25.04.2019

Yaskawa eröffnet Roboterfertigung in Slowenien

"Wir wollen in Europa ein lokaler Anbieter sein"

Fast 50.000 Roboter verkauft Yaskawa pro Jahr. Ein guter Teil davon soll künftig aus europäischer Produktion stammen. Deshalb hat das Unternehmen Anfang April im slowenischen Koevje ein neues Werk eröffnet. "Yaskawa ist zwar ein global tätiger Technologieprovider", so Executive Officer Manfred Stern bei der Eröffnung, "gleichzeitig wollen wir in Europa als lokaler Anbieter wahrgenommen werden."


Bild: TeDo Verlag GmbH

Im Frühjahr 2017 hatte das japanische Unternehmen bekannt gegeben, einen Fertigungs- und Entwicklungsstandort für Motoman-Roboter in Slowenien zu errichten. Anfang April - und damit nur zwei Jahre später - lud das Unternehmen zur feierlichen Eröffnung. Unter den rund 350 Gästen waren nicht nur das europäische und japanische Top-Management, sondern auch der slowenische Premierminister und weitere Politiker des Landes und der EU.

Mehr Service für Kunden in Europa

Der Konzern aus Japan unterhält schon seit vielen Jahren einen Produktionsstandort für Roboteranlagen in Slowenien. "Die neue Fabrik macht uns aber wirklich zu einem europäischen Hersteller von Robotern", sagte Yaskawa-Chef Hiroshi Ogasawara bei der Eröffnung. "Es geht für uns also nicht nur um eine Erhöhung der Fertigungskapazität", ergänzte Bruno Schnekenburger, europäischer President und CEO. "Es geht vor allem um besseren Service für unsere europäischen Kunden." Bisher kamen alle Motoman-Roboter aus den Werken im Heimatmarkt Japan und in China. 2018 wurden rund 48.000 Einheiten verkauft. Mit der neuen Fertigung in Koevje will der Hersteller die Lieferzeiten in Europa verkürzen - im ersten Schritt mit acht Highrunnern aus dem insgesamt über 100 Modelle zählenden Portfolio. "Was die zu produzierenden Roboter angeht, haben wir das neue Werk aber ganz flexibel gestaltet", so Schnekenburger weiter. Entsprechend werde man sich an die Bedürfnisse der Märkte und Kunden anpassen.

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Attraktiver Standort

Bislang hatte Yakawa seine europäische Robotikkompetenz in Allershausen bei München sowie in Schweden gebündelt. Warum fiel die Wahl für den neuen Standort auf Slowenien? Als ein zentrales Auswahlkriterium nannte Schnekenburger die schnelle Umsetzung des Projekts - schon seit Beginn diesen Jahres werden bereits Roboter gefertigt. Das sei nur durch die außergewöhnliche Zusammenarbeit auf lokal- und landespolitischer Ebene möglich gewesen. Weitere Gründe für Koevje seien die gute Situation auf dem lokalen Arbeitsmarkt und die Zusammenarbeit mit der Universität Ljubljana gewesen. Auch das Lieferantenumfeld und die logistische Anbindung sprachen für die Region: Es gibt mit Koper einen wichtigen Adria-Hafen in der Nähe und auch über das Schienennetz ist Koevje modern angebunden.

10.000 Roboter pro Jahr

Das Invest für den neuen Standort mit 12.800m² Produktionsfläche und R&D-Center belief sich auf rund 25 Millionen Euro. Mittelfristig will Yaskawa hier mit 150 Mitarbeitern 80 Prozent seines EMEA-Bedarfs an Robotern fertigen - bis zu 10.000 Einheiten pro Jahr. Zu Beginn werden es 200 Einheiten pro Monat sein, in den nächsten zwei Jahren soll die Produktion schrittweise auf 300 bzw. 450 Einheiten erhöht werden. "Wir bauen unseren Marktanteil in Europa signifikant aus", betonte Stern bei der Werkseröffnung. "Seit zehn Jahren wachsen wir mit über 10 Prozent pro Jahr und damit deutlich schneller als der Markt." In der Folge habe das Unternehmen den Absatz von Robotern in der EMEA-Region seit 2012 verdreifacht. "Das Ziel von 10.000 Robotern pro Jahr ist also entsprechend realistisch." Im Zweifel reicht der Platz in Koevje auch für eine Verdoppelung der Produktion. Yaskawa hält schon die Option auf das Nachbargrundstück. Der Standort wäre auch für die Yaskawa-Business Unit Drives and Motion interessant. "Ich würde Sie gerne bald schon wieder nach Koevje einladen", schloss Ogasawara vor Ort seinen Vortrag mit einem Schmunzeln. Dann vielleicht zur Eröffnung einer Fabrik für Antriebs- und Steuerungstechnik. (mby)

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