Energieführungsketten: Materialdogma contra Funktionalität

Bei Komponenten und Systemen zur Energiezuführung oder Datenübertragung kommt es in erster Linie auf eine kompromisslos sichere Funktionalität an. Vor diesem Hintergrund kann nur eine objektive Analyse, die die Anforderungen der jeweiligen Anwendung in den Mittelpunkt stellt, wirklich überzeugen. Wer sich hier dem Dogma eines bestimmten Werkstoffs für Energieführungsketten unterwirft, schließt nicht nur viele Applikationsbereiche aus, sondern nicht selten auch die Ohren vor den Wünschen seiner Kunden. Bei der Siegener Kabelschlepp GmbH plädiert man deshalb für eine differenzierte Sichtweise. \“Die Anwendung entscheidet, welche Energieführung aus welchem Material angeboten wird. Und unser Kunde kann demgemäß seine Auswahl treffen\“, erläutert Ingelore Roth-Stahl, Manager of International Fairs and Public Relations bei Kabelschlepp. Die Werkstoffe Stahl/Edelstahl und Kunststoff bieten bei Energieketten unterschiedliche Vorteile. Bei Bedarf lassen sich die materialspezifischen Eigenschaften in Hybrid-Energieführungen mit Kunststoffkettenbändern und Aluminiumstegen sogar miteinander kombinieren. Viele Auswahlkriterien Die Auswahl für ein Energieführungssystem wird zunächst von technischen Vorgaben wie der Größe, der Öffnungsmöglichkeit, der notwendigen freitragenden Länge und geforderten Zusatzlasten beeinflusst. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kunststoffketten bei größeren freitragenden Längen im Vergleich zu Stahlketten mitunter eine mehr als doppelt so hohe Kettengliedgeometrie benötigen – der Kostenvorteil des Werkstoffs Kunststoff ist dann nicht mehr gegeben. Neben technischen Vorgaben spielt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Faktoren bei der Materialwahl eine Rolle. Dies können starke mechanische Belastungen, Fremdeinwirkungen z. B. durch Säuren oder besonders raue Umwelteinflüsse wie die extreme Hitze in Stahl- oder Walzwerken sein. Hinzu kommen oftmals enge Platzverhälnisse, die Notwendigkeit eines Lärmschutzes oder der Wunsch nach verlängerten Wartungsintervallen. Nicht vergessen werden sollte heute auch die Energieeffizienz: So ermöglicht eine Reduktion der Reibungskräfte durch gleitend gelagerte Systeme den Einsatz kleiner dimensionierter Motoren, Steuerungen und Frequenzumrichter. \“Die Gewichtung dieser entscheidungsrelevanten Faktoren ist allerdings von Anwendung zu Anwendung und von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich\“, betont Dipl.-Ing. Stefan Engel, Produktmanager bei Kabelschlepp. Lösungen mit Mehrwert Kabelschlepp entwickelt seine Produkte unabhängig vom verwendeten Werkstoff kontinuierlich nach dem aktuellen Stand der Technik weiter. Dabei werden die erweiterten Möglichkeiten, die neue Materialien bieten, konsequent zur Entwicklung neuer Produkte genutzt. Motor dieser Entwicklungen ist Kabelschlepps ständige Suche nach Lösungen, die Anwendern einen klar definierten Mehrwert bieten.