Oct
21
2020

Deutsche Elektroexporte weiterhin rückläufig

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie gaben im August um 7,7% gegenüber Vorjahr auf 15,4Mrd.€ nach. „Dieser jüngste Rückgang fiel höher aus als in den beiden vorangegangenen Monaten, was allerdings auch damit zusammenhängen dürfte, dass die Betriebsferien in diesem Jahr vielfach in den August verschoben worden sind“, so die Einschätzung von ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Mit 129,8Mrd.€ lagen die aggregierten Branchenausfuhren im Zeitraum von Januar bis August 8,3% unter ihrem entsprechenden Vorjahreswert. Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland mussten im August deutlich weniger Federn lassen: Sie blieben nur um 1,6% hinter Vorjahr zurück. In den ersten acht Monaten dieses Jahres beliefen sie sich auf 120,5Mrd.€ – ein Minus von 5,5% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019. Die Exporte der deutschen Elektroindustrie in die Eurozone sanken im August um 3,7% gegenüber Vorjahr auf 4,5Mrd.€. Deutliche Rückgänge gab es im Geschäft mit Belgien (-9,9% auf 351Mio.€), Frankreich (-9,3% auf 849Mio.€) und den Niederlanden (-7,6% auf 722Mio.€). Etwas weniger stark nahmen die Ausfuhren nach Slowenien (-5,7% auf 55Mio.€), Finnland (-4,1% auf 146Mio.€), Österreich (-3,4% auf 667Mio.€) und Italien (-0,6% auf 577Mio.€) ab. Einen kräftigen Zuwachs konnten dagegen die Lieferungen in die Slowakei verzeichnen (+12,9% auf 216Mio.€). Auch die Exporte nach Spanien (+4,9% auf 460Mio.€) und Portugal (+4,1% auf 142Mio.€) legten zu. Kumuliert von Januar bis August dieses Jahres nahmen die deutschen Elektroexporte in den Euroraum um 11,1% gegenüber Vorjahr auf 40,5Mrd.€ ab. Die Elektroausfuhren in Länder außerhalb der Eurozone lagen im August mit 10,9Mrd.€ um 9,3% unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Zweistellige Rückgänge musste die Branche hier bei den Lieferungen nach Japan (-24,4% auf 207Mio.€), in die USA (-16,2% auf 1,4Mrd.€), nach Russland (-15,4% auf 339Mio.€), Tschechien (-13,1% auf 677Mio.€) und Großbritannien (-10,2% auf 640Mio.€) verzeichnen. Die Lieferungen nach Polen gaben um 4,8% auf 846Mio.€ nach. Die Exporte nach Rumänien (-0,7% auf 314Mio.€) und Südkorea (-0,4% auf 251Mio.€) fielen nur leicht unter Vorjahr. Dagegen konnten im Ausfuhrgeschäft mit China leichte (+1% auf 1,9Mrd.€) und mit der Türkei sogar kräftige (+32,3% auf 284Mio.€) Zuwächse erzielt werden. „Unter den Exporten in die zehn größten Abnehmerländer der deutschen Elektroindustrie waren die Lieferungen nach China im August die einzigen, die zulegen konnten“, sagte Gontermann. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden in den Ländern außerhalb des Euroraums Elektroexporte in Höhe von 89,3Mrd.€ abgesetzt ‒ ein Minus von 7,1% gegenüber Vorjahr.
Bild: Destatis und ZVEI-eigene Berechnungen
Bild: Destatis und ZVEI-eigene Berechnungen



www.zvei.org

Empfehlungen der Redaktion