Das Web und die Automatisierungstechnik

Kaum ein Bereich der Automatisierungstechnik ist so stark von IT-Technologien geprägt, wie dies beim Bedienen und Beobachten der Fall ist. Der Automation Day 2013 in Nürnberg hat sich Mitte Juli mit der Frage beschäftigt, welche Vorteile IT- und Web-Technologien bieten und was bei deren Nutzung zu berücksichtigen ist.

Es ist ein Thema, das die Automatisierungsbranche seit mehr als zehn Jahren beschäftigt: Welche Rolle spielen die Webtechnologien im Maschinen- und Anlagenbau und der Automatisierungstechnik? Zunächst wurden intelligente Geräte mit einem Webserver ausgestattet und haben Webseiten für Geräte- und Servicefunktionen beheimatet. Das waren anfänglich mehr Versuche denn konkrete technische Lösungen mit einem wirklichen Nutzen. In der Zwischenzeit hat sich insbesondere im Consumerbereich unglaublich viel bewegt und die Frage stellt sich erneut: Was davon ist geeignet und sinnvoll für die Nutzung im Automatisierungsumfeld? Genau um diese Fragen haben sich die Themen beim Automation Day 2013 des Arbeitskreises Software-Qualität und Fortbildung (ASQF) in Nürnberg bewegt. Natürlich ist man dann auch ganz schnell beim Internet der Dinge und bei Industrie 4.0. Auch bei dieser Veranstaltung hat sich wieder gezeigt, dass der Einfluss der IT-Welt auf die Automatisierungstechnik steigt und dass dieser Wandel schneller vollzogen wird, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Veränderungen bei der Bedienung

Visualisieren mit HTML5, die Nutzung von Gesten- und Sprachsteuerungen und der Zugriff auf Automatisierungsgeräte und Anlagen über Smartphone & Co. Klar ist, dass sowohl bei Maschinen- und Anlagenbauern als auch von Automatisierungsherstellern wesentlich mehr IT-Know-how gefordert ist. Nun kann man natürlich kritisch bemerken, dass man ja nicht jedem IT-Trend folgen muss. Das ist sicherlich auch nicht erforderlich. Es braucht aber Strategien und letztlich technische Lösungen, wie man den Teil davon \’automatisierungstauglich\‘ macht, der einen klaren Kundennutzen bringt.

Eine Frage der Plattform

Wenn es um die Frage moderneren Bedienen und Beobachtens geht, dann stellt sich sehr schnell die Frage nach der richtigen Betriebssystemplattform. Zumindest dann, wenn die Automatisierungstechnik direkt von der Consumerelektronik partizipieren soll. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion haben vier Vertreter jeweils die Vor- und Nachteile der Plattformen Linux, Android, Windows und iOS vorgestellt. Letztlich läuft die Auswahl wieder auf die Frage des Nutzungsfalls hinaus. Die gegebene Diversität macht das Leben von Entwicklern und Anwendern wieder einmal nicht einfacher. Das wiederum ist allerdings nichts Neues in der Automatisierungsbranche, wie das Beispiel Ethernet in den letzten zehn Jahren eindrücklich gezeigt hat. Wettbewerb ist gut – Marktabschottung nicht. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Nutzung der Web- und IT-Technologien im Automatisierungsumfeld weiterentwickelt.

Das könnte Sie auch Interessieren

Weitere Beiträge

Verschleiß überwachen, Schäden vorbeugen

Nicht nur Motoren und Pumpen sind in Produktionsanlagen dem Verschleiß unterworfen, sondern auch die Datenleitungen der Maschinen- und Anlagennetzwerke einschließlich Kabel und Stecker. Während der mechanische Verschleiß analog wahrnehmbar ist, macht sich der Verschleiß einer Datenleitung erst im Extremfall bemerkbar: dem Ausfall. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Indusol den Einsatz von intelligenten Managed Switches, mit denen der physikalische Zustand der Datenleitung digitalisiert und somit sichtbar gemacht werden kann.

mehr lesen

Entwicklungslösung für CC-Link IE TSN-Gerätehersteller

Mitsubishi Electric sieht in Time-Sensitive Networking die Zukunft und konzentriert seinen Entwicklungsaufwand auf das neue industrielle Kommunikationsnetzwerk CC-Link IE TSN. Neben einem in seiner Gesamtheit kompatiblen Produktportfolio kündigt der Automatisierungsspezialist Entwicklungslösungen für Gerätehersteller an.

mehr lesen