Erschienen am: 17.09.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 9 2018

Deutscher Maschinenbau im 1. Halbjahr 2018

Exportgeschäft trotzt handelspolitischen Stürmen

Der Maschinenbau in Deutschland hat seine Ausfuhren im 1. Halbjahr um 4,3 Prozent gesteigert. Die USA liegen dabei im Exportranking weiterhin auf der Spitzenposition knapp vor China. Das Exportgeschäft in die Turkei ist mit -6,6 Prozent rückläufig. Das Land rangiert auf Rang 14 der wichtigsten Abnehmerländer.


Die Maschinenbauer in Deutschland haben den wachsenden Unsicherheiten im Exportgeschäft im 1. Halbjahr 2018 erfolgreich getrotzt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres legten die Maschinenauslieferungen um nominal 4,3 Prozent oder 3,5 Milliarden Euro auf 86,7 Milliarden Euro zu. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs waren die Exporte noch um 5,9 Prozent gestiegen, im Gesamtjahr 2017 um knapp acht Prozent. "Die Androhung und Einführung von Zöllen oder extra-territorialen Sanktionen verunsichert natürlich viele Investoren. Allerdings spiegelt sich das im Maschinenbau erst mit einer gewissen Verzögerung wider, weil viele Kundenprojekte langfristig geplant und bereits erteilte Aufträge eine Durchlaufzeit von mehreren Monaten haben", sagt VDMA-Finanzexperte Dr. Ralph Wiechers.

USA bleibt wichtigster Exportmarkt

Auch im 1. Halbjahr blieben die USA der wichtigste Exportmarkt für Maschinenlieferungen aus Deutschland - ganz knapp vor China. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten legten um 5,5 Prozent auf 9,26 Milliarden Euro zu. Die Exporte nach China erhöhten sich um zwölf Prozent auf 9,23 Milliarden Euro. Damit gingen 10,7 Prozent aller Maschinenlieferungen aus Deutschland in die USA, der Anteil Chinas erhöhte sich auf 10,6 Prozent. Mit einigem Abstand folgten dahinter Frankreich (+1,6 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro), Italien (+12,5 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro) und Großbritannien (+0,7 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro). Die Exporte in die EU-Länder insgesamt legten um 3,4 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro zu.

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Geschäfte in die Türkei weiterin rückläufig

Ein deutliches Minus verzeichnete im 1. Halbjahr das Exportgeschäft in die Türkei, das um 6,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro fiel. "Das ist wahrscheinlich nur ein erster Vorgeschmack auf das, was da noch kommen wird. Durch den raschen Verfall der türkischen Lira verteuert sich für unsere türkischen Kunden der Einkauf von Maschinen deutlich", so Wiechers. Die Türkei rangiert auf Platz 14 der wichtigsten Abnehmerländer. Gut entwickelte sich hingegen das Geschäft mit Russland (+11,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro) und Indien (+10,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro).

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