19.03.2013

Deutlich schneller sein

Dank der weltweit bekannten Marke Telemecanique Sensors hat Schneider Electric bereits ein großes Portfolio an Sensoren. Doch welche Rolle spielen Sensoren bei einem großen Automatisierungshersteller und welche Vorteile bietet ein starker Konzern? Wie sehen die zukünftigen Ziele aus und welche Rolle spielt Telemecanique beim Wachstum der Mutter? Antworten darauf gab Gabor Szondi, Vice President Sensors, Schneider Electric GmbH.


Siemens hat einen Großteil seines Sensorgeschäfts verkauft, Schneider Electric baut dagegen den Sensorik-Bereich aus. Wie passt das zusammen?

Szondi: Bei beiden Konzernen stand eine Entscheidung an, welche Bedeutung dem Sensorik-Bereich innerhalb des Konzerns zukünftig beigemessen werden sollte. Für Schneider Electric stand schnell fest, dass das Unternehmen in das Sensorgeschäft investieren werde. Im Zuge dessen haben wir unseren Sensorik-Bereich stark weiterentwickelt. Schneider Electric hat sich an diesem Punkt ganz klar für Telemecanique Sensors als eigenständige Marke im Konzern entschieden. Dadurch sind wir heute unabhängiger, flexibler und wettbewerbsfähiger geworden. Telemecanique Sensors spielt nun also eine Doppelrolle: Wir werden einerseits als Spezialist im Sensorik-Bereich wahrgenommen und anerkannt, andererseits sind wir nahe genug am Geschäftsbereich Industrie von Schneider Electric, um für den Maschinen- und Anlagenbau auch die für Komplettlösungen notwendige Sensorik bieten zu können.

Kann man sich heute noch mit einzelnen Produkten vom Wettbewerb abheben oder zählt beim Anwender eher 'Lösungen statt Produkte'?

Szondi: Es zählt beides. Einerseits ist es wichtig, spezielle Anforderungen erfüllen zu können, andererseits erwarten unsere Kunden, dass sie ein komplettes Portfolio aus einer Hand bekommen können. Denn es hat immer Vorteile, wenn man mit nur einem Lieferanten zusammen arbeiten kann. Das ist bei uns möglich, weil Schneider Electric ein Komplettanbieter ist.

Werden Sie vom Anwender bereits als Sensorik-Firma wahrgenommen oder eher als Motion Control-Hersteller?

Szondi: Schneider Electric ist ein großer Konzern mit vielen Zielrichtungen. Uns ist es wichtig, dass Telemecanique Sensors als Sensorik-Spezialist wahrgenommen wird. Telemecanique hat in der Branche einen sehr guten Namen, deswegen ist die Marke auch beibehalten worden. Wir sind Teil eines großen internationalen Unternehmens, aber dennoch flexibel. Das ist der Vorteil, der uns wettbewerbsfähig macht. Wir können schnell liefern und gleichzeitig auf spezielle Anfragen reagieren, was in großen Konzernen oftmals schwierig ist. Wir sind heute deutlich schneller.

Welche Rolle spielt Schneider Electric zukünftig auf dem Sensor-Markt?

Szondi: Wir wollen in allen fünf Produktbereichen Weltmarktführer sein, das heißt im Bereich der Positionsschalter, induktiver und optischer Sensoren sowie Ultraschall- und Drucksensoren. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber wir werden es schaffen. Wir haben uns weg vom Generalisten hin zum Spezialisten entwickelt, der alle Sensoren in unseren Zielbranchen abdecken kann.

Welche Branchen stehen bei Ihnen derzeit im Fokus?

Szondi: Wir bedienen alle Branchen, konzentrieren uns momentan aber vor allem auf Krananwendungen und mobile Applikationen sowie die Verpackungsbranche, um hier unser starkes Know-how einzubringen. Stück für Stück werden aber weitere Segmente dazukommen.

Schneider Electric möchte seinen Marktanteil im Maschinenbau von derzeit ca. sieben auf 17% steigern. Welche Rolle spielt bei diesen Wachstumsplänen der Bereich Sensorik?

Szondi: Sensoren sind im Maschinen- und Anlagenbau ein integraler Bestandteil, weil sie erheblich für die Präzision und Dynamik einer Maschine mitverantwortlich sind. Sicherlich sorgen die Sensoren nur für einen Teil des Umsatzvolumens in einer Anlage, aber auch Telemecanique Sensors trägt seinen Teil dazu bei, die Position des Konzerns auf dem Markt auszubauen. Wir wollen in unserem Bereich ein überproportionales Wachstum erreichen und haben daher das einheitliche Gesamtziel von Schneider Electric vor Augen. (peb)

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