Mehr als 100 Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0

Zum vierten Mal in Folge steht das Thema \'Industrie 4.0\' oder \'Integrated Industry\', wie es der Veranstalter Deutsche Messe nennt - im Mittelpunkt der weltweit größten Industriemesse vom 25. bis 29. April. Rund 5.000 Aussteller zeigen fünf Tage lang Technologien für die Fabriken und Energiesysteme der Gegenwart und Zukunft. Offizielles Partnerland sind in diesem Jahr die Vereinigten Staaten von Amerika. US-Präsident Barack Obama wird mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe eröffnen.

Im April kommen in Hannover alle Treiber der industriellen Digitalisierung zusammen: \“Die deutschen Unternehmen mit Kernkompetenzen im Maschinenbau und der Elektrotechnik, führende US-Softwareanbieter sowie Unternehmen aus Asien, die ihrerseits die Vernetzung in der Industrie forcieren\“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe. \“Daraus entstehen neue Partnerschaften und Geschäftsmodelle auf dem Weg zu Industrie 4.0.\“ Aus Hannover, so ist der Veranstalter überzeugt, werden zudem kräftige wirtschaftspolitische Impulse in alle Welt gehen. \“Das Partnerland USA, die deutsche Industrie und ihre europäischen Partner wollen die Messe nutzen, um das Freihandelsabkommen TTIP voranzubringen\“, so Köckler. Unter dem Leitthema \’Integrated Industry – Discover Solutions\‘ werden Technologien für die Digitalisierung von Fabriken und Energiesystemen in Hannover gezeigt. Köckler: \“Wir erwarten nun erstmals mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0 auf der Messe. Das ist weltweit einzigartig.\“ Besucher aus dem produzierenden Gewerbe erfahren, wie sie ihre Produktionsanlagen Schritt für Schritt zur Industrie-4.0-Fabrik ausbauen. Besucher aus der Energiewirtschaft entdecken technische Lösungen für intelligente Energiesysteme. Die industrielle Zeitenwende soll in Hannover weiter an Fahrt aufnehmen. Dabei wird es nicht nur um die Technologien gehen, sondern auch um die daraus resultierenden neuen Geschäftsmodelle. Ein Beispiel: Mit der \’vorausschauenden Wartung\‘ (Predictive Maintenance) setzen Maschinen- und Anlagenbauer auf Sensoren, mit deren Hilfe Maschinen selbstständig melden, dass sie in Kürze gewartet werden müssen. Anhand dieser Daten kann der Anlagenhersteller dem Betreiber frühzeitig Wartungsleistungen anbieten und so sein Servicegeschäft ausbauen. Köckler: \“Auf der neuen Sonderfläche \’Predictive Maintenance 4.0\‘ zeigen wir Anwendungsbeispiele von Industrie 4.0 und neue Geschäftsfelder, die jetzt entstehen.\“

Forum Industrie 4.0

Das Industrial Internet of Things hält Einzug in die Fabriken. Daraus ergeben sich erhebliche Potenziale. Die ersten Unternehmen, die ihre Fertigung mit Industrie-4.0-Technologien ausbauen, berichten von Produktivitätssteigerungen um bis zu 50 Prozent. Gleichzeitig müssen die Herausforderungen und Fragestellungen, die sich aus der Vernetzung in der Produktion ergeben, kompetent beantwortet werden. \“Hier setzt das Forum Industrie 4.0 an. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion\“, sagt Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe. \“Dank der Zusammenarbeit der deutschen Verbände VDMA, ZVEI und Plattform Industrie 4.0 mit dem Industrial Internet Consortium kommen in diesem Jahr die wichtigsten Treiber der industriellen Vernetzung in Hannover zusammen. Für den Besucher bedeutet dies: Er kriegt den globalen Überblick über Strategien, Standards, Geschäftsmodelle und Datensicherheit in Sachen Industrie 4.0.\“ Ein Schwerpunkt des Forums wird die Diskussion über Standards für die Kommunikation im industriellen Internet der Dinge sein. Industrie 4.0 ermöglicht die firmenübergreifende Vernetzung und die Integration verschiedener Wertschöpfungsnetzwerke. Hierzu sind Normen und Standards von grundlegender Bedeutung. Gleichzeitig heißt es aber auch \’security first\‘. Die IT-Sicherheit ist für den geschützten Betrieb unternehmensübergreifender Fertigungsprozesse essentiell. Das Forum widmet sich unterschiedlichen Cloud-Lösungen und der Fragestellung, wie Unternehmensdaten gesichert werden können. Für den Anwender bieten sich durch Industrie 4.0 große Potenziale zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Flexibilität – gerade bei Unternehmen, die kundenindividuell und oftmals mit Losgröße 1 produzieren. Das Auswerten und Zusammenbringen der Daten, die im IT-gesteuerten Produktionsprozess entstehen, sehen viele als den Schlüssel zu neuen Geschäftsmodellen. Somit wird dieses Thema ebenso wenig fehlen. Das Forum Industrie 4.0 findet an allen Messetagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr statt.

Partnerland USA

Schubkraft erhofft sich die Hannover Messe zudem durch das Partnerland USA. Führende Unternehmen der weltgrößten Volkswirtschaft werden ihre Lösungen für die vernetzte Industrie vorstellen. Darunter General Electric, Honeywell, Eaton, Molex, Microsoft, AT&T oder IBM. Köckler: \“Dass US-Präsident Barack Obama die Messe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet, ist ein starker Beleg für die internationale Bedeutung der Hannover Messe.\“ Neben TTIP wird Obama für Investitionen in den USA werben. Außerdem wird er die Vereinigten Staaten als wichtigen Anbieter von Industrie-4.0-Technologien positionieren. Auf der Preview Ende Januar kündigte US-Wirtschaftsministerin Penny Pritzker an, dass das US-Wirtschaftsministerium die größte US-Delegation leiten wird, die je zur Hannover Messe gereist ist. Die Vereinigten Staaten sind zum ersten Mal in der fast siebzigjährigen Geschichte der Veranstaltung Partnerland der Hannover Messe. Präsident Obama ist der erste amtierende Präsident, der die Messe besucht. \“Die Hannover Messe 2016 ist eine einmalige Gelegenheit, und die Teilnahme von Präsident Obama verdeutlicht, wie wichtig diese Messe für die US-Geschäftswelt sein wird\“, erläutert Wirtschaftsministerin Pritzker. \“Als Partnerland bieten sich der US-Delegation großartige Möglichkeiten sich darzustellen und praktische Gelegenheiten, Kontakte zum globalen Markt für Industrietechnologie zu knüpfen und neue geschäftliche Perspektive zu entwickeln.\“ Die Messe wird mit den Vereinigten Staaten als Partnerland in fünf konkreten Industriebereichen US-Pavillons sowie einen U.S. National Investment Pavillon ausstellen.

Hermes Award

Wie immer wird der renommierte Hermes Award auf der Eröffnungsveranstaltung am Vorabend des ersten Messetages verliehen. Ausgezeichnet wird ein Produkt, das für eine technologische Innovation steht und erstmals auf der Hannover Messe präsentiert wird. Die eingereichten Produkte müssen bereits industriell erprobt und/oder in der industriellen Anwendung sein sowie im Hinblick auf ihre technische und ökonomische Umsetzung als besonders innovativ beurteilt werden. Nominiert sind in diesem Jahr Lösungen der deutschen Unternehmen Block Transformatoren, Harting IT Software, J. Schmalz sowie international DDM Systems aus Atlanta in den USA und ITM Power aus South Yorkshire in Großbritannien. Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), wird den Preisträger ermitteln. (jwz)

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