26.01.2006

Konkurrenz zu FDT? Aus SII wird TCI



Um die wachsende Zahl der Tools, die für Inbetriebnahme, Maintenance und Service erforderlich sind, zu beherrschen ist das FDT/DTM-Konzept ein Ansatz. Aus einer Rahmenapplikation werden die Tools der verschiedenen Anbieter aufgerufen und können Daten austauschen. FDT leidet allerdings darunter, dass es keine Migrationsstrategie für existierende Tools gibt und dass Siemens - als Automatisierungs-Marktführer - keine DTMs für seine Produkte anbietet. Noch während der SPS/IPC/Drives sorgte dann die Abkürzung SII für Rumoren hinter den Kulissen, wurde doch gemutmaßt, Siemens könnte nun eine eigene Schnittstelle für diesen Zweck innerhalb der Profibus Nutzerorganisation entwickeln. Mittlerweile weicht die Aufregung offenbar einer nüchternen Betrachtung. Während einer Sitzung der Profibus Nutzerorganisation wurde beschlossen, in Ergänzung zu den bestehenden und weiter zu entwickelnden Technologien FDT und EDDL eine Schnittstelle mit dem Namen TCI (Tool Calling Interface) zu definieren, zum Aufruf von Gerätebedientools. TCI erlaubt gleichermaßen den Aufruf existierender herstellerspezifischer Tools wie auch offener Bediensoftware auf Basis von FDT und EDDL. Zwei Versionen wird die Spezifikation enthalten: den Aufruf des Bedientools selbst mit seiner gewohnten Bedienoberfläche und seiner bestehenden Schnittstelle zu den Feldgeräten und zusätzlich einen offenen bidirektionalen Kommunikationskanal vom Tool zum Feldgerät über das SPS-Programmiersystem. Damit ist TCI, nachdem, was man bisher beurteilen kann, eine Sinnvolle Ergänzung für alle bestehenden Tools, die nicht als DTMs vorliegen, sowie für Kunden, die FDT nicht verwenden. In der Ausgabe 1+2/2006 (26. Januar 2006) werden wir ausführlich über das Thema berichten.

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