Deutschland sucht das 'Super Projekt'

Ein gutes Konzept kann die Auswahl von Projekten interessant machen und die richtige Entscheidung erleichtern. Mit einem schlechten oder gar keinem Konzept entscheidet eher Meister Zufall.

Autor: Helmut König, Königskonzept.


Neue Projekte zu definieren und zu entwickeln, ist lebensnotwendig für jedes Unternehmen. Ob Vertrieb, Produktentwicklung oder Kostenoptimierung, Betriebe und Organisationen sind immer auf der Suche, neue Wege zu finden und zu beschreiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Neue Projekte sind das Salz in der Suppe, denn sie machen Spaß und ermöglichen neue Blickwinkel auf das eigene Unternehmen. Leider hat man nie die richtige Anzahl von Projekten, mal kommen keine Ideen, mal soviel, dass die Auswahl schwerfällt. Es macht also Sinn, Projektideen zum einen zu fördern und zum anderen so zu organisieren, dass die richtige Entscheidung leichter fällt.

Innovationskultur für neue Ideen

Wenn zu wenige Ideen rund um ein Produkt oder eine Dienstleistung entstehen, mangelt es oft an einer Innovationskultur. Es wird zu wenig Kontakt zu externen Ideenfindern aufgebaut und Mitarbeiter sind nicht motiviert. Fehlende Motivation führt zu fehlendem Engagement, Mitarbeiter haben Angst, ihre Meinung zu sagen oder haben schlechte Erfahrungen mit eigenen Verbesserungsvorschlägen gemacht. Hier hilft zum einen das offene Umgehen mit Vorschlägen; Verbesserungen sollen offen diskutiert werden und es muss eine Transparenz in der Bewertung erkennbar sein. Zum anderen helfen Instrumente, die die Innovationsbereitschaft der Belegschaft fördern; einfache unkomplizierte Innovationstechniken z.B. regen zum Mitmachen an. Hier muss ein Unternehmen für einen möglichen Erfolg immer einen mittelfristigen Zeitraum einplanen, denn an Innovationskultur muss man sich erst gewöhnen. Dritter Punkt bei fehlender Innovationsbereitschaft ist das Arbeitsklima; in einem schlechten Klima gedeihen keine neuen Ideen, da muss ein Betrieb ganz woanders ansetzen.

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Vorauswahl von Projektideen

Kommen viele Ideen zu Projekten auf die Unternehmensleitung zu, sind organisatorische Instrumente gefragt. Dazu bietet sich als erster Schritt an, diese Ideen in einem internen Netzwerk zu diskutieren. Am einfachsten löst man das über ein unternehmensinternes soziales Netzwerk, auf das genau wie beim Intranet nur Mitarbeiter Zugriff haben. Hier kann die Idee eingestellt und von allen interessierten Mitarbeitern diskutiert werden. Diese Möglichkeit ergänzt so die Einzel- oder Gruppendiskussionen hin zu einer Gesamtdiskussion, die naturgemäß mehr Aspekte einfließen lässt. Man kann dieses System auch zur Vorauswahl nutzen, um durch Abstimmungen zu entscheiden, welche Projekte die nächste Phase, die persönliche Vorstellung, erreichen.

Spannende Projektpräsentationen

Meetings, bei denen aus verschiedenen Vorstellungen die kommenden Projekte herausgefiltert werden, haben oft den Aspekt der Langatmigkeit und sind deshalb gefürchtet. Projekte sollten daher in geraffter Form vorgestellt werden, damit mehr Dynamik in die Präsentationen kommt. Dies kann man über ein Management Summery erreichen, das auf einer Seite die wesentlichsten Punkte des Projektes mit einem Beschlussvorschlag zusammenfasst. Hier findet sich zwar eine geraffte einheitliche Form, aber auch diese Präsentationen können langatmig werden. Eine andere Präsentationsform ist entstanden aus der Unternehmenspräsentation, dem Elevator Pitch, bei dem sich ein Unternehmen in vier bis fünf Sätzen in ca. 30 Sekunden gezielt vorstellt. Pecha Kucha heißt die Präsentationstechnik, die ein deutscher Architekt vor einigen Jahren in Japan zum ersten Mal vorgestellt hat. Hierbei wird mit Power Point gearbeitet, wobei die Anzahl der Präsentationsseiten auf 20 limitiert ist und jede Seite automatisch nach 20 Sekunden weitergeht. Es entsteht dadurch eine große Dynamik und Spannung, weil jeder Zuhörer weiß, dass jede Präsentation nach sechs Minuten und 40 Sekunden zu Ende ist. Diese Technik sollte vorher geübt werden, um Chaos bei der Vorstellung zu vermeiden.

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Förderung verborgener Talente

Nun könnte man sich denken, Führungskräfte sind nur noch an der Entscheidung und nicht mehr an der Entwicklung von Projekten beteiligt, aber weit gefehlt. Es gibt nämlich eine Gruppe von Menschen, die sehr gute Ideen hat, aber denen die Präsentation derselben schwerfällt, die introvertierten Entwickler. Hier ist das Gespür des Managements gefragt, diese verborgenen Schätze zu erkennen und zu fördern, oft auch gegen den Widerstand im eigenen Unternehmen. Manche Ideen brauchen ihre Zeit, man denke z.B. an die 'Post-its'; am Anfang war ein Klebstoff, der nicht besonders gut klebt, und den eigentlich niemand haben wollte. Heute ist das ein weltweit eingesetztes Produkt und ein Instrument in der künstlerischen Gestaltung geworden. Augen offen halten lohnt sich also immer noch, dies tun heute vermehrt Risikokapitalgeber, aber Unternehmen haben die gleiche Chance.

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