02.02.2016

"Vorreiter in Sachen IoT"

"Wir sehen das Industrial Internet of Things (IIoT) als eine Evolution, nicht als eine Revolution." Mit diesen Worten eröffnete Clemens Blum, Executive Vice President im Geschäftsbereich Industrie bei Schneider Electric, kürzlich eine Pressekonferenz.


Diese unter Experten häufig geäußerte Sichtweise untermauerte Blum sogleich mit Fakten, die sich direkt auf sein Unternehmen bezogen: "Bereits 1997 stellte Schneider Electric die erste SPS mit Ethernet-Konnektivität und Web-Server vor, ein essentieller Bestandteil des IIoT." Zwei Jahre später erhielt die Firma den Computerworld Smithsonian Award, ein jährlich von einem Gremium aus 100 CEOs von IT-Unternehmen vergebener Preis, der technologische Entwicklungen honoriert, die zum Wohle der Gesellschaft eingesetzt werden können. Blum zitierte aus der damaligen Würdigung der Jury, die bereits vor 16 Jahren entscheidende Elemente enthielt, die heute hinsichtlich einer transparenten Fabrik von der Produktionsebene bis zum CEO häufig genannt werden. 2004 dann wurde das Modbus-TCP-Kommunikationsprotokoll zur IEC-Standardisierung eingereicht, 2010 erfolgte die Konvergenz von Modbus/TCP und dem von Allen-Bradley entwickelten Kommunikationsstandard Ethernet/IP.

Aktuelle Produktentwicklungen

Blum schlug den Bogen zur Gegenwart, indem er auf die kürzlich vorgestellte Modicon-580-ePAC-Steuerung mit integrierter Ethernet-Konnektivität und Cyber-Sicherheit verwies. Als weiteres Beispiel aus der Jetztzeit nannte Blum den Frequenzumrichter Altivar Process, der einen Algorithmus zur Leistungsoptimierung sowie einen dynamischen QR-Code enthält, mit dessen Hilfe der Anwender aktuelle Leistungsinformationen des Frequenzumrichters abrufen und notfalls eingreifen kann. Der Executive Vice President im Geschäftsbereich Industrie skizzierte drei Bereiche, die für das IIoT entscheidend seien und zu denen Schneider Electric Lösungen anbieten könne: Im Bereich der Anlagenperformanz kämen vor allem die kabellosen Sensoren, Cloud-Konnektivität sowie die Tools zur Datenanalyse zum Tragen. Die Kombination von mobilen Geräten, Datenanalyse, erweiterter Realität (Augmented Reality) und transparenter Konnektivität kämen vor allem der Produktivität der Anlagenbetreiber zugute. Mit Blick auf eine 'Smart Enterprise Control' würden künftige IIoT-Lösungen schließlich eine bessere Integration von Legacy-Anwendungen, Lebenszyklus- sowie Zulieferkettensystemen erlauben und so ein effizienteres und flexibleres Wirtschaften ermöglichen. Nicht zuletzt aufgrund der Akquisition der Firmen Wonderware und Invensys sieht sich Schneider Electric für diese Herausforderungen gut aufgestellt.

Smarte Maschinen

Dr. Rainer Beudert, Marketing-Direktor Machine Solutions bei Schneider Electric, ging in seinem Vortrag auf die Anforderungen an smarte Maschinen sowie die in dieser Hinsicht von Schneider Electric bereits realisierten Lösungen ein. Maschinen müssten heute besondere Anforderungen im Hinblick auf Konnektivität erfüllen und zudem effizienter und sicherer sein, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Der Anspruch an intelligente Maschinen sei, so Beudert, dass diese intuitiv mit ihren Betreibern interagierten, wichtige Funktionen bei der vorbeugenden Instandhaltung integrierten und einen minimalen ökologischen Fußabdruck hinterließen. Die Maschinen müssten in der Lage sein, ihren aktuellen Zustand permanent an übergeordnete Systeme, aber auch an gleichrangige andere Maschinen zu übermitteln.

Realisierte Projekte

Als Beispiel für eine bereits durch Schneider Electric realisierte Lösung nannte Beudert die Kaffee-Kapsel-Produktion bei der Firma Tassimo. Hier seien in der Produktionslinie Maschinen von insgesamt sieben Anbietern vertreten, die trotz unterschiedlicher Sprachen aufgrund der offenen Kommunikationsstandards in den verwendeten Schneider-Steuerungen alle miteinander kommunizieren könnten, und dies sogar in Echtzeit von Maschine zu Maschine. Eine weitere Applikation wurde mit der Firma Mangelberger in die Tat umgesetzt, einem renommierten Schaltanlagenbauer aus Bayern, bei der das Datenmanagement eine besondere Rolle spielt. Bei der automatisierten Schaltgerätemontage auf einer DIN-Schiene wurden Produkte von Schneider Electric verwendet. Aufgrund der bereits erwähnten dynamischen QR-Codes ist Mangelberger in der Lage, seinen Kunden über einen Cloud-Dienst wichtige Informationen über den Energieverbrauch ihrer Anlage zur Verfügung zu stellen, die diese dann im Sinne einer Optimierung verwenden können. Smarte Maschinen, dies hob Jean-Marie Amann, Vice President im Produktbereich Antriebstechnik bei Schneider Electric, hervor, sind ohne intelligente Komponenten nicht möglich. Er lenkte den Blick auf die neuen Altivar-Machine-Frequenz-umrichter, die aufgrund ihrer integrierten Ethernet-Konnektivität Echtzeitinformationen hinsichtlich der verwendeten Antriebstechnik liefern und mit der Software Machine Struxture ohne großen Aufwand integriert werden können. Dabei sei es gleichgültig, ob eine synchrone oder asynchrone Motortechnik zum Einsatz kommt. Robustheit auch unter rauen Einsatzbedingungen sowie integrierte Elemente zur funktionalen Sicherheit kommen als Produktmerkmale hinzu. (jwz)

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