30.10.2017

Technologie-Talk bei Festo

Digitalisierung und Pneumatik

Kürzlich hatte Festo zum Technologie-Talk ins sogenannte Festo Automation Center am Stammsitz in Esslingen/Berkheim eingeladen. Thema der Diskussionsrunde war die Frage, wie die Digitalisierung die Welt der Pneumatik verändert.


Zentrale Frage des Technologie-Talks bei Festo: Wie verändert die Digitalisierung die Welt der Pneumatik.
Bild: Festo AG & Co. KG

Dabei wurde auch eruiert welchen Beitrag die neue Ventilgeneration Motion Terminal diesem Wandel beitragen kann. Moderation und Begrüßung rund 70 Gäste übernahm Ulrich Weidle, Leiter Marktentwicklung und Kommunikation bei Festo. Erster Gast im Podium war Dr. Axel Gomeringer, verantwortlich für die Digitalstrategie im Unternehmen, der zu aktuellen Trends und deren Adaption von der Consumer-Welt auf die Industrie Stellung nahm, so z.B. zu neuen Geschäftsmodellen auf der Basis von Produktionsdaten. "Abwarten ist hier die falsche Strategie", sagte Gomeringer. Selbst wenn der konkrete Nutzen für die Industrie in einigen Fällen noch nicht komplett greifbar sei.

Neue Schritte in der Pneumatik

Im Anschluss erweitert wurde die Diskussionsrunde durch Dr. Julia Duwe, Projektleiterin Motion Terminal und ihren Vertriebskollegen Zdravko Lukec. Mit dem Motion Terminal will Festo einen großen Schritt auf dem Weg der Ventiltechnik von der klassischen Mechanik hin zur Integration von Softwarefunktionalität gehen. Dafür setzt die neue Ventilgeneration auf zwei zentrale Aspekte: Beim Motion Terminal gibt es nur einen einheitlichen Hardwarebaustein für unterschiedliche Bewegungsanforderungen. Die jeweils benötigte pneumatische Funktion über entsprechende Apps zugewiesen. Vom Pilotanwender Bosch Packaging nahmen ebenfalls zwei Teilnehmer auf dem Podium Platz. Tobias Bury und Tobias Schwarb, die das Motion Terminal bereits bei der Umsetzung von Verpackungsanlagen für Schüttgüter einsetzen, schilderten die Vorteile aus Kundensicht.

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Chamäleon der Ventiltechnik

Zum einen biete die neue Technik Einsparungen beim Platz bei steigender Flexibilität. So kann die einheitliche Hardware über den entsprechenden Softwarebaustein verschiedene Aufgaben übernehmen, z.B. Wegeventilfunktion, Soft Stop, Diagnose oder Luftdrosselung - je nach Bedarf. Das sorgt natürlich auch für eine entsprechende Variantenreduzierung in Einkauf, Lagerhaltung und Ersatzteilmanagement - sowohl beim Anlagenbauer als auch für den Endanwender. Bei Bedarf lässt sich die jeweilige Funktion zudem auch im Nachhinein unkompliziert anpassen oder komplett ändern. "Dieses Ventil ist wie ein Chamäleon", beschreibt es Projektleiterin Julia Duwe. Die künftigen Möglichkeiten und das Spektrum der Eigenschaften sei dabei heute noch gar nicht vollständig ausgearbeitet. "Wie beim Smartphone werden hier weitere Apps hinzukommen, an die man anfangs gar nicht gedacht hat", ist auch Weidle sicher. Die generelle Verfügbarkeit des Motion Terminals wird für den Jahresbeginn 2018 anvisiert. Produziert wird es am neuen Fertigungsstandort von Festo in Scharnhausen. (mby)

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