Weltweiter Boom des Maschinen- und Anlagenbaus: Deutschland zweitgrößter Maschinenproduzent weltweit

Wie Dr. Dieter Brucklacher, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einer Pressekonferenz während der Hannover Messe berichtete, steuert der deutsche Maschinenbau 2007 das vierte Rekordjahr an: \“Die Auftragseingänge unserer Branche laufen nach wie vor im zweistelligen Bereich und zwar im Inland wie auch im Ausland. Unsere Prognose für 2007 von 4% ist nicht in Stein gemeißelt. Es kann auch mehr werden.\“ Aufgrund der guten Auftragslage und der Auslastung der Unternehmen hoffe der Verband, dass sich der Trend auch 2008 fortsetzen wird.

Produktion wuchs um 8,5%

Weltweit wurden 2006 Maschinen und Anlagen für fast 1.300Mrd. Euro hergestellt; damit wuchs die Maschinenproduktion um 8,5%. Deutschland rückte mit einem Produktionsvolumen von 180Mrd. Euro erstmals auf den zweiten Platz im Ranking der weltgrößten Maschinenproduzenten vor. Japan wurde mit 174Mrd. Euro auf Platz drei verwiesen. Auf dem ersten Platz liegen die USA mit 271Mrd. Euro. China bleibt mit 150Mrd. Euro die Nummer vier. Die Exporte der deutschen Maschinenbauer stiegen 2006 um 15% und erreichten 122,8Mrd. Euro. Fast die Hälfte der Maschinen (44,7%) ging in den EU-Binnenmarkt. Größter Einzelmarkt der Welt bleiben die USA mit 10,7% Anteil und 13% Wachstum. Die Länder Ost- und Südostasiens wuchsen um 17,7%. Der chinesische Markt nahm um 16,3% zu und wurde zweitgrößter Auslandsmarkt vor Frankreich. Die Ausfuhren in die Vereinigten Emirate wuchsen um 65,6%, nach Indien um 63,7%, nach Russland plus 38,7% und nach Korea plus 34,1%. \“Von der positiven Entwicklung profitierten alle Fachzweige unserer hochspezialisierten Branche – kein einziger der über dreißig Fachzweige blieb unter 5% Exportwachstum\“, betonte Brucklacher. Die Konjunktur führte auch dazu, dass die deutschen Maschinenimporte um 19,1% auf 43,8Mrd. Euro anstiegen.

Teure Produktpiraterie

Die Produktpiraterie hat im vergangenen Jahr erheblich zugenommen, so die Ergebnisse einer VDMA-Umfrage zur Produkt- und Markenpiraterie im März. \“Auffallend ist der Trend, komplette Maschinen mehr und mehr nachzubauen. Während vor einem Jahr der Komplettnachbau noch bei 43% lag, liegt er heute bereits bei 60%\“, teilte Brucklacher mit. Es folgen Ersatzteile mit 42% und Komponenten mit 41%. Bei den Herstellungsländern der Plagiate wurde China von 75% der betroffenen Unternehmen als Ursprungsland der Nachbauten genannt. Über zwei Drittel (68%) der Unternehmen wird durch eigene Marktkenntnisse auf die Plagiate aufmerksam. Gut die Hälfte (51%) der Unternehmen konnte Plagiate der eigenen Waren auf Messen ausmachen. 18% der betroffenen Unternehmen meldeten Umsatzrückgänge von 10% und mehr, 4% sogar Umsatzrückgänge von über 20% und 27% der betroffenen Unternehmen berichteten von Umsatzrückgängen von mehr als 5%. \“Wir schätzen den Schaden, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2006 entstanden ist, auf über 5Mrd. Euro\“, sagte der Verbandspräsident.

Kampagne \’Pro Original\‘

Um bei den Käufern ein Bewusstsein für den Wert von Originaltechnologie zu schaffen, hat der VDMA auf der Hannover Messe die Kampagne \’Pro Original\‘ gestartet. \“Diese Kampagne soll deutlich machen, dass ein herausragendes Ergebnis nur mit Originaltechnologie erzielt werden kann.\“ Die visuelle Klammer der Kampagne sei ein Logo mit dem Motto \’Choose the Original – Choose Success!\‘ \“Die Kernargumente sind somit: Qualität, Innovation, Effizienz, Erfahrung und Sicherheit\“, erklärte Brucklacher. Der VDMA wird die Kampagne zusammen mit seinen Mitgliedsunternehmen in den wichtigsten Kundenländern weltweit präsentieren. (afs)

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