26.03.2019

Industrieanlagen an digitale Produktionsstandards anpassen

Aus einer Hand

Papierschneidemaschinen aus den 70er Jahren sind eigentlich nicht kaputt zu kriegen - entsprechen aber nicht mehr den heute geltenden Normen und Sicherheitsvorschriften. Man braucht nicht nur neue Bauteile, sondern auch ausgefeilte Steuerungen. Ein Unternehmen, das sich auf solche Aufgaben spezialisiert hat, ist GraphiTech aus Langenhagen.


Der Besuch in Langenhagen fühlt sich an wie eine Zeitreise. Während vorne in der Werkstatt Digitalisierungskomponenten wie Fernwartungsrouter, Touchpanel und diverse Steuerungen auf ihren Einbau warten, findet man ein paar Meter weiter eine Maschine aus den 70er Jahren oder mit Glühlampen realisierte Lichtschranken aus jener Zeit. "Die älteste Papierschneidemaschine, die wir umgebaut haben, stammte aus den 1960er Jahren", erklärt Dietmar Nölke, der sich seit mehr als 20 Jahren mit Umbauten und Modernisierungen solcher Maschinen beschäftigt und GraphiTech seit 15 Jahren zusammen mit Stefanie Klemusch-Nölke führt. "Wenn es über die Hersteller keine Ersatzteile mehr gibt, dann kommen die Besitzer oft auf uns zu, um die Maschinen weiter nutzen zu können", erklärt er. Hinzu kommt die Problematik, dass sich die Sicherheitsvorschriften über die Jahre stark verändert haben. Es gilt also, die alten Maschinen auch sicherheitstechnisch auf den Stand der Technik und Vorschriften zu bringen - eine Aufgabe, für deren Lösung das Unternehmen heute international geschätzt wird: "Wir überarbeiten Maschinen auf der ganzen Welt", erklärt Klemusch-Nölke.

Bewährte Technik

Soll eine Maschine mit den aktuellen Möglichkeiten ausgerüstet werden, dann wird zunächst die ganze Elektrik entfernt, um anschließend eine völlig neue, zeitgemäße Steuerung aufzubauen. "Wir nutzen hier als Bediengeräte konsequent die Red Lion Produkte von Wachendorff", erklärt Nölke. Die Programmierung der Oberfläche hat er vor einigen Jahren einmal von einem Wachendorff-Partner erstellen lassen - seitdem muss er nur noch kleine Anpassungen je nach Projekt vornehmen. Die Bediengeräte überzeugen ihn vor allem durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis, sind kompatibel zu allen gängigen Steuerungen und haben viele Schnittstellen, die er braucht, schon inklusive. Besonders wichtig: Sie wurden speziell für raue Industrieumgebungen konzipiert und tolerieren auch die Bedienung mit Arbeitshandschuhen, Erschütterungen und Staub in der Luft, was gerade beim Einsatz in der Druckindustrie wichtig ist. "Wenn Druckplatten geschnitten werden, gibt es oft heftige Vibrationen. Außerdem liegt durch den Prozess viel Staub in der Luft und auch Öl - da müssen die Komponenten schon einiges aushalten", erklären die Experten von GraphiTech. Diese Robustheit überzeugte schon beim ersten Kontakt zu Wachendorff, als es um den Einsatz von Drehgebern ging. "Wir nutzen hier überwiegend inkrementale Hohlwellengeber von Wachendorff. Jede Maschine ist anders und wir wählen immer ganz individuell aus, was wir benötigen", erklärt Dietmar Nölke. Das Konzept von Wachendorff mit seinen vielen Varianten und der Möglichkeit von Sonderanfertigungen gefällt den Fachleuten von GraphiTech besonders. "Jeder Geber wird bei Wachendorff im eigenen Hause gefertigt und umfangreichen Endtests unterzogen", erklärt Olaf Rosebrock, der als Vertriebsingenieur von Wachendorff für die Region Nord das Unternehmen in Langenhagen betreut. "Dadurch können wir ganz einfach auf Kundenwünsche eingehen."

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Fernwartung und Service

Auch eine weitere Produktgruppe aus dem Hause Wachendorff wird für GraphiTech immer wichtiger: die Fernwartungsrouter eWON, die ebenfalls in vielen unterschiedlichen Varianten verfügbar sind. "Mit der wachsenden Internationalisierung unserer Arbeit stellte sich immer mehr die Frage nach einem effizienten Service", berichtet Klemusch-Nölke. Teilweise erfährt sie gar nicht, wo ihre überarbeiteten Maschinen später einmal landen. "Unsere Kunden sind Druckereien oder Buchbindereien - wenn sie die Maschinen weiterverkaufen, bekommen wir das gar nicht mit - bis dann plötzlich ein Anruf aus Indien kommt und wir gebeten werden, irgendwelche Sicherheitsupdates nachzurüsten", schildert sie ihr Tagesgeschäft. Um auf solche Anfragen aus der ganzen Welt schnell, aber auch wirtschaftlich reagieren zu können, nutzt das Unternehmen seit einiger Zeit auch die Fernwartungslösungen von Wachendorff. Je nach Maschine und Aufgabe können hier die aktuellen Werte angezeigt werden, um im Störungsfall schnell Hilfestellung zu leisten. Auch das Aufspielen von Updates von Ferne ist so möglich. "Das spart natürlich Zeit, aber vor allem Reisekosten, wenn man sofort von hier aus helfen kann. Für das, was so ein Router kostet, kann keiner von uns zum Kunden fahren - schon gar nicht ins Ausland", erklärt Nölke. Gerade, wenn nur eine Maschine beim Kunden vorhanden ist und diese ausfällt, kommt es auf jede Minute an. Bei solchen Reparaturen muss es besonders schnell gehen. Läuft die Maschine noch, dann bleibt für die Umrüstung etwas länger Zeit. "Wir haben auch schon innerhalb eines Wochenendes die gesamte Elektronik ausgetauscht, weil montags alles wieder funktionieren musste. Wenn die Umrüstung länger dauern sollte, dann helfen wir auch mit einer Leihmaschine aus", ergänzt Nölke, "Wir definieren zusammen mit unseren Kunden immer ganz genau, welche Aufgaben die jeweilige Maschine hat und wo sie zum Einsatz kommen soll." Erst dann sucht er die passenden Komponenten aus. "Das breite, tiefe Sortiment und die Flexibilität von Wachendorff sind uns eine große Hilfe", schildern die beiden Inhaber von GraphiTech ihre Erfahrungen. Hinzu kommt der persönliche Support: "Rosebrock ist immer erreichbar, wenn wir Fragen haben - man landet nicht bei irgendwelchen Hotlines oder in Warteschleifen, sondern erreicht immer jemanden der sofort helfen kann", freuen sich die beiden über die gute Zusammenarbeit.

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