Toolkit für die Zustandsüberwachung

Daten überall im Blick

Normalerweise sind verschiedene Hardware- und Software-Komponenten notwendig, um Zustände von Maschinen und Anlagen visualisieren und analysieren zu können. Das Condition Monitoring Toolkit von Balluff bündelt alle notwendigen Bausteine - und soll so die frühe Fehlererkennung und vorausschauende Wartung ermöglichen.
 Sensor, Basiseinheit und Software arbeiten 
komplett getrennt von der Maschinensteuerung.
Sensor, Basiseinheit und Software arbeiten komplett getrennt von der Maschinensteuerung.Bild: Balluff GmbH

Wäre es nicht praktisch, schon früh zu wissen, welche Maschine oder Komponente einer Anlage in nächster Zeit Probleme machen könnte? An dieser Stelle soll das Condition Monitoring Toolkit (CMTK) ansetzen. „Viele Bestandsanlagen können eine zusätzliche Zustandsüberwachung nicht leisten. Dabei lassen sich dadurch ungeplante Stillstände und somit Kosten vermeiden“, so Produktmanager Dr. Thomas Meissner. Das CMTK ist eine eigenständige Komplettlösung, die in jeder Maschine oder Anlage nachgerüstet werden kann. Das System beinhaltet laut Hersteller alles, was der Anwender benötigt, um Maschinen oder Prozesse zu überwachen – von den Sensoren über die Basiseinheit, mit der die Sensordaten gesammelt werden, bis hin zur vorinstallierten Software, die eine Überwachung und Einstellung von Schwellenwerten ermöglicht.

Bild: Balluff GmbH

Flexibles System

„Mit unserem Condition Monitoring Toolkit können Motoren, Pumpen, Ventilatoren, Förderanlagen, aber auch einzelne Komponenten von Maschinen überwacht werden“, erklärt Meissner. Der Condition-Monitoring-Sensor BCM erfasst Schwingungen, wie sie z.B. beim Fräsen oder Schleifen in der Metallbearbeitung auftreten. Aber auch andere Merkmale sind interessant, etwa Temperatur oder Druck. „Das flexible System gewährt schnell einen tieferen Einblick in den tatsächlichen Zustand der Maschinen und Anlagen und kann somit Abweichungen und Probleme früh erkennen. Alle Komponenten sind passend aufeinander abgestimmt“, so Meissner. In diesem Zusammenhang ist das CMTK vor allem für Wartungs- und Serviceteams wichtig, aber auch für Verfahrenstechniker, die Produktionsprozesse überwachen und verbessern wollen. „Das System ist einfach zu bedienen und kann in wenigen Minuten eingerichtet werden“, erklärt Meissner.

Bild: Balluff GmbH

Vielfältiges Anwendungsspektrum

Die Sensoren werden an eine Basiseinheit angeschlossen, die unabhängig von der Maschinensteuerung arbeitet – so werden bestehende Strukturen und Prozesse durch die Abfrage und Auswertung der zusätzlichen Daten nicht gestört. Das Anwendungsspektrum des CMTK ist breit gefächert, alle am Markt erhältlichen IO-Link-Sensoren können in das Systemintegriert werden: Vibrations-, Temperatur-, Druck- und Durchflusssensoren oder auch Füllstandsensoren – bis zu vier Sensoren gleichzeitig.

Daten immer im Blick

Die im CMTK enthaltene Software visualisiert und evaluiert die gesammelten Daten direkt in der Produktion. Dabei wird das Dashboard anhand vorhandener Sensordaten automatisch erstellt und konfiguriert – das spart Zeit und Aufwand bei der Inbetriebnahme des Systems. Der Anwender kann Grenzwerte individuell einstellen. Bei einer Über- oder Unterschreitung der Grenzwerte erscheint eine Warnmeldung, auch eine Benachrichtigung via E-Mail ist möglich. Eine browserbasierte Software zeigt die Daten auf verschiedenen Endgeräten an. Somit ist auch eine Fernüberwachung von jedem beliebigen Ort aus möglich.

Der Balluff Condition Monitoring Sensor erfasst unterschiedliche physikalische Größen – wie Vibration, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Umgebungsdruck -, verarbeitet diese Onboard und liefert die gewünschten Daten über IO-Link an ein übergeordnetes System. Zusätzlich kann der Sensor durch die integrierten Self-Awareness-Funktionen seinen eigenen Zustand erkennen und kommunizieren. Durch das standardisierte IO-Link-Protokoll kann der Sensor parametriert und die Auswertung im Sensor dabei individuell auf die Applikation abgestimmt werden. Über die flexible Prozessdatengestaltung lassen sich bis zu fünf gemessene oder vorverarbeitete Werte frei zuordnen und zyklisch übertragen. Zudem ermöglicht es IO-Link, eine azyklische Abfrage weiterer statistischer Auswertegrößen durchzuführen. Darüber hinaus können beim automatisierten Monitoring von Mess- oder Auswertegrößen Grenzwerte für Vor- und Hauptalarme definiert werden, sodass der Sensor bei bestimmten Ereignissen Warnmeldungen erzeugt. Durch die Grenzwertüberwachung kann der Sensor als Wächter eingesetzt werden, wodurch nur relevante Daten über die Schnittstelle kommuniziert werden. So sollen sich Datenmengen auf das Wesentliche reduzieren lassen.

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Weitere Beiträge

Bild: Lisi Aerospace
Bild: Lisi Aerospace
Node-RED-basiertes 
Gerätemanagement

Node-RED-basiertes Gerätemanagement

Mit den passenden Tools lassen sich selbst komplexe Anlagenüberwachungs-Anwendungen ohne großen Aufwand pflegen, aktualisieren und umstellen. Bei Lisi Aerospace etwa automatisiert die Gerätemanagementlösung Qbee vieles, was sonst sehr aufwendig oder sogar unmöglich wäre. Das erhöht der Wert der Anlagenüberwachungen als Assistenzsystem einer Industrie-4.0-geprägten Fertigung.

mehr lesen
Bild: Manz AG
Bild: Manz AG
Datenanalyse in Echtzeit

Datenanalyse in Echtzeit

Manz hat sein Knowhow zum Monitoring von Produktionsanlagen in der Software-Plattform SmartProductionKit zusammengeführt. Diese steht allen Anwendern von Manz-Prozessmodulen und voll integrierten Produktionslinien zur Verfügung. Neue Anlagen können auf Kundenwunsch mit der Plattform ausgestattet werden, für ältere Modelle besteht die Möglichkeit der Nachrüstung.

mehr lesen

Anzeige

Anzeige

Anzeige