Erschienen am: 14.11.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN SPS-Special 2017

Deutscher ITK-Markt wächst

Bitkom-Branche ist erstmals größter Industrie-Arbeitgeber

Die Bitkom-Branche schafft 2017 deutlich mehr neue Arbeitsplätze als zunächst erwartet und steigt damit zum größten industriellen Arbeitgeber auf. In der Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik werden zum Jahresende voraussichtlich 1,077 Millionen Menschen beschäftigt sein.


Die ITK-Branche schafft 2017 rund 30.000 neue Arbeitsplätze.
Bild: Bitkom e.V.

Die neuen Beschäftigtenzahlen entsprechen einem Plus von 30.000 Jobs binnen Jahresfrist (+2,9 Prozent) und übertreffen die Erwartungen der Frühjahrsprognose (21.000) deutlich. Die Zahlen gab Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, auf einer Pressekonferenz bekannt. Schon 2016 fiel das Beschäftigungswachstum mit 37.000 Arbeitsplätzen stärker aus als in jeder anderen industriellen Branche. Auch die Umsätze entwickeln sich positiv. Der deutsche Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird im laufenden Jahr voraussichtlich auf 160,8 Milliarden Euro zulegen. Damit hebt der Bitkom seine Wachstumsprognose um 0,6 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent an. "Noch stärker als der Umsatz wächst die Beschäftigung. Allein in den vergangenen drei Jahren sind fast 100.000 neue Jobs entstanden, die Bitkom-Branche ist mittlerweile der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland - vor Leitindustrien wie dem Maschinen- oder dem Automobilbau", so Berg.

Größtes Wachstum in der Informationstechnik

In der Informationstechnik (IT) verzeichnet die Branche weiter das größte Wachstum und absolute Marktvolumen. Die Umsätze steigen laut aktueller Prognose um 3,4 Prozent auf 85,8Mrd.€. Am besten laufen die Geschäfte im Softwaresegment bei einem Plus von 6,3 Prozent auf 23Mrd.€. Nach einem zwischenzeitlichen leichten Rückgang im vergangenen Jahr legen die Umsätze mit IT-Hardware wieder überdurchschnittlich zu und steigen um 2,6 Prozent auf 23,9Mrd.€. Im Segment IT-Services wächst das Volumen um 2,3 Prozent auf 39Mrd.€. Die Telekommunikation (TK) stabilisiert sich nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr voraussichtlich mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent bei 65,5Mrd.€. Positiv entwickeln sich die Umsätze mit TK-Endgeräten bei einem Plus von 3,6 Prozent auf 10,4Mrd.€, wovon 9,8Mrd.€ (+4,4 Prozent) auf Smartphones entfallen. Weiterhin rückläufig entwickeln sich die Umsätze mit Festnetz- und Mobildiensten, die um einen Prozent auf 48,5Mrd.€ zurückgehen. Das Geschäft mit TK-Infrastruktur steigt um 0,5 Prozent auf 6,6Mrd.€. In der klassischen Unterhaltungselektronik entwickelt sich der Markt nach einer Phase schwächerer Jahre positiv. Die Umsätze steigen erstmals wieder um 2,6 Prozent auf 9,4 Mrd.€. "Gute Geschäfte mit Spielkonsolen und Fernsehern tragen das Wachstum. Weniger gefragt sind dagegen Digitalkameras, deren Markt weiter schrumpft", sagte Berg. Für 2018 erwartet Bitkom für den ITK-Gesamtmarkt ein Wachstum um 1,3 Prozent auf 162,9Mrd.€.

Anzeige

Förderprogramm für Digitalisierungsausbau gefordert

Mit Blick auf die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung mahnte der Bitkom-Präsident zu mehr Tempo bei der Digitalisierung der Wirtschaft. Er schlug ein bundesweites Vor-Ort-Programm 'In 10 Schritten digital' vor. Mit diesem soll kleinen und mittelständischen Unternehmen praktische Digitalisierungshilfe geboten werden. Zudem solle der Bund ein Förderprogramm auflegen, das den Ausbau der German Digital Hubs und die Programme vor Ort unterstützt. Jeder Standort solle mit jeweils 40Mio.€ über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert werden. "In digitalen Schlüsseltechnologien wie der Künstlichen Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck und Internet of Things hat Deutschland eine sehr gute Ausgangsposition. Um das Potenzial auszuschöpfen, müsse die öffentliche Forschungsförderung stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet und jeder zweite Euro für Digitales eingesetzt werden." Allein für die Künstliche Intelligenz etwa sollten pro Jahr 1Mrd.€ zur Verfügung gestellt werden.