Maschinenmonitoring in der Zulieferindustrie
Einfach implementier- und nachrüstbar
Nahe dem Schloss Neuschwanstein, im Herzen Bayerns am Forggensee, liegt das Unternehmen Eberle Rieden. Vor 33 Jahren als Werkzeugbau gegründet, produziert das Unternehmen heute Stanz- und Stanz/Biegeteile für einen großen internationalen Kundenstamm der unterschiedlichsten Branchen, vorrangig aus dem Bereich Automotive und weiteren Industriezweigen, wie der Elektro- und Möbelindustrie. Bei den durchgeführten Maßnahmen zur Optimierung der Produktion griff das Unternehmen auf eine Lösung von Werma zurück.
 Aktuell sind bei Eberle Rieden 60 Maschinen mit Smartmonitor ausgestattet. Dies entspricht mehr als 95 Prozent des gesamten Maschinenparks.
Aktuell sind bei Eberle Rieden 60 Maschinen mit Smartmonitor ausgestattet. Dies entspricht mehr als 95 Prozent des gesamten Maschinenparks.Bild: Werma Signaltechnik GmbH & Co. KG

Eberle Rieden beschäftigt derzeit fast 180 Mitarbeiter am Standort und hat einen Jahresumsatz von derzeit 34 Mio.€. Dabei gehört das Unternehmen seit mehr als 14 Jahren zur Kern-Liebers-Firmengruppe mit mehr als 50 Einzelgesellschaften. Seit mehr als drei Jahren ist Frank Laurin inzwischen bei Eberle Rieden tätig und als Produktionsleiter auf einer Fläche von mehr als 10.000 m² für die Herstellung sämtlicher Produkte sowie für die Mitarbeiter verantwortlich, welche hier im Drei-Schicht-Betrieb tätig sind. „Ich denke, jeder ist schon einmal mit einem unserer Produkte in Berührung gekommen“, sagt Frank Laurin. „Sie finden sie etwa als Schließbügel oder Airbag Clip in Ihrem Fahrzeug oder als Scharnier an einem Ihrer Möbelstücke.“ Gerhard Schöll, Geschäftsführer bei Eberle Rieden sagt: „Wir haben uns eine Nullfehlerpolitik bei allen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen auf die Fahnen geschrieben. Da war es uns sehr wichtig, für unseren Produktionsbereich ein smartes, transparentes und cleveres System zu finden, welches uns eine maximale Transparenz ermöglicht.“

 Bei der Werma-Lösung entsteht durch die intelligente Vernetzung von Signalsäulen eine einfache, nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen.
Bei der Werma-Lösung entsteht durch die intelligente Vernetzung von Signalsäulen eine einfache, nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen.Bild: Werma Signaltechnik GmbH & Co. KG

Auf der Suche nach einer Lösung

„Wir hatten in der Fertigung stets mit zwei Problemen zu kämpfen: Erstens war das vorliegende Datenmaterial nicht aktuell und nicht detailliert genug. Zweitens wurden wichtige Informationen von den Mitarbeitern handschriftlich erfasst und in Papierform verwaltet. Diese manuelle Vorgehensweise war sehr fehlerbehaftet, da die Informationen verloren gingen, nicht an die nächste Schicht übergeben oder falsch interpretiert wurden“, sagt der Produktionsleiter. Geschäftsführer Schöll pflichtet seinem Mitarbeiter bei: „Auch der Gehalt der Informationen war zu gering, um daraus belastbare Daten zu gewinnen oder gar Kennzahlen abzuleiten.“ Er ergänzt: „Da unsere Kunden vorrangig aus der Automotive-Branche kommen, sind die Anforderungen in Punkto Schnelligkeit und Qualität enorm hoch. Das System musste höchsten Ansprüchen standhalten und dennoch einfach und schnell zu bedienen sein.“ „Die Idee, dass wir unsere vorhandenen Signalsäulen nutzen können, hat mir von Beginn an gefallen“, erzählt Frank Laurin. Gestartet hat das Unternehmen mit sieben Maschinen in einem separat zu betrachtenden Produktionsbereich. Diese erste Implementierung in einem Pilotbereich verlief erfolgreich, fünf Monate später wurde der nächste Bereich dazu genommen. Inzwischen ist auf beinahe jeder der Maschinen in der Produktion eine Werma-Signalsäule angebracht, ältere Maschinen wurden nachgerüstet, neue mit den Leuchten inklusive Smartmonitor bestellt. Frank Laurin: „Aktuell sind bei Eberle Rieden 60 Maschinen mit Smartmonitor ausgestattet. Dies entspricht mehr als 95 Prozent des gesamten Maschinenparks.“

 Geschäftsführer Gerhard Schöll und Produktionsleiter Frank Laurin beim täglichen Shopfloor-Meeting in der Fertigung.
Geschäftsführer Gerhard Schöll und Produktionsleiter Frank Laurin beim täglichen Shopfloor-Meeting in der Fertigung.Bild: Werma Signaltechnik GmbH & Co. KG

Funktionsweise des Datenerfassungssystems

Inzwischen setzt Eberle Rieden seit mehr als drei Jahren auf das funkbasierte Maschinen-Daten-Erfassungs-System (kurz: MDE-System) Smartmonitor. Dabei entsteht durch die intelligente Vernetzung von Signalsäulen eine einfache, nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen. Mit Smartmonitor lassen sich Störungen und unproduktive Zeiten schnell erkennen, analysieren und dokumentieren. Dadurch werden Reaktionszeiten verkürzt, Stillstände vermieden und die Produktivität gesteigert. Das System besteht aus Funksender, Funkempfänger und der Software. Das robuste und erprobte Funknetzwerk (868MHz) für das Produktionsumfeld sucht sich intelligent selbst die beste Verbindung und sorgt so für einfache Integration in Ihren Fertigungsprozess. Der Funksender wird per Plug&Play als zusätzliches Element in die bestehende Signalsäule integriert und überwacht Zustände oder Stückzahlen von Maschinen, Anlagen und manuellen Arbeitsplätzen. Per Funk werden diese Zustände an den Funkempfänger übertragen, welche alle Daten lückenlos überträgt und in einer Microsoft SQL-Datenbank sichert. Dabei ist es egal, welche Art von Maschine, welchen Alters oder Herstellers, das MDE-System braucht nur eine Signalsäule als Schnittstelle.

Auf einen Klick alles im Blick

Frank Laurin zur Inbetriebnahme: „Wir haben die Software installiert, den Funkempfänger am Rechner angeschlossen und diesen Schritt für Schritt konfiguriert. Die Software leitet einen sicher durch jeden einzelnen Schritt. Anschließend integrierten wir die Funksender in die Signalsäule und schon war unser MDE-System startklar.“ Er ergänzt: „Lediglich vier Stunden dauert es, bis wir eine neue Maschine in unser Smartmonitor-System integriert haben.“ Nicht nur der Produktionsleiter, sondern auch die Abteilungen Planung und Werkzeugbau sowie die Meisterbereiche der Produktion arbeiten täglich mit dem System und der Software. „Wenn die Meister der einzelnen Produktionsbereiche morgens ins Büro kommen, fällt ihr erster Blick auf die Leitstandansicht. Hier sehen alle auf einen Blick, was in den letzten 24 Stunden gelaufen ist, welche Maschine wie ausgelastet ist und ob es Probleme gibt. Wenn Störungen vorliegen, kann man sich dies sofort im Detail ansehen und direkt eingreifen“, sagt Laurin.

Kontinuierliche Verbesserung

„Die Daten und Werte, die wir aus der Software erhalten, sind nicht nur die Basis für unsere täglichen, 15-minütigen Shopfloor-Meetings, sondern auch für unseren kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, sagt Gerhard Schöll. Aus vorliegenden Störungen und den entsprechenden Zusatzinformationen der Mitarbeiter werden bei Eberle Rieden gezielt Maßnahmen und langfristige Optimierungen abgeleitet. So werden beispielsweise Mitarbeiter gezielt geschult, Anpassungen am Werkzeug vorgenommen oder ganze Prozesse neu definiert. Auch für etwaige Kundenreklamationen werden die Daten aus dem System verstärkt genutzt: „Liegt ein Reklamationsfall vor, lässt sich in der Software eindeutig nachvollziehen, ob zum Zeitpunkt der Produktion beispielsweise eine Störung vorlag oder es andere Hinweise gibt, welche Qualitätsprobleme nach sich ziehen konnten“, erklärt Frank Laurin.

Werma Signaltechnik GmbH & Co. KG

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