Erschienen am: 07.09.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 9 2017

Spielerischer Ansatz steigert Motivation und Aufmerksamkeit

Das Trainingscenter der Zukunft passt in einen Koffer: Ein Computer, eine Virtual-Reality-Brille und zwei Controller bilden die Ausrüstung für das neue interaktive Lernprogramm der Audi-Verpackungslogistik. Die Übungen sind wie ein Videospiel gestaltet, das Equipment ist schnell und einfach an jedem beliebigen Ort aufgebaut.


Das Team der TU München hat für den diesjährigen Hyperloop-Wettbewerb einen komplett überarbeiteten Wagen präsentiert.
Bild: MBFZ Toolcraft GmbH

Setzt der Mitarbeiter die VR-Brille auf, sieht er eine realistische und detailgetreue Nachbildung seines Arbeitsplatzes im Ingolstädter Güterverkehrszentrum. In jeder Hand hält er einen Controller wie er auch für Videospiele verwendet wird. Damit greift und bewegt er virtuelle Abbilder der Arbeitsmittel wie Behälter oder Bauteile. So durchläuft der Mitarbeiter Schritt für Schritt verschiedene Verpackungsprozesse und lernt die benötigten Handgriffe. Das Training ist flexibel an jedem Ort möglich und hat unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. So kann sich der Mitarbeiter steigern und wird motiviert, das Gelernte sofort umzusetzen. Bekommt er beispielsweise bei der ersten Stufe noch detaillierte Anweisungen, muss er im zweiten Durchgang schon selbstständig agieren und sich die Arbeitsschritte einprägen - das Schulungsprogramm gibt unmittelbar Rückmeldung. Ein Trainer steht dem Mitarbeiter unterstützend zur Seite und kann über eine zugehörige App die Trainingsfortschritte verfolgen oder helfen.

Mehrsprachig und standortübergreifend

Unterschiedliche Sprachversionen lassen sich ohne großen Aufwand einspielen, zudem funktioniert das Training standortübergreifend: Ein Beschäftigter aus der Ingolstädter Logistik kann so z.B. virtuell im mexikanischen Audi-Werk in San José Chiapa agieren und umgekehrt. Für die realistische virtuelle Darstellung der unterschiedlichen Standorte haben die Programmierer bereits vorhandene 3D-Daten aus der Werkplanung verwendet. Nach einer sechsmonatigen Pilotphase sind nun zwei Prozesstrainings fest im Einsatz. Drei weitere VR-Trainings werden gerade entwickelt. Insgesamt setzt Audi Virtual Reality in zahlreichen Unternehmensbereichen ein - vom Vertrieb über die Technische Entwicklung bis zur Produktion. @Überschrift - NH:Schallgeschwindigkeit am Boden: Hyperloop 2.0

Nicht nur in der Flugzeugindustrie ist die Schallgeschwindigkeit ein Thema, sondern auch beim Transport am Boden. Gemäß der Hyperloop-Idee von Elon Musk sollen Menschen in einer Kapsel innerhalb einer Vakuumröhre mit 1.200km/h an ihr Ziel kommen. Das Konzept soll Metropolen miteinander verbinden und Reisen auf die schnellste und effizienteste Art und Weise möglich machen. Was bisher nach Science-Fiction klang, könnte im Rahmen eines Wettbewerbs Gestalt annehmen, der jetzt aufgrund des großen Interesses in die zweite Runde geht. Wieder mit dabei sind Studenten der TU München, die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft WARR bereits im letzten Jahr den Preis für die schnellste Kapsel gewonnen hatten. Auch jetzt ist das Team mit einem überarbeiteten Wagen ins Finale der SpaceX Hyperloop Pod Competition eingezogen und hat die Möglichkeit, Konzept und Umsetzung in den USA zu testen. Wichtig für die Geschwindigkeit ist eine möglichst reibungslose Bewegung in der Röhre und die bestmögliche Ausnutzung der Beschleunigungs- und Bremsphasen. Das Unternehmen Toolcraft unterstützt erneut das Projekt und liefert Antriebsräder sowie Bolzen.