Sensorik, Serviceroboter und Energiekette aus Recyclingmaterial

Echtzeit, Lowcost, Kreislaufwirtschaft

Maschinenausfälle und Stillstandzeiten gehören zu den größten Kostentreibern in der Industrie. Für Instandhalter ist es daher wichtig, ungeplante Ausfälle rechtzeitig zu verhindern. Mit dem neuen Low Cost Lebensdauersensor von Igus können Anwender ihre Energiekette jetzt ab 248€ smart machen. Außerdem bieten die Kölner den Serviceroboter Rebel für unter 5.000€ als Plug&Play-Variante und mit einem Gewicht von rund 8kg. Mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit wurde zudem eine Energiekette aus recyceltem Material entwickelt.
 Der Sensor i.Sense EC.W ermöglicht eine günstige Zustandsüberwachung und planbare Wartung über die gesamte Lebensdauer der Energiekette.
Der Sensor i.Sense EC.W ermöglicht eine günstige Zustandsüberwachung und planbare Wartung über die gesamte Lebensdauer der Energiekette.Bild: Igus GmbH

Der i.Sense EC.W-Lebensdauersensor für gleitende Energiekettensysteme ermöglicht eine Echtzeit-Verschleißerkennung ab 248€ und lässt sich dank integrierter, potentialfreier Kontakte ohne Internetanbindung direkt an die Maschinensteuerung anschließen. Enthalten sind dabei der Sensor, die Leitung sowie die Auswerteelektronik. Anwender haben auch die Möglichkeit, den Sensor per i.Cee-Modul an vielfältige Netzwerke und IoT-Systeme anzuschließen und so in ein vorausschauendes Wartungskonzept einzubinden. Erhältlich ist der Lebensdauersensor für die Energieketten E4.32, E4.42, E4.56 und E4.80 – weitere Größen für die Serien E4Q, E2.1 und E2/000 sind bereits in Planung. Das Grundprinzip der Sensorik: Leitfähige Elemente werden an den tribologisch belasteten Stellen in die Hochleistungspolymere fast aller Igus-Produkte eingebracht. Durch geschickte geometrische Positionierung dieser Elemente können bei elektrischer Unterbrechung oder Widerstandveränderung klare Aussagen über den prozentualen Produktlebensdauerzustand getroffen werden. Diese Information kann über den Anlagenmonitor an den Bediener ausgeben und zum Beispiel bei Erreichen der 25-Prozent-Stufe mit dem Hinweis zum anstehenden Kettenaustausch verknüpft werden.

Der Sensor wird am letzten Öffnungssteg auf Festpunktseite montiert und erfasst den aktuellen Zustand der Kettenseitenteile. Er misst den Abstand zwischen den Öffnungsstegen, der sich im selben Verhältnis wie der Abrieb der Ketten-Seitenteile verringert. Mithilfe des Sensors kann somit jedes Verschleißteil einer Maschine aus der Ferne überwacht werden.

Zustandsbasierte Alarmmeldungen können ungeplante Stillstandzeiten bzw. einen unnötigen oder zu frühen Kettenaustausch vermeiden. So werden Energieketten nicht mehr anhand von Wartungsintervallen getauscht, sondern nur dann, wenn es notwendig ist. Bei direktem Anschluss an die Anlagensteuerung können Anwender durch den Einsatz des Lebensdauersensors laut Anbieter bis zu 80 Prozent Kosten sparen.

 Der Cobot Rebel ist für 4.970€ lieferbar. Ein digitales Ökosystem ermöglicht die LowcostIntegration in wenigen Tagen.
Der Cobot Rebel ist für 4.970€ lieferbar. Ein digitales Ökosystem ermöglicht die LowcostIntegration in wenigen Tagen.Bild: Igus GmbH

Leichter Cobot und digitale Services

Der Einsatz von Kunststoff macht den Roboter Rebel mit 8,2kg Eigengewicht laut Igus zum leichtesten Serviceroboter mit Cobot-Funktion in seiner Klasse. Seine Traglast beträgt 2kg und er besitzt eine Reichweite von 664mm. Die Wiederholgenauigkeit liegt bei ±1mm bei 7 Picks pro Minute. Das Herzstück ist ein industrietaugliches Cobot-Getriebe aus Kunststoff. Erhältlich ist der Cobot einmal als Open Source Version ohne Robotersteuerung, Netzteil und Software für 3.900€ bei Stückzahl 1 oder als Plug&Play-Variante mit Roboter, Steuerungssoftware und Netzteil für 4.970€ bei Stückzahl 1. Dem Kunden stehen neben dem Komplettsystem auch die einzelnen Rebel-Wellgetriebe in den Durchmessern 80 und 105mm zur Verfügung. Das Drehmoment beträgt 3Nm (80) beziehungsweise 25Nm (105) bei 6U/min, mit einer Übersetzung von 50:1. Der Rebel ist auf dem Online-Marktplatz RBTX erhältlich. Hier finden Anwender Einzelkomponenten, Integrationsunterstützung sowie Hard- und Software von mehr als 40 Partnern, darunter verschiedenste Roboterkinematiken, Kameras, Software, Gripper, Power Electronics, Motoren, Sensoren und Steuerungen.

Für die Integration per Online-Beratung mit Festpreisgarantie steht für Kunden der RBTXpert bereit: Auf einer 400 Quadratmeter großen Customer Testing Area beraten Experten täglich Kunden per Live-Video und schicken innerhalb von Stunden Lösungsangebote. Typische Hardwarekosten ohne Integration starten bei 8.500€ und Komplettlösungen ab 12.500€.

Zurzeit entwickele sich sukzessive ein Ökosystem an weiteren Services. Ziel ist es, mit neuen Angeboten und Businessmodellen die Integration weiter zu vereinfachen. „Wir werden einen App Store zur Verfügung stellen, in dem Anbieter von Lowcost-Automation und freie Softwareentwickler ihre Software-Ideen einbringen können. Indem sie bestehende Software nutzen, können Anwender ihre Automatisierung noch schneller realisieren. So ist die Anbindung der Roboter an digitale Services wie IFTTT oder smarte Assistenten wie Alexa oder Siri möglich“, so Alexander Mühlens, Leiter des Geschäftsbereichs Lowcost-Automation bei Igus.

Energiekette aus Recycling-Material

Die Cradle-Chain E2.1.CG bietet ein komplettes Energieketten-Programm aus dem neuen Material Igumid CG. Zahlreiche Tests zeigen, dass die neue Energiekette nahezu gleiche technische Eigenschaften und Belastungsgrenzen aufweist wie die Energiekette aus dem Standard-Material Igumid G. Zudem ist die Cradle-Chain zum selben Preis erhältlich ist wie die Produkte aus dem Standardmaterial. Das neue Programm ist in 5 Serien und 28 Kettentypen ab Lager lieferbar.

Bei der Cradle-Chain kommt unter anderem recyceltes Material aus dem Chainge-Recycling-Programm zum Einsatz. Im Rahmen dieses Programms sammelt der Anbieter seit 2019 ausgediente Energie- und Schleppketten von Kunden, damit diese nicht im Industriemüll landen. Das gilt sowohl für Igus-Energieketten als auch für Ketten anderer Hersteller. Bisher wurden bereits über 32 Tonnen Material aus 13 Ländern gesammelt. Für 2022 hat sich Igus das Ziel gesetzt, diese Summe auf 500 Tonnen zu erhöhen. Das Altmaterial wird sortenrein sortiert, gereinigt, regranuliert und auf Neuwarenqualität aufbereitet.

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