Interview mit Dr. Jochen Köckler
„Entscheider müssen jetzt die Vorteile erkennen“
Wie in jedem Jahr schaut die Welt der Industrie Ende April wieder nach Hannover. Die Industriemesse ist ein wichtiger Pulsmesser für Innovationen und Trends. Im Vorfeld äußert sich Dr. Jochen Köckler (Bild) zum Angebot der Hannover Messe und gibt kurze Einblicke in die Highlights dieses Jahres. Köckler ist Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG.
Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe, Hannover.
Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe, Hannover.

Industrie 4.0 ist auch auf der Hannover Messe schon seit einigen Jahren eine Art Leitmotiv. Wie hat sich das Thema aus Ihrer Sicht entwickelt?

Jochen Köckler: Integrated Industry bleibt unser Leitthema. Diesmal mit dem Zusatz ‚Creating Value‘. Wir haben genau den richtigen Weg beschritten, indem wir Industrie 4.0 früh besetzt und konsequent getrieben haben. Es sind große Schritte gemacht worden in den vergangenen Jahren und wir haben das in Hannover sichtbar gemacht und gefördert. Wir stehen gerade an einer ganz wichtigen Stelle. Die Technologien für eine erfolgreiche Digitalisierung der industriellen Produktion sind ausgreift. Jetzt kommt es darauf an, dass die Entscheider aus Industrie und Energiewirtschaft erkennen, welche direkten und langfristigen Vorteile sie aus der Digitalisierung für ihr Unternehmen ziehen können.

Was sind derzeit die Trends? Welche Schwerpunkte werden die Aussteller in diesem Jahr setzen?

Köckler: Neben Integrated Industry sind weitere wichtige Themen in diesem Jahr Integrated Energy, Predictive Maintenance, Smart Materials und Coatings, der Dauerbrenner Energieeffizienz natürlich und auch der Digital Twin oder der immer einfachere Einsatz von Cobots, also die Mensch/Maschine-Kollaboration in der Fertigung.

Künstliche Intelligenz gilt als eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Gibt es hierzu in diesem Jahr etwas in Hannover zu sehen?

Köckler: Ja, gibt es. Ein Beispiel: Sie kennen Watson, den Supercomputer von IBM. 2016 ging es auf der Hannover Messe um die Vorstellung eines Pilotprojekts bei John Deere in Mannheim. Watson unterstützte die Techniker des Landmaschinenherstellers bei der Fehlersuche und besprach sozusagen mit den Wartungsexperten, was zu tun ist. In diesem Jahr geht IBM einen Schritt weiter: Aus der Anwendung ist die App ‚Repair Experience with Watson‘ entstanden, die Unternehmen kostenlos in ihrer Produktion oder für den eigenen Maschinenpark einsetzen können. Die gesamte App-Logik inklusive aller Watson-Funktionen kommt aus der IBM Cloud. Und über eine grafische Benutzeroberfläche kann Watson seinen Einsatz an den Maschinen trainieren.

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Deutsche Messe AG
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