Die Preisträger des Intelligent Manufacturing Award

Digitaler Zwilling vorn

Die Gewinner des Mima-Awards 2021 stehen fest. Microsoft Deutschland und die Unternehmensberatung Roland Berger haben sie mit einer Jury aus Experten bei einem virtuellen Pitch Day ausgewählt. Der Preis zeichnet Vordenker aus, die mit ihren Ideen und Lösungen die Zukunft der Industrie gestalten.
Bild: WITTENSTEIN SE

Digitale Zwillinge sind offenkundig preiswürdig! Denn fünf von sechs Preisträgern des Microsoft Intelligent Manufacturing Award (Mima) haben ihren Gewinn mehr oder weniger dem Digital Twin zu verdanken: Wittenstein, Haselmeier und Bosch wurden direkt für Digital-Twin-Applikationen ausgezeichnet, die Ziegelbrennerei Wienerberger und der Gesamtsieger Dürr erhielten den Preis für Energieeffizienz- und Wartungslösungen, die nur dank des digitalen Zwillings funktionieren. Lediglich BMW hat mit seiner globalen Softwareverteilung für Edge-Geräte nicht direkt mit den digitalen Zwillingen zu tun, wenngleich sicher mancher Twin auf Edge-Maschinen läuft. Unter dem Motto ‚Bring Value to Data‘ hatten Industrieunternehmen aus der Fertigungs-, Prozess- oder Automobilindustrie ihre Bewerbungen für die Auszeichnung eingereicht. Gesucht waren Anwendungsfälle aus dem operativen Bereich für die Fabrik der Zukunft: innovative digitale Lösungen, die den Wandel in der Fertigungsindustrie zur Industrie 4.0 vorantreiben. „Die große Menge und die hohe Qualität der Bewerbungen hat uns sehr gefreut, aber nicht überrascht“, sagt Till Hertwig, Industry Executive Manufacturing bei Microsoft Deutschland. „Wir kennen die Stärken der Branche und ihre große Innovationsfähigkeit.“

Dürr Systems hat den Gesamtsieg mit KI für Verschleiß- und Anomalierkennung erhalten. Mit ihrer Lösung DXQanalyze lassen sich Produktionsdaten sowohl auf Maschinen-, als auch auf Fabrikebene auswerten, um Anomalien zu erkennen und Zusammenhänge über zahlreiche Produktionsschritte hinweg herzustellen. Dadurch können Maschinenstillstände verhindert und Ausschuss verringert werden. Das Unternehmen Haselmeier gewann gemeinsam mit dem Fraunhofer Technologie-Spinoff Plus10 den Preis in der Kategorie ‚Innovate!‘. Die beiden Unternehmen bewiesen, dass kontinuierlich lernende Optimierungsregelkreise für automatisierte Produktionsanlagen der Medizintechnik- oder Pharma-Branche einsetzbar sind.

Wittenstein gewann zusammen mit Xitaso in der Kategorie ‚Scale!‘ für ihre Anwendung der Asset Administration Shell als standardisierten digitalen Zwilling, der physische Industrieprodukte mit der digitalen Welt verbindet. Und auch in der Kategorie ‚Add Value!‘ hat ein digitaler Zwilling das Rennen gemacht: Bosch hat einen Digital Twin für Integrated Asset Performance Management (IAPM) ins Rennen geschickt, der Maschinen selbstständig kommunizieren lässt: Die Maschinen senden rechtzeitig Notrufsignale an das Personal, wenn bestimmte Fehlersymptome auftreten.

Der Automobilkonzern BMW räumte den Preis in der Kategorie ‚Envision!‘ ab: Mit seinem BMW Group Edge Ecosystem lassen sich beliebige Endgeräte in kompatible Edge-Devices umfunktionieren. Durch die sogenannte Zero-Touch-Installation können sie voll automatisiert provisioniert werden. Über den Edge Store wird anschließend eine standardisierte globale Software-Verteilung auf die Geräte im Self-Service ermöglicht. Ziegelhersteller Wienerberger konnte zusammen mit SAS Energieverbrauch und Emissionen automatisiert reduzieren, weswegen sie die Preisträger der in diesem Jahr erstmals prämierten Kategorie ‚Sustainability!‘ sind. Auch hier erfolgte die Prozessoptimierung zur Produktion von Ziegeln mittels Digital Twin.

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