Erschienen am: 30.10.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 11 2017

Barcode-Lesegeräte mit Echtzeitüberwachung bei Zalando

No-Read. No-Go.

Die Meldung ´No-Read´, beim Versuch ein Etikett zu lesen, bedeutet für Lagerbetreiber Nachbearbeitung mit allen damit verbundenen Nachteilen. Bildbasierte Lesegeräte mit Echtzeitüberwachung erhöhen die Leseraten im Logistikbetrieb von Zalando. Die eingesetzten Lesegeräte mit Real-Time-Monitoring (RTM) lesen Codes schneller und zuverlässiger, verringern die Ausfallzeiten und helfen somit Zeit und Kosten zu sparen.


Linearsorter und Aufgabeförderer mit Lesestation (links)
Bild: Cognex Germany Inc.

Das Online-Unternehmen Zalando, Europas führende Online-Plattform für Mode, betreibt in Erfurt ein Logistikzentrum. Dort werden auf 130.000m2 täglich mehrere 10.000 Pakete gepackt und versendet. Vor kurzem entschied sich die Firma für die DataMan-Barcode-Lesegeräte, um die Herausforderungen beim Lesen schwieriger Codes zu lösen. Die chaotisch gelagerten Produkte werden aus einem der Kommissionierlager gepickt, sortiert, verpackt und anschließend verschickt. Der Sortierprozess erfolgt zum Teil automatisiert mittels eines Linearsorters und der Cognex-ID-Technik. Der Linearsorter ist ein Sortier- und Verteilsystem für das automatische Zusammenstellen von Einzelpositionen zu einem bestimmten Auftrag. Die Voraussetzungen für den Einsatz eines Sorters sind vor allem die fördertechnische Eignung der Ware und die automatische Identifizierbarkeit über Barcodes. Hier kommt Cognex ins Spiel: Die stationären Barcode-Lesegeräte DataMan 503 erfassen das Zalando-eigene Quality Label bereits am Aufgabeförderer - einem Zubringer, der die Ware direkt zum Linearsorter transportiert. Das Lesegerät eignet sich für Anwendungen mit hohen Geschwindigkeiten, breiten Förderbändern und großen Abweichungen in der Artikelhöhe. Sein Dual-Core-Prozessor verfügt über verschiedene Algorithmen und ermöglicht die Auswertung von 140 Bildern pro Sekunde. Die Software 1DMax mit Hotbars II und 2DMax mit patentierter PowerGrid-Technologie dekodieren beschädigte oder schlecht gedruckte Barcodes unabhängig von der Codequalität, dem Druckverfahren oder dem Trägermaterial.

Codes auf schwierigem Fördergut

Am Linearsorter im Erfurter Logistikzentrum befinden sich Rutschen, die die Ware auf einer Länge von fünf Metern über ein Gefälle von 24° ungebremst zum Kommissionierplatz befördern. Teilweise handelt es sich dabei um weiche Stoffartikel. Diese Artikel gelten in der Logistik als schwieriges Fördergut, denn sie haben keine exakt spezifizierten Parameter. So schwankt ihr Gewicht zwischen 600g und 8kg, die Abmessungen zwischen 200x100x6mm und 600x400x300mm. Ebenso unterschiedlich sind die Verpackungen: Es können foliierte Kleidungsstücke, Faltschachteln oder Behälter auf das Band kommen. Auch die Ausrichtung der Etiketten zum Code-Lesegerät ist unterschiedlich, sogar beliebig um 180° gedreht. Zudem sind Neigungen und perspektivische Verzerrungen möglich. Insgesamt sind dies schwierige Bedingungen für die Lesegeräte, speziell bei kleinen Barcode-Modulbreiten von 0,2mm. Aus diesen Gründen wurden die bisher verwendeten Laserscanner um vier bildbasierte Barcode-Lesegeräte vom Typ DataMan 503 ergänzt. Diese sind prädestiniert für das Lesen von omnidirektional ausgerichteten Barcode-Labels.

Überwachung der Leseleistung

Das Explorer Real-Time-Monitoring (RTM) System verwendet eine spezielle Vision-Technologie zur Überwachung der Leseleistung der bildbasierten Barcode Lesegeräte. RTM dient der Ermittlung der Leserate, ermöglicht automatische Analysen und erleichtert dadurch die Fehlersuche. Hinzu kommt, dass die bildbasierten DataMan-Barcode-Lesegeräte im Gegensatz zu laserbasierten Systemen mit ihren beweglichen Teilen, die verschleißen und ausfallen können, ein robustes, kompaktes Gehäuse haben. Das bedeutet weniger Verschleiß und damit einen geringeren Wartungsaufwand.