Erschienen am: 01.03.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 3 2018

Christof Hunger, Produktmanager bei Hilscher, über CC-Link

Die Eintrittskarte in den asiatischen Markt

Das Unternehmen Hilscher bietet seinen Kunden industrielle Netzwerklösungen und ein umfangreiches Produktspektrum für Feldbus- und Real-Time-Ethernet-Systeme. Christof Hunger ist Produktmanager für PC-Karten und Embedded-Module bei Hilscher und berichtet dem SPS-MAGAZIN im Interview über die Vorteile von CC-Link IE, die Zusammenarbeit mit der CLPA und warum Gigabit-Ethernet heute so wichtig ist.


Herr Hunger, bitte stellen Sie uns doch das Unternehmen Hilscher kurz vor. Welche Lösungen bieten Sie?

Bild: Hilscher Gesell. f. Systemautomation mbH

Christof Hunger: Hilscher ist ein weltweit tätiges Unternehmen für industrielle Netzwerklösungen und bietet ein umfangreiches Produktspektrum für alle führenden Feldbus- und Real-Time-Ethernet-Systeme, wie z.B. CC-Link und CC-Link IE. Die Produkte reichen von Standard-PC-Interface-Karten für die PC-basierte Automatisierung über kompakte Kommunikationsmodule für Embedded Designs bis hin zum hochintegrierten Multiprotokoll-Chip netX. Außerdem bietet Hilscher eine Vielzahl an Gateway-Lösungen, die ein Industrienetz mit einem anderen verbindet, und hilft Geräteherstellern mit kundespezifischen Produktlösungen.

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Wie würden Sie Hilschers Position am deutschen bzw. europäischen Markt beschreiben?

Hunger: Mit netX besitzt Hilscher eine leistungsfähige und gleichzeitig flexible Multiprotokoll-Chip-Familie für unterschiedliche Lösungen in der Automatisierungsindustrie. Die netX-Familie unterstützt alle führenden industriellen Protokolle als Slave und Master. Das ist ein einzigartiges Merkmal und Hilscher ist damit die richtige Wahl für zukunftsfähige Netzwerklösungen.

Was können Sie uns über CC-Link IE erzählen? Wie ermöglicht z.B. Hilscher die Implementierung von CC-Link IE?

Hunger: CC-Link ist der führende Feldbus-Standard in Asien. Daher sind CC-Link und CC-link IE der beste Weg, das gesamte Marktpotenzial zu erschließen, vor allem für Gerätehersteller, die ihr Geschäft nach Asien ausweiten wollen. Um diese zu unterstützen, bietet Hilscher zum einen PC-Karten für CC-Link IE Field im Standard-PCI-Express- sowie im Low-Profile-PCI-Express-Format und zum anderen ein CC-Link-IE-Field-Kommunikationsmodul für Embedded Designs. Alle Produkte haben eins gemeinsam: Sie fügen sich nahtlos in die Hilscher-Produktfamilie ein. Denn sie nutzen alle die gleiche Anwenderschnittstelle und die gleichen Konfigurations-Tools. Einmal integriert können Kunden einfach von einem Netzwerkprotokoll zum anderen wechseln und zwar ohne Änderung ihres Produktsdesigns.

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Zusammenfassend gesagt, was sind die größten Vorteile, die CC-Link IE zu bieten hat?

Hunger: CC-Link IE Field basiert auf Gigabit-Ethernet und ermöglicht damit eine Hochgeschwindigkeits- und Hochleistungs-Netzwerkanbindung für Feldgeräte. Zusätzlich erlaubt es eine einfache und nahtlose Vernetzung. Das heißt, eine flexible Netzwerktopologie, wie z.B. Ring, Linie, Stern und entsprechende Kombinationen, und Zugriff auf Feldgeräte über alle Netzwerk-Hierarchieebenen für Monitoring- und Konfigurationszwecke.

Warum ist Gigabit-Ethernet heute so wichtig?

Hunger: Gigabit-Ethernet ermöglicht den schnellen Austausch von großen Datenmengen vom Feldgerät zur Steuerungsebene. Das ist vor allem im Kontext von Industrie 4.0 und IoT wichtig, da mehr und mehr Feldgeräte analytische und auch Diagnosedaten zusätzlich zum Echtzeit-Ethernet-Verkehr über das gleiche Kabel übertragen. Gigabit-Ethernet kann dabei helfen, den Datendurchsatz und auch die Performance auf der Feldebene zu erhöhen.

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Wie profitieren Hilscher-Kunden davon, dass Ihr Unternehmen CC-Link IE unterstützt?

Hunger: Mit den Hilscher-CC-Link-IE-Lösungen erhalten Kunden Zugang zum asiatischen Markt und unterstützen gleichzeitig alle führenden industriellen Netzwerkprotokolle im gleichen Produkt. Sie können ein Multiprotokollgerät für alle wichtigen Automatisierungsmärkte, wie USA, Europa und Asien, produzieren.

Was können Sie uns über CC-Link IE Field Basic, kurz IEFB, erzählen? Wie ermöglicht Hilscher die Implementierung von CC-Link IEFB?

Hunger: CC-Link IE Field Basic basiert auf Standard-Ethernet mit 100Mbit. Und die Hilscher-Implementierung ist eine neue Real-Time-Ethernet Firmware für die existierende netX-Technologie. Jede Real-Time-Ethernet-Schnittstelle von Hilscher kann mit CC-Link IE Field Basic ausgerüstet werden und das komplette Spektrum der Kommunikationslösungen wird unterstützt. Das reicht von PC-Schnittstellenkarten über kompakte Kommunikationsmodule und Multiprotokoll-Chips bis hin zu kundenspezifischen Produkten. Durch die gemeinsame Plattformstrategie nutzen alle Produkte die gleiche Anwenderschnittstelle - unabhängig vom Protokoll und der Art des Produktes. Das erlaubt ein effizientes Produktdesign, vor allem wenn mehrere Kommunikationsprotokolle in einem Produkt unterstützt werden sollen.

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Warum unterstützt Ihr Unternehmen überhaupt CC-Link IEFB?

Hunger: Die CC-Link-Technologie, inklusive CC-Link IE und CC-Link IE Field Basic, ist die Eintrittskarte zum asiatischen Markt. Daher ist sie ein Must-have für Gerätehersteller, die in Asien erfolgreich sein wollen. Um unseren Kunden hier den Zugang zu gewährleisten, hat Hilscher beschlossen, die CC-Link-IE-Field-Basic-Technologie mit in das Spektrum aufzunehmen. Da es sich lediglich um eine neue Firmware für netX handelt, können Kunden bestehende Real-Time-Ethernet-Geräte weiterverwenden.

Können Sie noch einmal zusammenfassend beschreiben, was die größten Vorteile, die CC-Link IEFB zu bieten hat, sind?

Hunger: Der Großteil der heutigen industriellen Ethernet-Protokolle basiert auf 100Mbit-Ethernet und es gibt bereits viele Produkte und Bestandsanlagen. Entscheidend für CC-Link IE Field Basic ist, im Gegensatz zu CC-Link IE Field, dass es ebenfalls auf 100Mbit-Ethernet aufsetzt. Mit der Basic-Version können Gerätehersteller die CC-Link-IE-Technologie auch in Fast-Ethernet-Umgebungen realisieren.

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Und wo sehen Sie die größten Vorteile in der Zusammenarbeit mit der CLPA?

Hunger: Hilscher arbeitet seit Jahren eng mit der CLPA zusammen, in Europa als auch Asien. Während der guten Zusammenarbeit hat Hilscher regelmäßig Zugriff auf für Asien wichtige Technologietrends und technische Spezifikationen bekommen. Außerdem konnte Hilscher an Marketingaktivitäten zusammen mit der CLPA und anderen Mitgliedern teilnehmen.

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