Produktion im Maschinenbau erstmals über Vorkrisenniveau

Bis Januar 2015 liegen die Daten zu Produktion und Umsatz des deutschen Maschinenbaus vom Statistischen Bundesamt vor. Wir stellen diese Daten in den Zusammenhang seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008/2009. Damit lässt sich die Frage beantworten, in welcher Situation sich der Maschinenbau befindet und welche Entwicklung für die Zukunft wahrscheinlich ist. Der Verlauf der Produktion im deutschen Maschinenbau liegt für das Jahr 2014 vollständig vor. Wir ordnen das Jahr 2014 in den Zusammenhang seit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008/2009 ein. Das folgende Diagramm zeigt eindeutig: Die Produktion des deutschen Maschinenbaus hat erstmals im Dezember 2014 mit 135,6 Indexpunkten das Vorkrisenniveau überschritten. Dies erfolgte im sechsten Jahr nach Beginn der Weltwirtschaftkrise 2008/9. Der Verlauf der Produktion seit 2011 folgt unserer Meinung nach immer noch einer Seitwärtsbewegung. Dafür spricht der erneute Rückgang der Produktion im Januar 2015 auf 98,5 Indexpunkte, der horizontale Verlauf der Jahresdurchschnittswerte (gestrichelte Linie) sowie die Situation auf den wichtigen Exportmärkten des deutschen Maschinenbaus. Umsatz im Dezember 2014 auf höchstem Wert seit Wirtschaftskrise. Der Umsatz zeigt denselben Typ der Entwicklung wie die Produktion, nämlich eine große Seitwärtsbewegung. Es treten aber zwei Unterschiede zur Produktion auf. Die Seitwärtsbewegung des Umsatzes setzte nicht wie in der Produktion bereits 2011, sondern erst 2012 ein. Und der Umsatz hat das Vorkrisenniveau von 2008 (137,0) sechsmal im Zeitraum von 2010 bis 2014 überschritten, ohne allerdings – und das ist unserer Meinung nach das Entscheidende – das Vorkrisenniveau stabil zu übertreffen. Ist nun ein Ende der Seitwärtsbewegung wahrscheinlich? Seitwärtsbewegung ist die wahrscheinliche Perspektive. Die weltweite Industrieproduktion zeigt aktuell eine enge Verflechtung von Wachstum, Stagnation und Rückschlägen, die in allen drei für die Weltwirtschaft entscheidenden Länderregionen, also Industrieländer, BRIC und MIST Länder, auftritt. Diese Gemengelage aus Wachstum, Stagnation und Rückschlägen in der Weltwirtschaft spiegelt sich in der Entwicklung des exportorientierten Maschinen im Jahr 2014 wider und verhinderte sowohl ein tieferes Absacken als auch ein kontinuierliches Wachstum von Produktion und Umsatz über das Vorkrisenniveau. Eine typische Entwicklung der Weltwirtschaft für die Phase der Krisenüberwindung wäre aber ein durchgängiges Wachstum der weltweiten Industrieproduktion. Die enge Verflechtung von Wachstum, Stagnation und Rückschlägen hingegen kennzeichnet eine untypische Entwicklung, in der sich die drei bzw. vier strukturellen Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion auswirken. Sie drücken auch der Phase der Krisenüberwindung im deutschen Maschinenbau ihren Stempel auf und halten ihn wahrscheinlich auch weiterhin in der Seitwärtszone gefangen.

Quest Techno Marketing
http://www.qtm.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Weitere Beiträge