Erschienen am: 01.03.2016, Ausgabe SPS-MAGAZIN 3 2016

Steuerungen nach Maß

Kaum eine Maschine kommt heute noch ohne elektronische Steuerungen aus. Die Anforderungen an diese Komponente sind dabei sehr unterschiedlich. Die Entscheidung, ob eine Standardsteuerung eingesetzt werden kann oder eine individuelle Lösung entwickelt werden muss, hängt deshalb von verschiedenen Faktoren ab.


Individuelle Steuerungen werden passgenau auf die Anforderungen einer Maschine ausgelegt.
Bild: ©Ioannis Kamaretsos

Die Wahl für einen Steuerungstyp wird von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen und technischen Faktoren bestimmt. Standardsteuerungen bieten den vermeintlichen Vorteil eines geringeren Anfangsinvestments, allerdings wird dieser Vorteil mit höheren Stückkosten erkauft. Zudem wird oftmals nur ein Bruchteil des gesamten Funktionsumfangs benötigt, der Rest bleibt ungenutzt. Dennoch wird für die überflüssige Leistung gezahlt. Zudem ist es gerade bei sehr speziellen Anforderungen möglich, dass diese durch eine Standardsteuerung nicht abgedeckt werden können. Individualsteuerungen hingegen sind zwar oft in der Einführung teurer als Steuerungen von der Stange. Dafür werden sie passgenau für die Anforderungen der Maschine entwickelt.

Bewährte Technik - neue Funktionen

Für viele Maschinen muss nicht gleich eine komplett neue Steuerung entwickelt werden. Wenn ein Großteil der Kernanforderungen durch bestehende Steuerungs-Hardware und bereits programmierte Standardfunktionen schon abgedeckt wird, spricht nichts dagegen, diese Software weiter einzusetzen. Neue Features lassen sich dann programmieren und auf die Hardware spielen. So können neben den Grund- auch außergewöhnliche Maschinenfunktionen, zum Beispiel zur Geschwindigkeits- und Qualitätsverbesserung, in die Steuerung integriert werden. Alternativ ist auch die individuelle Anpassung einer Standardsteuerung über einen zusätzlichen Hardware-Baustein möglich. Ein solches Spezialmodul kann entsprechend der besonderen Anforderungen individuell entwickelt und in das bereits bestehende modulare System einer Standardsteuerung integriert werden. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn ein Interface zu neuen, externen Komponenten wie Sensoren oder Antriebe geschaffen werden soll, die bislang noch nicht unterstützt wurden.

Anpassung nicht auf Biegen und Brechen

Grundsätzlich kann jede Standardsteuerung um kundenspezifische Funktionen und Hardware-Module ergänzt werden. Das macht aber nicht immer Sinn: Einige Leistungs-, Kosten-, Funktions- oder mechanische Anforderungen sind nicht mit Standardsteuerungen lösbar. So müssen beispielsweise beim Einbau einer Steuerung in einen engen Bauraum die besonderen Maße der Anschlüsse, eine spezielle Befestigung oder ein alternatives Belüftungskonzept berücksichtigt werden. In solchen Fällen ist es notwendig eine ganz neue, individuelle Steuerung zu konzipieren. Der Vorteil: Die Hardware wird passgenau gestaltet und lässt sich problemlos in die Maschinen einsetzen. Zudem werden dann nur die Software-Funktionen entwickelt, die auch wirklich benötigt werden. Neben technischen können aber auch strategische Gründe eine Rolle bei der Entscheidung für eine individuelle Steuerung spielen. Denn: Innovation schafft Vorsprung im Wettbewerb - insbesondere dann, wenn sehr spezielle Eigenschaften entwickelt wurden. Das Problem: Bislang gab es zu Standardsteuerungen oft keine wirtschaftlichen Alternativen. Doch dieses Problem ist oft selbstgemacht: Denn viele Maschinenbauer wählen lieber einen bekannten Steuerungshersteller und nutzt so Namens- und Imagevorteile gegenüber seinen Kunden. Dabei können Nischenproduzenten oftmals einen individualisierten und verbesserten Service gewährleisten und die Bedürfnisse auch spezialisierter Systeme abdecken.

Gutes Kosten/Nutzen-Verhältnis

Schleicher Electronic ist sowohl Anbieter kombinierter CNC- und SPS-Steuerungen für den hochwertigen Maschinenbau als auch kompletter Steuerungssysteme. Das Elektronikunternehmen bietet sowohl Standard- als auch individuell entwickelte Steuerungen an. Wo möglich, passt Schleicher zudem Standardsteuerungen an kundenindividuelle Anforderungen an. "Keine Maschine und kein Gerät gleicht dem anderen", betont Sven Dübbers, Geschäftsführer von Schleicher Electronic. "Die Vielfalt der benötigten Funktionen verlangt eine mindestens genauso große Vielfalt an Lösungen." Zwar muss der Kunde für die individuellen Anpassungen bezahlen. Bei größeren Stückzahlen wiegen die günstigeren Stückpreise den Entwicklungsaufwand jedoch wieder auf. Zudem lassen sich aufgrund individueller Spezialanfertigungen auch später noch Kosten sparen. So konnte Schleicher beispielsweise bei einer Steuerung für eine Kleinkläranlage eine Installation im Schaltkasten konzipieren, durch die nachhaltig die Kosten gesenkt wurden. Das Unternehmen stellt allen Kunden zudem einen persönlichen Ansprechpartner zur Seite, der bei Änderungen am Produkt mit Hard- oder Software-Anpassungen oder bei den Produktionsmengen schnell und flexibel reagiert. Das gilt auch für die Zeit nach der erfolgreichen Entwicklung und Produktion: Mit dem After-Sales-Service und aktivem Lifecycle- und Obsolescence -Management nimmt Schleicher jederzeit Anpassungen, Neuerungen und Erweiterungen an der Steuerung vor. Auch die Typprüfung und Zertifizierung wird von Schleicher erledigt und erspart dem Maschinenbauer Zeit.