Interview mit Paul Werge, Produktmanager bei Bihl+Wiedemann

Best mögliche User Experience

Als Vorreiter bei der Einführung von ASi-5 blickt Bihl+Wiedemann auf fast drei Jahre Produkt- und Nutzererfahrung zurück. Paul Werge, Produktmanager bei Bihl+Wiedemann, spricht im Interview über neue Produkte, kontinuierliche Anpassungen und Ergänzungen von Funktionen, Rückmeldungen von Anwendern zu ihrer User Experience und die Erkenntnis, dass ASi-5 heute in ganz vielen Fällen die effizientere Alternative zu ethernetbasierten Lösungen im Feld sein kann.

Herr Werge, was sind aus Kundensicht die entscheidenden Gründe für den Markterfolg der neuen ASi-Generation? Und wie hat sich Ihr Portfolio mit den tatsächlichen Anwendererfahrungen weiterentwickelt?

Paul Werge: Das kommt auf den jeweiligen Anwender an. Der geringe Verdrahtungsaufwand mit ASi ist generell für viele ein wichtiges Argument, weil dieser unmittelbar die Hardwarekosten und den Arbeitsaufwand für die Verdrahtung senkt, teilweise sogar mehr als halbiert. Das gilt aber nicht nur für ASi-5-Lösungen, sondern auch für ASi-3-Installationen. Für viele entscheidend ist auch die Möglichkeit, die hohe Geschwindigkeit und Datenbreite von ASi-5 zu nutzen, um z.B. Antriebe, IO-Link Devices oder schnelle Zählermodule zu integrieren, ohne sie weiterhin über teure Ethernetlösungen anbinden zu müssen. Anwender, die bereits mit ASi-3 arbeiten, waren natürlich begeistert von unseren ASi-5/ASi-3-Gateways, die beide Welten miteinander vereinen. Dabei unterstützt die Breite und Tiefe unseres ASi-5-Portfolios auch einen partiellen oder sukzessiven Ausbau von Maschinen mit der neuen Technik. Zudem ist die Option, bei Bihl+Wiedemann die Sicherheitstechnik gleich mit integrieren zu können – und zwar unabhängig von der Größe der Applikation in genau dem Umfang, wie man sie gerade braucht – für viele ein wichtiger Vorteil. Natürlich sind seit dem Launch von ASi-5 zahlreiche Nutzererfahrungen und Kundenwünsche in unsere Produkte eingeflossen. Als ein Beispiel dafür lassen sich die selbstkonfigurierenden I/O-Module für bis zu 16 Signale nennen, die dem Anwender eine deutliche Reduzierung der Variantenvielfalt ermöglichen. Weil diese Module nicht konfiguriert werden müssen, sondern per Plug&Play funktionieren, entwickelt sich diese Produktfamilie bei unseren Kunden gerade zu einer One-size-fits-all-Lösung für günstige I/Os.

Welche Verbesserungen haben Sie konkret erreichen können, um Inbetriebnahmen oder auch schon das Projektieren von ASi-Applikationen zu erleichtern?

Werge: Um unseren Kunden das Arbeiten mit ASi-5 so einfach wie möglich zu machen, fließen Erfahrungen auch immer in die entsprechenden Software-Tools mit ein. So wird unsere PC-Software mit dem integrierten Hardware-Katalog und dem elektronischen Inbetriebnahmeassistenten genauso kontinuierlich weiterentwickelt wie unsere Diagnose-Software. Dabei wird auch das User-Experience-Design immer wieder angepasst und verbessert. So hat Bihl+Wiedemann z.B. die Dos and Don’ts in einem ausführlichen Installationsguide einfach erläutert und anschaulich zusammengefasst. Zusammen mit der technischen Unterstützung durch unsere Inhouse-Experten gewährleistet dies einen guten Support von der Projektierung bis zur Inbetriebnahme. Um ASi-Teilnehmer vor Ort im Feld einfach einbinden zu können, haben wir ein neues ASi-5/ASi-3-Handadressiergerät entwickelt. Das Design-Ziel dahinter war: Keep it simple. Der Anwender soll sich nur auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Vergabe von Adressen bzw. Teilnehmernummern. Die Inbetriebnahme als solche läuft dann automatisch über unsere auf einem Hardware-Katalog basierende PC-Software. Ergänzend dazu steht dem Anwender auch noch eine Diagnose-Software zur Verfügung. Sie wird überwiegend für Inbetriebnahmen und Wartungsintervalle eingesetzt und liefert neben konkreten Fehlerangaben auch Lösungsvorschläge. Mit ihr ist sowohl eine prophylaktische Fehlervermeidung wie eine Diagnose von konkreten Fehlern im Betrieb möglich, weshalb sie sich genauso für den Freigabeprozess einer Anlage eignet wie für deren Instandhaltung. ASi in Betrieb zu nehmen war also noch nie so einfach wie jetzt.

Und im Betrieb selbst – wie ist es da um die Produktpflege der installierten Hardware und um die Verbesserung der User Experience bestellt?

Werge: Nachdem wir über die Phase der Theorie hinaus in den letzten knapp drei Jahren auch viele praktische Erfahrungen gesammelt und diese umgesetzt haben, können wir heute sagen, dass unsere ASi-5-Produkte, insbesondere die ASi-5/ASi-3-Feldbus-Gateways, in ihren Funktionen durchdacht und von ihren Kinderkrankheiten befreit sind. Es kommt durch die laufende Weiterentwicklung aber zwangsläufig immer wieder zu einem technologischen Delta zwischen der aktuellen Produktgeneration und der bereits bei den Kunden installierten Basis. Daher stellen wir im Rahmen der kontinuierlichen Produktpflege funktionale Verbesserungen per Firmware-Update allen Kunden zur Verfügung, die ASi-5 bereits im Einsatz haben. Sie profitieren von den Erfahrungen, die andere Kunden, aber auch wir, im Umgang mit unseren Produkten in den unterschiedlichen Applikationen gemacht haben. Wenn wir also mit einem Kunden Features und Funktionen nachentwickeln, können diese dann auch von anderen Anwendern genutzt werden, wenn diese sich ihre Geräte unkompliziert per Knopfdruck über unsere PC-Software aktualisieren. Die Schließung von Sicherheitslücken ist ein weiterer Aspekt in Bezug auf das Firmware-Update, denn darüber stellen wir auch immer die neuesten Verschlüsselungstechniken zur Verfügung.

Das Thema Zukunftssicherheit assoziieren viele Anwender mit Begriffen wie Industrie 4.0, Smart Factory oder Digitalisierung. Mit ihren ASi-5/ASi-3-Gateways sind Sie mithilfe von OPC UA ja bestens aufgestellt.

Werge: Schön, dass Sie das so sehen. OPC UA als Schnittstelle für den direkten Datenaustausch von der Anlage bis in höhere IT-Ebenen mit ERP- oder MES-Funktion oder ganz nach oben in die Cloud – das ist für uns State-of-the-Art-Kommunikation für das industrielle Umfeld. Wir haben in den Projekten, in denen die Kunden den integrierten OPC-UA-Server unserer Gateways nutzen, sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Schnittstelle ist weltweit standardisiert und sie ist einfach und intuitiv zu bedienen. Die Datenübertragung erfolgt parallel zum Feldbus und verfügt über eine sichere Verschlüsselung. Natürlich sind wir in der Lage, auf Wunsch auch andere Optionen und Lösungen anzubieten, aber aktuell ist das kein Thema – zumal OPC UA künftig wohl zu dem Kommunikationsstandard für Industrie 4.0 und das Industrial Internet of Things werden dürfte.

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