die Maschine sicherheitsgerichtet gestoppt
Sobald die MultiPuls-Lichttaster eine kritische Reststapelmenge detektieren, werden die Ausgänge der Flexi Soft abgeschaltet und die Maschine sicherheitsgerichtet gestopptBild: Sick AG

Zuschnitt Zuführung gegen Unfallgefahren absichern

Sicherheitstechnisch betrachtet erfüllen eine ausreichende Menge an Kartonzuschnitten im Magazin die Funktion einer trennenden Schutzeinrichtung. Sie versperren die Öffnung vom Zuschnittmagazin in den eigentlichen Verpackungsprozess und verhindern so das direkte Eingreifen des Bedieners in die sich bewegende Mechanik der Maschine. Läuft das Zuschnittmagazin jedoch leer, wird dieser Bereich der Maschine ungeschützt zugänglich. Das Eingreifen in die laufende und damit gefahrbringende Bewegung, z.B. bei einem Materialwechsel oder einer Fehlerbehebung, birgt schwerwiegende Verletzungsgefahren. Diese gilt es, durch geeignete sicherheitsgerichtete Maßnahmen auszuschließen – zumal auch die EN415-7 ‚Sicherheit von Verpackungsmaschinen‘ fordert, dass Öffnungen in trennenden Schutzeinrichtungen – wie sie u.a. durch leere Zuschnittmagazine entstehen – abgesichert werden müssen. Umgesetzt wird die Schutzfunktion in vielen Fällen bislang durch mechanische Konstruktion, durch die der geforderte Mindestabstand zur Gefahrenstelle eingehalten wird. Eine Alternative hierzu ist, das Magazin in einer Höhe zu platzieren, die zum Teil nur mit einer Steighilfe erreicht werden kann. Beide Maßnahmen sind jedoch nur wenig ergonomisch – sie erschweren die routinemäßige Magazinbefüllung und machen diese zudem sehr zeitaufwändig. Hinzu kommt, dass sie erheblichen mechanischen Zusatzaufwand darstellen, viel Bauraum benötigen und bei wechselnden Kartonformaten keine oder nur eine eingeschränkte Flexibilität bieten.

Die Systemlösung besteht aus zwei MultiPulse-Lichttastern sowie einer modularen Sicherheitssteuerung Flexi Soft.
Die Systemlösung besteht aus zwei MultiPulse-Lichttastern sowie einer modularen Sicherheitssteuerung Flexi Soft.Bild: Sick AG

Sichere Magazinüberwachung mit TÜV-zertifiziertem System

Intelligente Sensor- und Steuerungslösungen haben es in den letzten Jahren ermöglicht, Produktivitäts- und Sicherheitsziele gleichzeitig zu erreichen. Dies gilt nun auch für die Überwachung von Zuschnittmagazinen an Verpackungsmaschinen: Der Safeguard Detector ist ein alternativer Ansatz, der eine zertifizierte Sicherheitsüberwachung gewährleistet und in konstruktiver Hinsicht neue Möglichkeiten für eine ergonomischere und platzsparendere Maschinengestaltung eröffnet. Die Systemlösung besteht aus zwei MultiPulse-Lichttastern sowie einer modularen Sicherheitssteuerung Flexi Soft. Als zertifiziertes System erfüllt der Safeguard Detector die normativen Anforderungen bis SILCL2 nach EN62061 sowie PLd nach EN ISO13849-1. Die MultiPulse-Sensoren des Safeguard Detector erfassen die Kartonzuschnitte im Zuschnittmagazin. Sie sind in der Lage, sowohl sehr helle als auch sehr dunkle Farben und Oberflächen von Kartonzuschnitten mit höchster Zuverlässigkeit zu detektieren. Angeschlossen sind beide Sensoren an eine modulare Sicherheitssteuerung Flexi Soft. Sie wertet die Signale der MultiPulse-Sensoren mit Funktionsblöcken aus. Sobald die MultiPuls-Lichttaster eine Reststapelmenge detektieren, werden die Ausgänge der Flexi Soft abgeschaltet und die Maschine sicherheitsgerichtet gestoppt. Sie kann erst dann wieder gestartet werden, wenn das Zuschnittmagazin ausreichend aufgefüllt wurde.

Die MultiPulse-Lichttaster benötigen aufgrund des kleinen Sensorgehäuses wenig Montageplatz.
Die MultiPulse-Lichttaster benötigen aufgrund des kleinen Sensorgehäuses wenig Montageplatz.Bild: Sick AG

Produktivität und Sicherheit perfekt aufeinander zugeschnitten

Ob Neumaschine oder Retrofit – der Safeguard Detector lässt sich sensor- und steuerungstechnisch auf einfache Weise integrieren. Das System gewährleistet die zuverlässige Überwachung der erforderlichen Mindesteinlagemenge im Zuschnittmagazin – und sorgt so bei der Bildung von Verpackungseinheiten für eine hohe Verfügbarkeit und Produktivität von Kartonierern oder Wrap-Around-Packern. Darüber hinaus bietet es dem Maschinenbetreiber ein großes Maß an Flexibilität bei wechselnden Zuschnittformaten. Die MultiPulse-Lichttaster benötigen aufgrund des kleinen Sensorgehäuses wenig Montageplatz. Im Gegensatz zu Tunnelsystemen können die Abstände zur Gefahrstelle und damit der Flächenbedarf des Maschinengrundrisses klein gehalten werden. Bei einer Formatumstellung ändert sich die sicherheitstechnische Anordnung nicht, weil die Seitenführungen des Kartonmagazins immer den gleichen Abstand zur Kontur der Formatzuschnitte haben. Die Kartonmagazine werden durch diese Form der Überwachung besser zugänglich und bedienfreundlicher – die Verpackungsmaschine ist dadurch in kurzer Zeit bereit für neue Kartonformate. Was den Schutz des Maschinenbedieners betrifft ist der Safeguard Detector als System sicherheitszertifiziert – eine zusätzliche Sicherheitsbetrachtung ist nicht nötig.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Sick AG
http://www.sick.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Weitere Beiträge

Bild: Pilz GmbH & Co. KG
Bild: Pilz GmbH & Co. KG
Sicher in 
Bewegung

Sicher in Bewegung

Wenn sich Mensch und Maschine einen Arbeitsraum teilen, dann kommt dem Thema Sicherheit sehr hohe Bedeutung zu. Der Automatisierungsanbieter Pilz unterstützt sowohl Hersteller von fahrerlosen Transportfahrzeugen als auch die Betreiber der entsprechenden Intralogistik-Anwendungen – damit FTS-Anwendungen nicht nur sicher, sondern auch produktiv sind.

mehr lesen
Bild: ProSoft Software Vertriebs GmbH
Bild: ProSoft Software Vertriebs GmbH
Erst mal durch 
die Datenschleuse

Erst mal durch die Datenschleuse

Der Grad der Vernetzung und Digitalisierung in der Produktion hat in Deutschland gerade bei KMUs noch viel Potenzial. 2018 lag die Digitalisierungsquote erst bei 30 Prozent, respektive 20 Prozent bei kleineren Unternehmen. Durch die konsequente Digitalisierung kann laut der Unternehmensberatung McKinsey der Wirtschaftsstandort Deutschland bis 2025 insgesamt 126 Milliarden Euro zusätzlich an Wertschöpfung erreichen und Standortnachteile abfedern. Immerhin 25 Prozent der Wertschöpfung entfallen in Deutschland auf das produzierende Gewerbe.

mehr lesen
Bild: © Wilhelm Mierendorf / Telent GmbH
Bild: © Wilhelm Mierendorf / Telent GmbH
Sicherheit
durch Zwiebelschichten

Sicherheit durch Zwiebelschichten

Smarte Produktionsmaschinen und intelligente Steuerungen in kritischen Infrastrukturen sind oft schlecht gerüstet gegen Cyberangriffe. Ob Systeme mit veralteter Firmware oder im Internet frei zugängliche Bedienoberflächen – es gibt immer mehr eklatante Schwachstellen, die Cyberkriminelle geschickt ausnutzen. Sind Hacker erst einmal in ein OT-Netz eingedrungen, ist die Gefahr groß, denn noch besitzen die wenigsten Betriebe moderne Sicherheitsarchitekturen wie Defense in Depth. Das wie eine Zwiebel aufgebaute Konzept schützt das Kernnetz mit mehreren spezialisierten Verteidigungsschichten.

mehr lesen

Anzeige