S7-Panel-SPSen mehr als nur C7-Ersatz

Ergänzung zur S7-Welt

Die Typstreichung der C7-Reihe von Siemens vor rund einer Dekade eröffnete neue Möglichkeiten, Lösungen für C7-Anwendungen zu realisieren. Durch angepasste Versionen von S7-CPUs mit integrierter Bedieneinheit und modularen I/Os lassen sich durch zusätzliche Schnittstellen und Funktionen kompakte Anwendungen umsetzen, die dabei immer noch mit den Siemens-Tools SimaticManager und TIA-Portal programmiert werden können.


Bestandteile der Anwendungen von Insevis sind S7-Panels mit integrierter S7-CPU und I/O-Ebene und externem S7-IIoT-Gateway.
Bild: Insevis GmbH

Die S7-SPSen von Insevis sind mit zwei verschieden starken S7-CPUs ausgestattet, die in KOP, FUP, AWL, S7-SCL und S7-Graph zu programmieren sind und über einen S7-300er Befehlssatz verfügen. Die S7-CPU-T beinhaltet in der Grundausführung bereits zwei getrennt oder als Switch konfigurierbare Ethernet-Schnittstellen (TCP, UDP, S7-Kommunikation), dazu Modbus (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer2) sowie einen seriellen CP mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Zusätzlich stehen je nach CPU optional Profibus DP Master/Slave oder Profinet I/O-Controller zur Verfügung. Bestehende S7-Programme und Programmiersysteme können also übernommen werden, was Umstellungsrisiken reduziert und den Einsatz parallel zu den Siemens-Steuerungen in den Fällen ermöglicht, in denen es auf Abmessungen, Sonderfunktionen, Zusatzschnittstellen oder einfach nur auf das Preis-/Leistungsverhältnis ankommt. Integriert man die S7-SPSen in eines der Touchpanels des Unternehmens mit 3,5 bis 15,6"-Diagonalen entstehen kompakte S7-Panel-SPSen. Sie sind entweder sehr flach oder enthalten Slots für modulare Onboardperipheriebaugruppen. So lässt sich die I/O-Ebene (teils) mit in die Schaltschranktür verlegen, z.B. um die Handbedienelemente und Leuchtmelder direkt anzusteuern. Durch die zahlreichen Schnittstellen ist die Lösung offen für fast alle Fremdperipherien.

Remote-Visualisierung aller S7-CPUs

Die Projektierung der Visualisierung erfolgt über ein an das Handling des WinCCflexible angelehntes Visualisierungstool und ist leicht durchzuführen. Zentrale Eigenschaften sind der einfache S7-Variablenimport samt Symbolik aus dem SimaticManager oder dem TIA-Projekt, die Variablensynchronisation und die gemeinsame Simulation der Visualisierung mit S7-Programm. Zur Archivierung von Meldungen, Trends, Prozessdaten in DBs oder für Updates bzw. Upgrades steht eine Standard-FAT32-Micro-SD-Karte zur Verfügung.

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Integration der Kunden-I/Os

Um Serienanwendungen mit kompaktem Platzangebot technisch und wirtschaftlich auzureizen, bietet Insevis neben der umfangreichen modularen Standardperipherie Lösungen mit integrierter und abgesetzter Kundenperipherie an. Bei einer OEM-Lösungen wurde z.B. bei einer Bautiefe von weniger als 60mm zusätzlich eine Klemmblockebene mit integriert. Zusätzlich wurde für die Anwendung die gleiche I/O-Baugruppe auch als abgesetzter, mehrfach an eine Panel-SPS anschließbarer Peripherieblock realisiert.

Anbindung an Industrie4.0-Umgebungen

Ist ein langfristiger Produktlebenszyklus sichergestellt, ergibt sich schnell die Frage nach der Zukunftsfähigkeit in Sachen IIoT oder I4.0. Hierfür bietet Insevis ein externes Gateway mit eigener Linux-Distribution samt Firewall- und IT-Security-Funktionen an. Auf der LAN-Seite erfolgt der Datenaustausch über S7-Kommunikation (Put/Get) oder Modbus-TCP (als Client). Auf der WAN-Seite erfolgt die Kommunikation per OPC UA-Server. Ein frei definierbarer Namespace erlaubt die genaue Abbildung der Kundenanlagen, alternativ können die Namespaces der S7-1500 verwendet werden. Konfiguriert wird über einen integrierten und komfortabel zu bedienenden Web-Konfigurator mit Zugangsbeschränkung und einer umfangreichen Benutzerverwaltung. Dadurch muss der Anwender gemäß Rami4.0 keine eigene Software mehr installieren. Darüber hinaus stehen per NodeRed konfigurierbare Verbindungen wie z.B. MQTT, SMTP-Client, Java-Skripte, Twitter-Meldungen, Sprachausgaben und ein Visualisierungs-Dashboard zur Verfügung.

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