Der Einsatz von Energieführungsketten resultiert aus einer Reihe von Vorteilen: Ihre Anwendung ist selbst in kritischer Umgebung wie bei Feuchtigkeit, Witterungseinflüssen, Staubbelastung und heißen Spänen möglich. Neben den Leitungen für die Energie finden Datenleitungen Platz. Auch die Kombination mit Druckluft- oder Hydraulikleitungen ist möglich. Die Energieführungsketten lassen sich schnell montieren bzw. beladen, und im Betrieb treten kaum Wartungsarbeiten auf.
Systemauswahl
Eine erste Vorauswahl der richtigen Energieführungskette liefert die Anwendung, die z.B. die Begwegungsrichtung in ein-, zwei- oder dreidimensionale Richtung vorgibt. Beim Einsatz an Robotern können Torsionsbewegungen hinzukommen. Diese Roboterbewegung erfordert spezielle Energieführungsketten. Die Umgebungsbedingungen schränken die Auswahl der Kettenmodelle ebenfalls ein. Bei starken Verschmutzungen eignen sich geschlossene Systeme, bei heißen Spännen oder Schweißfunken Metallausführungen wie z.B. ein Stahlband. Bei der Auswahl eines Energieführungsketten-Systems sind u.a. folgende Faktoren zu berücksichtigen: 1. die Anzahl und der Außendurchmesser der zu verlegenden Leitungen bzw. Schläuche, 2. das Gesamtgewicht aller Leitungen pro Meter, 3. Höhe und Breite der Kettenglieder, 4. der Krümmungsradius der Kette, der sich aus den kleinsten zulässigen Biegeradien der Leitungen ergibt, 5. die Kettenlänge, die sich aus dem gewählten Krümmungsradius und dem Verfahrweg ermitteln lässt, 6. die gewünschte Geschwindigkeit und Beschleunigung der beladenen Energieführungskette. 7. Bei größeren Verfahrwegen kann es notwendig sein, eine Führungsschiene bzw. Ablegerinne für die Kette zu montieren. Ganz ohne die Stützen kommen die Ketten bei hängendem bzw. stehendem Einsatz aus. Allerdings gelten hier besondere Einschränkungen hinsichtlich der zulässigen Verfahrwege.
Einbauformen
Das Bild einer horizontalen, freitragenden Energieführungskette dürfte die gebräuchlichste Einbauvariante sein. In der Praxis ist jedoch eine Vielzahl von Varianten möglich, die dann vor allem den Verfahrweg einschränken. Etwas aus dem Rahmen fallen horizontal um 90° gedrehte Ketten und solche, die in dieser seitlichen Lage Kreisbewegungen ausführen. Da in dieser Lage die Kettenvorspannung unwirksam ist, sind kürzere Längen bzw. eine stabilisierende Unterlage erforderlich. Bei normaler, horizontaler Ausrichtung dient die Kettenvorspannung dazu, die freitragende Länge der Kette zu vergrößern, indem die Beladung berücksichtigt wird. Ohne Vorspannung legt sich der obere Teil der Kette (Obertrum) nach einem kürzeren Weg auf den unteren Teil der Kette (Untertrum). Bei langen Verfahrwegen ist die Berührung für die klassischen Systeme nicht zu vermeiden. Die Gleiteigenschaften der verwendeten Kunststoffe und eine geeignete Konstruktion der Kettenglieder ermöglicht die Funktion in diesem Zustand, bei reduzierter Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung. Ist von vorneherein eine gleitende Anwendung der Energieführungsketten geplant, wählt man Ketten ohne Vorspannung aus.
Einsatz im Ex-Bereich
Energieführungsketten können in den Zonen 1 oder 21 bei extrem zündempfindlichen Stäuben eingesetzt werden, wenn ihre Bestandteile wie Kettenglieder, Anschlüsse und Zugentlastungen aus einem leitfähigen Kunststoff oder Metall bestehen und geerdet sind. Außerdem ist ein dauerhafter Potenzialausgleich zu den verwendeten Maschinen vorzusehen. Mit Neuentwicklungen wie der Magnetkette lassen sich Verschleiß und Geräuschbildung bei langen Verfahrwegen reduzieren. Davon profitieren der Kranbau, Regalbediengeräte oder Verteilerwagen in Förderanlagen. Die sich abstoßenden, gleichpoligen Magnete sorgen auch bei einer Zuladung des Obertrums für den notwendigen Abstand. (ghl)
















