Erschienen am: 14.11.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN SPS-Special 2017

Neue Produkte und Anwendungen bei Harting

Netzwerk für das IIoT

Mit dem mit dezentralen Steuerungskonzept Mica präsentiert Harting auf der Fachmesse in Nürnberg, in Kooperation mit Systempartnern, Anwendungen für das industrielle Internet der Dinge und Industrie 4.0. Auch abseits davon gibt es auf dem Messestand einige Neuheiten zu sehen.


Eine Lösung auf Basis von Mica, die auf der Messe gezeigt wird, ermöglicht einfaches Energiemanagement nach EN50001.
Bild: Harting KGaA

Im Fokus stehen Lösungen mit individuellen Funktionsplatinen für Mica, mit denen sich industrielle Feldbus- und Drahtlos-Schnittstellen einfach realisieren lassen. Neben Profinet, Ethercat, Ethernet/IP und Modbus RTU/TCP wird erstmals eine Mica-Variante für IO-Link des neuen Partners TE Concept vorgestellt. Dem Mica-Netzwerk gehören mittlerweile 22 Partnerunternehmen an.

Energiemanagement für KMU

Krumedia und EPS Energy bieten auf Basis des kleinen Industrie-Rechners eine einfache Energiemanagementlösung nach EN50001 für kleine und mittlere Unternehmen an. Das Paket beinhaltet Stromsensoren bis 400A zum Direktanschluss (Modus, S0). Zusätzliche Zählertechnik ist nicht erforderlich. Die Hardware ist vorkonfiguriert und lässt sich schnell und einfach in nahezu jegliche Industrieumgebung installieren. Die dazugehörige Energiemanagement-Software Enerchart Cloud kann mit Abrechnungsmodellen wie PayPal, Vorauskasse, SEPA-Lastschrift oder Rechnung als SaaS (Software as a Service) gebucht werden. Vertragsanpassungen an aktuelle Anforderungen wie zusätzliche Datenpunkte oder Kündigung, sind monatlich möglich.

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Security-Gateway für Ladesäulen

Infotecs präsentiert für E-Mobility-Anwendungen eine integrierte Security-Lösung zur Absicherung von E-Charger-Infrastrukturen gegenüber Cyber-Angriffen. Basierend auf der Mica-Plattform bietet das Unternehmen ein in die Ladesäulen integriertes Security-Gateway, welches die Authentisierungsprozesse und die Datenübertragung an der gesamten Strecke bis zum Backend-System absichert und somit das unbefugte Auslesen der Information verhindert. Es spielt keine Rolle, ob die Daten in der internen Hardware von Ladesystemen (wie Zähler, Laderegler oder Nutzerschnittstellen-Modul) oder in einem weiteren Mica-Container mit der zusätzlichen Steuerungs- und Analyselogik entstehen. Die Daten werden in jedem Fall manipulationssicher über das Internet an die Gegenstelle zugestellt.

Condition Monitoring für CNC und Spritzguss

SDI Innovation präsentiert mit Bluebox.sdi ein neues Software Tool für die Überwachung, Visualisierung und Analyse von Ist- und Soll-Zuständen von Produktionsanlagen wie CNC- oder Spritzgussmaschinen sowie kompletter Produktionslinien. Das Tool beinhaltet vorgefertigte Anwendungen wie TPM, OEE-Berechnungen und Trendanalysen. Die Auswertung erfolgt Auftrags- und zeitbezogen. Via Mica kann das Tool dezentral, einfach und schnell in der Produktion eingesetzt werden und ist darüber hinaus auch Cloud- und Web-fähig. Anwender können das System selbst erweitern, anpassen und konfigurieren. SDI Innovation bietet Schulungen sowie eine schlüsselfertige Umsetzung inklusive elektronischer Arbeiten, Programmierung und Softwareanbindung an.

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Asset Tracking mit LoRa und RFID

Comtac stellt eine Lösung für drahtloses Asset Tracking und Condition Monitoring über LoRa-Netze vor. LoRa gehört zu den Low-Power-Netzwerkstandards (LPN) mit denen sich Sensordaten drahtlos über große Distanzen auslesen lassen. Comtac nutzt Mica als Outdoor Base Station und bietet darüber hinaus Lösungen für private LoRa-Netze und OPC-UA-Konnektivität. Der Netzwerk-Partner Akquinet demonstriert am Harting-Stand am Beispiel einer Temperaturüberwachung, wie Sensordaten und Cloud-basierte Dienste zusammenwirken, um Remote-Überwachung und eine vorrausschauende Wartung zu realisieren.

Überspannungsschutz im Stecker

Natürlich zeigt Harting auch Neuheiten aus anderen Bereichen seines Portfolios. Dazu gehört u.a. das Überspannungsschutz-Modul aus der Serie Han-Modular. Es bringt den Überspannungsschutz in den Steckverbinder und erleichtert die Integration somit erheblich. Die Installation ist schnell und einfach. Im Regelfall ist das Modul bereits Bestandteil der Basiskonfiguration der eingesetzten Steckverbinder. Es verwendet mehrere Schutzelemente wie Gasableiter, Supressor-Dioden und Widerstände. Tritt eine Überspannung auf, sorgt die Kombination der Komponenten für eine koordinierte Ableitung der Störgröße. Bei richtiger Anwendung reduzieren Überspannungsschutzmodule die Anzahl von Betriebsstörungen, erhöhen die Lebensdauer und steigern damit letztlich die Anlagenverfügbarkeit.

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Leistungsstarke und rechteckige Stromsensoren

Ein weiteres Messeexponat sind die neuen Stromsensoren der HCME-Serie. Sie arbeiten nach dem Prinzip der direkten Abbildung (Open Loop) und verwenden rechteckige Kerne. Die Geräte erreichen eine Präzision, die es in vielen Einbausituationen mit der Exaktheit der wesentlich aufwendigeren Kompensationsstromwandler aufnehmen kann (±0,5%). Durch die rechteckige Form sparen die Sensoren darüber hinaus Platz; sie beschleunigen zudem die Installation oder Konfektionierung, weil sie sich leicht auf einer Stromschiene anbringen lassen. Die Abmessungen sind 6x14,5cm, die Durchführungen für die Schienen sind bis 64mm breit und 21mm hoch Ins Gehäuse ist zudem Befestigungslaschen eingelassen, durch die sich die Sensoren mit zwei Schrauben direkt auf die Stromschiene aufbringen lassen. Der weite Temperaturbereich von -40 °C bis +85 °C ermöglicht den Einsatz auch unter extremen Umweltbedingungen. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit eignen sich die Sensoren für den Einsatz in Frequenzumrichtern und in der Versorgung leistungsstarker Verbraucher.

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